नामलिङ्गानुशासनम्

2. Dvitīyaṃ kāṇḍam

14. kṣatriyavargaḥ

(Über Kṣatriyas)

2. Zweiter Abschnitt

(Über Kriegsführung)

1. Vers 1 - 11b
(Truppengattungen, Elefanten)


Übersetzt von Alois Payer

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Zitierweise | cite as: Amarasiṃha <6./8. Jhdt. n. Chr.>: Nāmaliṅgānuśāsana (Amarakośa) / übersetzt von Alois Payer <1944 - >. -- 2. Dvitīyaṃ kāṇḍam. -- 14. kṣatriyavargaḥ  (Über Kṣatriyas). -- 2. Zweiter Abschnitt (Über Kriegsführung). -- 1. Vers 1 - 11b (Truppengattungen, Elefanten).  -- Fassung vom 2011-06-03. --  URL: http://www.payer.de/amarakosa6/amara2142a.htm

Erstmals hier publiziert: 2011-06-02

Überarbeitungen: 2011-06-03 [Ergänzungen]

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ist die gesamte Amarakośa-Übersetzung

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2. dvitīyaṃ kāṇḍam - Zweiter Teil


2.142. kṣatriyavargaḥ II - Abschnitt über Kṣatriyas II: Über Kriegsführung


Übersicht




Abb.: Kampfszene, Bhāgavata-Purāṇa-Handschrift, Uttar Pradesh, ca. 1780
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4838434662/. -- Zugriff am 2011-04-10. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.1. Heerlager


1a./b. niveśaḥ śibiraṃ ṣaṇḍhe sajjanaṃ tūparakṣaṇam

निवेशः शिबिरं षण्ढे सज्जनं तूपरक्षणम् ।१ क।

[Bezeichnungen für Heerlager:]

  • निवेश - niveśa m.: Sich-Niederlassen, Wohnstatt, Lager
  • शिबिर - śibira n.: Heerlager, Zelt

Colebrooke (1807): "A camp. Some say the royal residence."


Zehntes Buch. Von der Schlacht. Erstes Kapitel (147. Gegenstand). Die Errichtung des Heerlagers [skandhāvāra].

An einer von Baustellekundigen gebilligten Baustelle sollen der Führer (nāyaka), die Zimmerleute und die Astrologen das Heerlager [skandhavāra] errichten rund, lang oder viereckig oder je nach Maßgabe des Geländes, mit vier Toren, sechs Wegen, neun Gliederungen, ausgestattet mit Graben, Erdaufwurf,A1 Wall, Toren und Türmen für die Gefahr und den ständigen Aufenthalt. Im nördlichen Neuntel, des mittleren Neuntels soll, hundert Bogenlängen lang und halb so breit, des Königs Wohnstätte, in deren westlicher Hälfte das Frauengemach (antaḥpura) und am Saum das Heer der Haremswächter seinen Platz finden. Vorne (oder: im Osten) die Audienzhalle, rechts die Büros für die Geschäfte des Schatzes und der königlichen Verordnungen, links der Standort der vom Könige zu besteigenden Elefanten, Rosse und Wagen,1 in einem je hundert Bogenlängen messenden Abstand vier Umhegungen, die aus Karren, Pfosten, wie sie in der Mitte von Dreschtennen stehen, Rankengeflecht2 und Baumstammwall gebildet sind. Innerhalb der ersten Umhegung sollen vorne (im Osten) der Ratgeber und der Hauspriester sich befinden, nach rechts hin die Kornkammer und die Küche, nach links hin das Rohmaterial- und das Zeughaus; in der zweiten sei der Standort für die ererbten und die Söldnertruppen,3 für Pferde und Wagen und für den Feldmarschall; in der dritten die Elefanten, die Verbandstruppen und der »Anweiser« (praśāstar), in der vierten die Fronarbeiter, der »Führer« (nāyaka), die Freundestruppen, die dem Feinde abgenommenen und die der Waldstämme, von ihren eigenen Männern befehligt;4 die Kaufleute und die Frauen, die von ihrer Schönheit leben, die Hauptstraße entlang. Außerhalb sollen sein die Jäger und Hunderudelbesitzer und die Leute, die Musikinstrumente und Feuer handhaben, und die geheimen Wachen. Gegen den Einbruch der Feinde stelle er (versteckte) Brunnen, Fanggruben und Stacheldrähte hin. Zum Schutze seiner eigenen Person richte er einen Ablösungswechsel von achtzehn Trupps (varga) ein. Er lasse auch am Tage Wache halten, um die Spione (des Feindes) zu erkennen.A2

Streitigkeiten, Trinkfestlichkeiten und Würfelspiel lasse er verbieten.A3 Und die Überwachung der vom Feldherrn ausgehenden, nicht durch besonderen königlichen Befehl angeordneten Passzeichen für die Soldaten soll der Grenzwächter kontrollieren.A4

Vorn im Zuge marschiere gebührlicherweise der »Anweiser« (praśāstar), und er lasse die Aufnahmeorte (die Marschroute und die Lagerplätze) und die Wasserversorgung durch die Zimmerleute und die Fronarbeiter herrichten.5

Fußnoten

1 Kām. XVII, 8–9 heißt es: »Elefanten, die sich einen Namen gemacht haben und gedankenschnelle Rosse sollen, von sehr tüchtigen Vertrauten bewacht, in der Nähe der Wohnung des Fürsten untergebracht sein. Ein kampfgeschickter, großer Elefant, gerüstet und von einem Kundigen geleitet, und ein feurig rasches Pferd sollen an der Türe des Königs stehen«. XVI, 4ff. lesen wir, der König solle sich nur ganz leichtem Schlaf (yoganidrā) hingeben, so dass er beständig das Wiehern der Rosse und das Glockengetön der Elefanten, die des Nachts draußen vor dem Lager herumlaufen, hören könne.

2 Zu pratati (vratati) vgl. 368, 4, 8, 9.A5

3 Nach Kām. XVII, 6 lagern zunächst um des Königs Wohnstätte umher die ererbten Truppen, dann weiter draußen die Söldner, und so immer fort, bis zuäußerst die Waldstämme kommen.

4 Kaum: »von seinen (des Königs) eigenen Leuten befehligt«. Denn Kauṭ. selber hat uns verraten, dass die Waldstammtruppen nicht Arier zu Offizieren hatten. Auch hätten sich die Bundesgenossen sicherlich nicht derart bevogten lassen, dass sie ihr Aufgebot so dem »Eroberer« in die Hand gegeben hätten.

5 Ich fasse das sehr schwierige grahaṇāni »Aufnahmen« also = Aufnahmeorte. Seine Stellung im Satz strapaziert freilich die dichterische Freiheit, die im śloka in dieser Hinsicht nicht sehr groß zu sein pflegt, recht bedenklich. Aber das ca – ca et – et spricht für meine Auslegung, und weit schlimmer wird die Sache, wenn man, wie bisher geschehen ist, diesen Plur. als zweites Subjekt zu yāyād stellt. Auch lässt sich die natürliche Bedeutung des Wortes kaum mit lebenden Wesen vereinen. Da müsste also der praśāstar vorausziehen, die Marschroute in richtigen Stand setzen und die ersten Vorbereitungen für die Lagerung auf dem Marsche besorgen. Übersetzt man nur etwa: »er lasse die Aufnahmen und durch die Fronarbeiter und Zimmerleute die Wasserversorgung (vor allem: das Graben von Brunnen) bewerkstelligen«, dann könnte die Rede sein von der Aufnahme des nötigen Proviants. Aber den führen die Soldaten ja mit sich, oder er wird doch jedenfalls durch Furagierzüge zusammengeholt. Weniger wahrscheinlich ist wohl auch: Auskundschaftung (des Geländes), obgleich grah vom geistigen Aufnehmen, vom Kennenlernen usw. gebraucht wird.A6

A1 Genau wie hier ist auch in MBh. XIV, 64, 10 das Lager ṣaṭpatha navasaṃsthāna (so muss dort statt ṣaṭpada navasaṃkhyāna gelesen werden).

A2 Musikinstrumente und Feuer sind dazu da, das Nahen des Feindes anzukünden, die als Viehhirten u. dgl. mehr verkleideten geheimen Wachen sollen die Spione des Feindes abfangen. So Gaṇ. Er hat bloß ārakṣaviparyāsa statt ātmarakṣāviparyāsa und erklärt die 18 Ablösungstrupps in recht wunderlicher, ja unmöglicher Weise, denn dass die vom Feinde stammenden und die Waldstammsoldaten ebenfalls zum Leibwächterdienst des Königs verwendet worden wären, ist ausgeschlossen. Wegen der Stacheldrähte (kaṇṭakinī) s. Übers. 68, Anm. 6.

A3 Ebenso Gaṇ. Aber vielleicht besser, wie in der nächsten Zusatzanmerkung.

A4 Sham.'s Text (mit antapāla) ließ sich kaum ein annehmbarer Sinn abringen. Weit besser ist Gaṇ.'s: Mudrārakṣaṇaṃ ca. Senānivṛittam āyudhīyam aśāsanaṃ śūnyapālo 'nubadhnīyāt. Also: »Er sorge für die Unterdrückung von Streithändeln, von Trinkfreizeiten (vgl. 121, 13), von Festzusammenkünften und Würfelspiel; ebenso für die Überwachung der Pässe (der Soldaten, die ein- und ausgehen). Hinter Soldaten, die ohne Ermächtigung aus dem Heere heimkehren, soll sich der Hüter des vom Fürsten verlassenen Heimlands hermachen.«

A5 Nach Gaṇ. ist die erste (d.h. wohl innerste) Umhegung gebildet aus den Karren, die zweite aus einem Vorhau, der aus den Ästen dorniger Bäume besteht, der dritte aus hölzernen Pfosten, der vierte aus einem Wall. Methi soll nämlich = kaṇṭakavṛikṣaśākhā sein. In der Sache klingt das gut, sprachlich erweckt es Bedenken. Oder wählte man zu jenen Pfosten, an die die Ochsen beim Dreschen gebunden wurden, absichtlich stachliche Bäume? Kaum; denn methi ist ja auch sonst ein Anbindepfosten fürs Vieh. Auch pratati in 368, 4, 8, 9 will sich nicht in Gaṇ.'s Erklärung fügen. Freilich bei meiner Auffassung scheint śāla, sogar wenn man es zu den drei anderen hinzu ergänzt, etwas müßig zu sein. Vielleicht also pratatistambha Baumstämme mit Rankengeflecht? Vgl. außer dem 21. und 22. Gegenstand auch 172, 4.

A6 Gaṇ. liest rakṣaṇāni statt grahaṇāni, wohl eine spätere und leichtere Umdeutung, und er verbindet ebenso wie ich. Nach ihm muss der praśastar alle Hemnisse des Geländes und des Marsches, auch lebendige, entfernen, ist also der Oberwegbereiter."

[Quelle: Kauṭilya: Das altindische Buch vom Welt- und Staatsleben : das Arthaśāstra des Kauṭilya / [aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von] Johann Jakob Meyer [1870-1939]. -- Leipzig, 1926. -- Digitale Ausgabe in: Asiatische Philosophie. -- 1 CD-ROM. -- Berlin: Directmedia, 2003. -- (Digitale Bibliothek ; 94). -- S. 563f.]


2.142.2. Wachposten


1a./b. niveśaḥ śibiraṃ ṣaṇḍhe sajjanaṃ tūparakṣaṇam

निवेशः शिबिरं षण्ढे सज्जनं तूपरक्षणम् ।१ क।

[Bezeichnungen für Wachposten:]

  • सज्जन - sajjana n.: Soldatenposten, Wachposten (zu sajjayati: in Bereitschaft setzen)
  • उपरक्षण - uparakṣaṇa n.: Feldwache, Wachposten

Colebrooke (1807): "A sentry or guard."


2.142.3. Truppengattungen


1c./d. hasty-aśva-ratha-pādātaṃ senāṅgaṃ syāc catuṣṭayam

हस्त्य्-अश्व-रथ-पादातं सेनाङ्गं स्याच् चतुष्टयम् ॥१ ख॥

सेनाङ्ग - senāṅga n.: Heeresglied, Truppengattung ist die Vierheit:

  1. हस्ति - hasti m.: Elefant
  2. अश्व - aśva m.: Pferd
  3. रथ - ratha m.: Wagen, Streitwagen
  4. पादात - pādāta m.: Fußsoldat, Infanterist

Colebrooke (1807): "Component part of an army. Four parts are distinguished: horse, foot, elephants and cars ; besides boats, buffaloes, &c."



Abb.: Szene aus dem Mahābhārata-Krieg, Himachal Pradesh, 1803
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4837901611/. -- Zugriff am 2011-04-10. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


"Die Aufgaben der Reiterei sind: Auskundschaftung und Säuberung von Gelände, Lagerplatz für die Nacht und Waldgegenden. Festamzügelhalten auf unebenem Boden, beim Kreuzen von Gewässern (in Furten) und auf AbstürzenA2 (pāta), Abschneidung oder Beschützung von Proviant und Hilfszuzug,6 Sicherstellung und Freimachung des Heeres, in Ausbreitungsverstärkung bestehende Armausstreckung,7 erster Angriff, Eindringen (in die feindlichen Reihen), Wegwirbelung,8 Ausschnaufenlassen, Festfassen, Lösen,9 Wechsel in der Verfolgung eines Weges, Raub eines Schatzes oder eines Prinzen,10 Angriff auf die Nachhut oder die Spitzen (des feindlichen Heeres), Verfolgung der Unterlegenen, Geleiten und Zusammendrängungsarbeit.11

Voranmarschieren,12 Arbeiten an noch nicht hergestellten Wegen, an Nachtlagerungen und Furten, »Armausstreckung«, (richtiges) Stehen, Gehen und Hinabsteigen beim Übersetzen und Hinabsteigen in Gewässer,13 Eindringen in ungünstigen und durch Gedränge beengten Ort, Feueranlegen und löschen, Besiegung eines Teiles,14 Verbinden von Versprengten, Zersprengung des Unzersprengten, Beschützen in misslicher Lage, Niedermachen (des Feindes), Furchteinjagen und Erschrecken, Imposantheit,15 Festfassen, Lösen, Zerbrechen von Wällen, Toren und Türmen und Tragen des königlichen Schatzes, dies sind die Aufgaben des Elefanten.

Deckung der eigenen Truppen, Abwehr des feindlichen Heeres in seinen vier Teilen, Festfassen und Loslassen (Losmachen, Freimachen) in der Schlacht, Verbindung (Wiederzusammenbringen) von Versprengtem und Zersprengung des Unzersprengten, Furchteinjagen, Imposantheit und schreckliches Getöse, das sind die Aufgaben der Streitwagen.

An allen Orten und zu allen Zeiten die Waffen zu führen und die angespannte Betätigung körperlicher Kraft (vyāyāma) sind die Aufgaben der Fußsoldaten.

Das Lager, die Straßen, die Brücken, die Brunnen und die Furten zu säubern, Maschinen, Waffen, Schutzmittel, Werkzeuge und Futter zu befördern und vom Schlachtfeld Angriffs- und Verteidigungswaffen und Verwundete wegzuholen, das sind die Aufgaben der Fronarbeiter.

Der Fürst, der wenig Pferde hat, verwende an den Kriegswagen Rosse und Rinder,16 und ebenso bilde sich der, der wenig Elefanten besitzt, einen Truppenkern aus Eseln, Kamelen und Karren.

Fußnoten

6 Natürlich sollen sie Proviant und Zuzug des Feindes abschneiden, dagegen den für das eigene Heer schützen. Im vorhergehenden muss man wohl bhūmivāsavanavicayo lesen. Vgl. Kām. XX, 5.A6 Oder nicaya von niciketi? Auf jeden Fall ist die Reiterei zum Rekognoszieren und zur Säuberung von Feinden da.

7 Viśuddhisthāpanā balasya wäre also dies, dass die Reiterei dem übrigen Heer vor allem den Rücken und die Seiten freihält, wohl auch, dass sie schwer bedrängte Truppen heraushaut. Prasāravṛddhibāhūtsāra habe ich schon besprochen.A7 Die Reiterei soll also wohl einesteils wegen ihrer Beweglichkeit weiter hinausgreifen und soll abwehren, wie ein ausgestreckter Arm, aber zugleich soll sie dem Heer Ausdehnung und mächtigeres Aussehen verleihen, wie der ausgestreckte Arm die Kraft darstellt. Oder soll man prasāravṛddhir bāhūtsāraḥ lesen und gar übersetzen: »Vorstoßverstärkung, Schutzbedeckung des Fürsten«?A8

8 Sie soll durch raschen Stoß den Feind in seiner Stellung erschüttern oder aus ihr verjagen (vyāvedhana).

9 Sollen die Reiter ihre Pferde auch wieder ausschnaufen lassen und wieder frisch machen? Oder soll die Reiterei anderen Truppen immer wieder Luft schaffen? Dunkel ist auch (fest) Fassen (grahaṇa) und Loslassen (oder: Losmachen, Befreien der bedrängten eigenen Leute), das in den zwei folgenden Sätzen wiederkehrt. Oder heißt das, die Reiter, die Elefantentreiber und die Wagenlenker sollen zur richtigen Zeit zurückhalten und zur richtigen Zeit loslassen, d.h. still stehen (langsam gehen) und losstürmen? Oder: diese Truppengattungen sollen sich darauf verstehen, eine feste Stellung einzunehmen, aber auch sie zu verlassen, je nachdem es am besten ist? Oder: sie sollen zur richtigen Zeit die feindlichen Truppen packen, bezw. loslassen? Raśmigrahaṇa 368, 20 schiene die erste Auslegung zu begünstigen, Zeile 10 auf S. 369 wohl die dritte oder noch eher die zweite. Auf jeden Fall besteht wohl die Aufgabe dieser drei Waffengattungen mehr im ersten Ansturm, im Erschüttern, in der Stoßkraft, während die Dauerarbeit den Fußsoldaten zufällt.

10 Herbeibringen des Schatzes oder des Kronprinzen (als Schutzgeleite)?

11 Samājakarman. Also Zusammenhaltung der eigenen weichenden Truppen. Vielleicht mit durchschimmernder Urbedeutung (co-agere): das Werk der Zusammentreibung? Da sollte dann die Reiterei die feindlichen Haufen zusammendrängen, so dass sie in Unordnung geraten und dass sie bequemer niedergemacht werden können. Oder heißt es Zusammenarbeit mit anderen Truppen? Das wäre recht nichtssagend. Sham. hat das völlig vage concentration. Statt hīnānusāraṇa bietet Kām. dīnānusāraṇa Geleitung, also Beschützung der in Not Geratenen (ihnen überall Nachgehen). Die Verwechslung von h und d haben wir schon gefunden. Also mag ihm dīnānusāraṇa vorgelegen haben. Anuyāna müsste dann Nachsetzen, Verfolgung sein. So hat er es wahrscheinlich auch verstanden; denn er verkoppelt es mit apasaraṇa und Śaṅk. erklärt es mit: bhagnasya parabalasya paścātsaraṇa. Aber anusarati, anusāra usw. kommt wohl öfters in der Bedeutung »verfolgen« vor, so z.B. anusāra Verfolgung auch MBh. X, 1, 5, meines Wissens aber nicht in dem Sinne von geleiten, noch auch anuyāti »verfolgen«.A9

12 Vgl. Kām. XX, 1. Nach Śaṅk. sollen dabei die Elefanten den vom Feinde gesperrten Weg freimachen.

13 Auch Kām. XX, 2 fasst toyataraṇāvataraṇe als Dual. Da wäre aber das gleich folgende zweite avataraṇa ganz überflüssig.

14 Des feindlichen Heeres. Nach Śaṅk. zu Kām. XX, 2 ist ekāṅgavijaya = ekāṅgena vijaya Besiegung des Feindes durch einen Teil (des vierteiligen Heeres), nämlich durch die Elefanten.

15 Audārya. Kām. braucht udāra ziemlich oft in dem Sinn von groß, gewaltig. So auch von einem Laster, einem Aufruhr XV, 67; XVI, 140.

16 Also wohl auch Stiere und Pferde zusammengespannt.A10

A2 Vāta ist richtig und meine Übersetzung von »Festamzügelhalten« bis »Abstürzen« falsch. Gaṇ. sagt, gewiss mit Recht, die folgenden fünf Aufgaben würden hier genannt: 1. viṣamagrahaṇa, 2. toyagrahaṇa, 3. tīrthagrahaṇa, 4. vātagrahaṇa, 5. raśmigrahaṇa. So wäre also zu übersetzen: »(dem eigenen Heere) sichern: eine (dem Feinde) unangreifbare Stellung, (Zugang zu) Wasser, (Zugang zu einer) Furt, (richtigen) Wind, (richtigen) Strahl (der Sonne).« Die eigenen Truppen dürfen weder den Wind und damit den Staub noch die Sonne im Gesicht haben bei einer Schlacht (s. z.B. MBh. VI, 20, 2–8). Viṣama, wörtl. schwierig, schwer zu handhaben, – anzugreifen usw. So auch von Kriegern »schwer zu besiegen« (z.B. in MBh. VIII, 45, 35; Nīl. da duḥkhāsādya). Mithin bezeichnet viṣama 1. ungünstiges Gelände (für das eigene Heer) wie z.B. in 364, 16; 369, 6 usw., 2. wie z.B. hier günstiges. Viṣamastha heißt: auf ungünstigem, gefährlichem Ort weilend (Viṣ. LXXI, 29), in schlimmer Lage seiend (in MBh. V, 26, 9 und anderwärts; andererseits aber auch: in einer schwer oder gar nicht zugänglichen (angreifbaren) Stellung seiend. So schon Wilson und so Kauṭ. 402, 6 (in der Burg befindlich). In MBh. XII, 184, 42 finden wir viṣamasthita ungünstig seiend fürs Hören (gebraucht von Luftverhältnissen). So war ich also wieder einmal dumm und blind. Zu meiner Auffassung vgl. aber z.B. Śiśup. XII, 31.

A9 Gaṇ. erklärt die term. tech. von vyāveśana an so: vyāveśana in das feindliche Heer Eindringen und es dadurch Erschüttern; vyāvedhana Schläge (Wunden, vyadha) verschiedener Art beibringen; āśvāsa den ermattet Niedersinkenden neue Kraft geben (anubaladāna wohl so; in Rām. I, 1, 46 [Schlegel] heißt es Hilfsheer, nicht Nachhut, wie im PW steht; also Zuführen von Hilfskräften?); grahaṇa und mokṣaṇa Packen der feindlichen und Losmachen der eigenen Krieger. Mārgānusāravinimaya kann auch bedeuten: »Vertauschen Machen der Wegverfolgung«, also die Feinde von ihrer Bahn, von der Bedrängung der eigenen Truppen in eine andere Bahn bringen, d.h. in eine andere Richtung treiben. Vgl. rājyavinimayaṃ kārayet er soll (den lebendig gefangenen Feind) sein Reich wegtauschen machen (wohl um sein eigenes Leben). Kaut. 399, 21; 404, 14. So Gaṇ., wenn ich ihn richtig verstehe. Kośakumārābhiharaṇa erklärt er wie ich im Text; jaghanakoṭyabhighāta als Angriff auf den hinteren Teil und auf die Flügel des feindlichen Heeres; samājakarman wie ich in 575, 39.

A8 So liest Gaṇ. Seine Auslegung von prasāravṛddhi halte ich für falsch; bāhūtsāra ist nach ihm: wie mit Armen die Feinde an den Seiten des eigenen Heeres Wegtreiben (utsāraṇa).

A10 Hier Gaṇ.'s Auslegung: puroyāna wie ich (deutlicher wäre »Vorausmarschieren«); toyataraṇāvataraṇe (als Dual) Gewässer kreuzen und in sie hinabsteigen, um die Tiefe zu messen; sthānagamanāvataraṇa beim feindlichen Angriff in der Reihe feststehen, den Weg fortgehen und von höherem Ort hinabsteigen; ekāṅgavijaya wie Śaṅk.; vibhīṣikā durch den bloßen Anblick Furcht einjagen; trāsana durch ihr Gebahren erschrecken; audārya wohl wie ich (sainyamahattva). Er liest kośavāhanāpavāhanam Befördern und Wegbringen (Retten) des königlichen Schatzes. Nun muss man toyataraṇāvataraṇe doch wohl als Dual auffassen. Aber Gaṇ.'s Glosse klingt allzu unwahrscheinlich. Dass die Elefanten als Mittel gebraucht wurden, über Gewässer hinüberzukommen, haben wir wiederholt vernommen (292, 19; 363, 10; s. Zusatzanm. zu 567, 25). Also übersetze ich jetzt: »Armausstreckung«, Kreuzenhelfen von Gewässern und Hinabbringen (von Soldaten usw. an tiefer gelegene Orte), Stehen, Vorwärtsgehen und Hinabsteigen (wie es von ihnen verlangt wird), Eindringen usw. wie oben. Da wäre freilich toyatāraṇāvatāraṇe das Natürliche. Wegen der Aufgaben der Elefanten und der Pferde vgl. neben Kām. XX, 1ff. auch Nītiv. 83, 6 – 84, 3; wegen der Kampfbetätigung der verschiedenen Truppenarten Kauṭ. 372, 12ff. (Übers. 582, 9ff.)."

[Quelle: Kauṭilya: Das altindische Buch vom Welt- und Staatsleben : das Arthaśāstra des Kauṭilya / [aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von] Johann Jakob Meyer [1870-1939]. -- Leipzig, 1926. -- Digitale Ausgabe in: Asiatische Philosophie. -- 1 CD-ROM. -- Berlin: Directmedia, 2003. -- (Digitale Bibliothek ; 94). -- S. 575f.]

"An army was said to be composed of four parts, viz. elephants, horses, chariots and foot-soldier; (caturāṅga bala). Kām. XVIII. 24 says that bala is sixfold, viz. the four sections of infantry, cavalry, chariots and elephants together with mantra (line of policy) and kośa (treasury). In Śānti. 103. 38 the army is said to have six aṅgas (the well- known four plus kośa and roads for traffic). According to Kauṭilya (II. 2, VII. 11) and Kām. XIX. 62 the destruction of the enemy's forces and victory depended on elephants. Śāntiparva (100. 24) says that an army in which the infantry predominates remains firm and that cavalry and chariots are all right when there is no rain. Śānti (59. 41-42) enumerates eight elements of the army viz. the well-known four (elephants etc.), viṣṭi (labourers or porters who gave free labour and were only fed but were paid no wages ), boats, spies, and guides (deśika). Vide Śānti 121. 44 also.

[...]

Vast armies were kept by ancient kings and emperors. When Śatrughna started against the demon Lavaṇa he had an army of 4000 horses, 2000 chariots and 100 elephants with him ( Rāmāyana VII. 64. 2-4 ). In the Daśakumāracarita VIII the cynical jester Vihārabhadra reminds his master that the latter had 10000 elephants, three lakhs of horse and numberless foot-soldiers (B.S.S. p. 133, of ed. of 1919 ). Megasthenes (in Fragment XXVII p. 68) speaks of the camp of Sandrakottos (Candragupta Maurya ) that had 400000 men, notes (in Fragment LVI) that the king of Palibothra had in his pay a standing army of six lakhs of foot-soldiers, 30000 cavalry and 9000 elephants ( p. 141, McCrindle ), that the king of Horatae (Surāṣṭra) had 150000 foot-soldiers, 5000 cavalry and 1600 elephants (ibid p. 150) and that even the Pāṇḍyan kingdom ruled by women had 150000 foot and 500 elephants (ibid. p. 147 ). Vide Beal's 'Buddhist Records &c.' vol. I. p. 213 for the armies collected by Harṣa in his march against the murderer of his elder brother (viz. 5000 elephants, 2000 horse and 50000 foot-soldiers ) and the vast armies that he had after six years of conquest viz. 60000 elephants and 100000 cavalry. In the Āśvamedhikarparva ( 60. 14-20 ) it is narrated that when Droṇa assumed the post of commander-in-chief the Kaurava army had been reduced to 9 akṣauhiṇīs from eleven, that only five were left when Karṇa became Senāpati and the Pāṇḍavas had then only three left and under Śalya's command there were only three akṣauhiṇīs and the Pandavas could oppose to him only one. In reply to a question from Dhrtarastra Yudhisthira states that in the great war the total number of warriors killed in battle came to the colossal figure of 1660020006 (Strīparva 26. 9 ). The Udyogaparva gives ( 155.24-26 ) the following table for an akṣauhiṇī: 500 elephants, 500 chariots, 1500 cavalry and 2500 foot-soldiers constituted an army called senā, 10 senās= pṛtanā, 10 pṛtanās=vāhinī, 10 vāhinīs=dhvajinī, 10 dhvajinīs = camū and 10 camūs=akṣauhiṇī. The Kauravas had eleven aksauhiṇīs and the Pandavas had 7. If we take the table in Ādi 2. 19-22 one akṣauhiṇī contained 21870 elephants, the same number of chariots, 65610 horses and 109350 foot-soldiers. But if the other tables be followed then the numbers may be much larger still. Another table furnished by Udyogaparva 155. 28-29 is: 55 men constituted patti, 3 pattis = senāmukha or gulma, 3 gulmas = gaṇa and there were ayutas (10 thousands)  of gaṇas in the army of the Kauravas. The Ādiparva ( 2.19-22 ) differs from both tables in some respects. The Udyogaparva 155. 22 further notes that each horseman was surrounded by ten men as attendants (nara daśa hayaśs cāsan pādaraksāḥ samantataḥ). Though throughout the centuries the infantry was theoretically and in practice more numerous than cavalry, not much importance seems to have been attached to them as compared with chariots or horsemen. The lexicon called Vaijayantī says that patti consists of three horses, five foot-soldiers, one chariot and one elephant, that three pattis are equal to senāmukha and that senāmukha, gulma, gaṇa, vahinī, pṛtanā, camū, anīkinī represent each three times as many as the preceding one and that 10 anīkinīs are equal to an akṣauhinī. The Nītiprakāśikā gives a table of groups from patti to akṣauhiṇī and remarks that each of these groups had in turn numerous supporting men e. g. each elephant was followed by a hundred horsemen and a thousand foot-soldiers and each horseman was supported by a thousand foot-soldiers ( VII. 3-10 ). Manu VII. 192 refers to battles on water also.

[...]

The Śukranītisāra (II. 140-148) mentions another method of grouping the army. Five or six foot-soldiers made a patti over which there was an officer called pattipa, over 30 pattipālas there was the gaulmika, over 100 gaulmikas was the officer called śatānīka who had as his assistants an officer called anuśatika, a senānī and a lekhaka (scribe ); the officer over twenty elephants or horses was called nāyaka ( compare modern " naik "). Each of these officers should have a distinctive badge indicative of their position. Ayodhyā 100. 32 ( = Sabhā 5. 48 ) asks: ' I hope you give at the proper time pay and rations to your soldiers according to their deserts and do not delay payment Both Nār. (sambhuya-22) and Bṛ. state that among persons who work for hire the best is the soldier. The Mānasollāsa (II. 6. 566-569 p. 80) describes that the chiefs of the hereditary army should always be honoured by the king with presents of jewels, ornaments, costly clothes and sweet words and sumptuous provision for their maintenance should be made by bestowing on them a village, or two or more villages and heaps of gold, while hired soldiers should be paid every day or every month or once in three, four or six months or once in a year according to the needs of the king.

Megasthenes ( Fragment XXXIV p. 88 ) describes the organization of the Indian army: ' A third governing body directs military affairs, of which there were six divisions with five members to each. One co-operates with the admiral of the fleet, another with the superintendent of bullock trains, the third division has charge of foot-soldiers, the fourth of horses, the fifth of war chariots and the sixth of elephants.'

[...]

Śukra lays down certain practical rules about the army (IV. 7. 379-390 ). He says that the soldiers should be encamped outside the town or village but not far from it, that no money-lending should be allowed between the soldiers and the village people, that the king should open separate shops for goods required by soldiers, that no army should be encamped at one place for more than a year, that soldiers should not enter the village without the king's permission, that receipts should be taken from soldiers for payments made to them and they should be furnished with a writing about their pay. Some of these rules are very old. The Udyogaparva 37. 30 mentions among persons with whom no contractual transactions should be entered into, the king, the king's servants and soldiers."

[Quelle: Kane, Pandurang Vaman <1880 - 1972>: History of Dharmaśāstra : (ancient and mediaeval, religious and civil law). -- Poona : Bhandarkar Oriental Research Institute. -- Vol. IV. -- 2. ed. -- 1973. -- S. 202 - 207.]


2.142.4. Elefant


2. dantī dantāvalo hastī dvirado 'nekapo dvipaḥ
mataṅgajo gajo nāgaḥ kuñjaro vāraṇaḥ karī
3a./b. ibhaḥ stamberamaḥ padmī
yūthanāthas tu yūthapaḥ

दन्ती दन्तावलो हस्ती द्विरदो ऽनेकपो द्विपः ।
मतङ्गजो गजो नागः कुञ्जरो वारणः करी ॥२॥
इभः स्तम्बेरमः पद्मी यूथनाथस् तु यूथपः ।३ क।

[Bezeichnungen für Elefant:]

  • दन्तिन् - dantin m.: der besondere Zähne (näml. Stoßzähne) hat
  • दन्तावल - dantāvala m.: der Zahnige
  • हस्तिन् - hastin m.: der eine besondere Hand (näml. Rüssel) hat
  • द्विरद - dvirada m.: der zwei (Stoß-)zähne hat
  • नेकप - anekapa m.: der mehrfach trinkt (nämlich in einzelnen Schlücken)
  • द्विप - dvipa m.: der zweimal trinkt (zuerst mit dem Rüssel, dann mit dem Mund)
  • मतङ्गज - mataṅgaja m.: Elefant
  • गज - gaja m.: Elefant
  • नाग - nāga m.: Nackter (weil er kein Fell hat), Elefant, Schlange
  • कुञ्जर - kuñjara m.: Elefant
  • वारण - vāraṇa m.: Abwehrer, Elefant
  • करिन् - karin m.: der eine besondere Hand (näml. Rüssel) hat
  • इभ - ibha m.: Hausgenossenschaft, Elefant
  • स्तम्बेरम - stamberama m.: sich an Grasbüscheln erfreuend, Elefant
  • पद्मिन् - padmin m.: "Lotusblütiger", gefleckter Elefant

Colebrooke (1807): "An elephant."


Siehe auch Vers 27a/b.


Vgl.


Abb.: Einbandtitel

Zimmer, Heinrich <1890 - 1943>: Spiel um den Elefanten : ein Buch von indischer Natur. -- Neuausgabe [Erstausgabe 1929]. -- Düsseldorf [u. a.] : Diederichs, 1976. -- 213 S. : Ill. ; 20 cm.


दन्तिन् - dantin m.: der besondere Zähne (näml. Stoßzähne) hat ; दन्तावल - dantāvala m.: der Zahnige


 
Abb.: दन्ती । Bandipur National Park - ಬಂಡಿಪುರ ರಾಷ್ಟ್ರೀಯ ಉದ್ಯಾನವನ, Karnataka
[Bildquelle: Kunal Mukherjee. -- http://www.flickr.com/photos/redlinx/3165535371/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, share alike)]


Abb.:
 दन्तावलः । Sri Lanka
[Bildquelle: Dennis S. Hurd. -- http://www.flickr.com/photos/dennissylvesterhurd/37383705/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


द्विरद - dvirada m.: der zwei (Stoß-)zähne hat



Abb.: द्विरदः । Mudumalai Wildlife Sanctuary - முதுமலை வனவிலங்கு காப்பகம், Tamil Nadu
[Bildquelle: haRee. -- http://www.flickr.com/photos/hb2/109216612/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


हस्तिन् - hastin m.: der eine besondere Hand (näml. Rüssel) hat ; करिन् - karin m.: der eine besondere Hand (näml. Rüssel) hat



Abb.: हस्ती । Varkala - വര്‍ക്കല, Kerala
[Bildquelle:
Virginie De Bel Air. -- http://www.flickr.com/photos/virginied/5418834254/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


Abb.: हस्ती । Badender Elefant, Chitwan National Park - चितवन राष्ट्रिय निकुञ्ज, Nepal
[Bildquelle: Andrew White. -- http://www.flickr.com/photos/apwhite/1805882036/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]

 
Abb.: करी । Thailand
[Bildquelle: AlexanderKlink / Wikipedia. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


नेकप - anekapa m.: der mehrfach trinkt (nämlich in einzelnen Schlücken)



Abb.: अनेकपाः । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: S Baker. -- http://www.flickr.com/photos/sarahbaker/211749827/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


द्विप - dvipa m.: der zweimal trinkt (zuerst mit dem Rüssel, dann mit dem Mund)



Abb.: द्विपः । Chitwan National Park - चितवन राष्ट्रिय निकुञ्ज, Nepal
[Bildquelle: Mandy. -- http://www.flickr.com/photos/amanderson/2420198291/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


Abb.: द्विपः । Kerala
[Bildquelle: Iain and Sarah. -- http://www.flickr.com/photos/sarahandiain/3137962394/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


नाग - nāga m.: Nackter (weil er kein Fell hat), Elefant, Schlange



Abb.: नागः । Laufender Elefant (animated gif)
[Bildquelle:
Eadweard Muybridge / Wikimedia, 1884. -- Public domain]


Abb.:
नागः । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: Petr Kosina. -- http://www.flickr.com/photos/clobrda/2836629308/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


वारण - vāraṇa m.: Abwehrer, Elefant



Abb.: वारणः । Kriegselefant, Hampi -
ಹಂಪೆ, Karnataka
[Bildquelle:
ૐ Dey Alexander ૐ. -- http://www.flickr.com/photos/dey/2864205/. -- Zugriff am 2011-04-18. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


Abb.: वारणाः। Akbar (جلال الدین محمد اکبر) durchquert den Ganges, ca. 1600


Abb.: वार्णौ । Elefantenkampf, Karnataka, Anfang 17. Jhdt
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4837625289/. -- Zugriff am 2011-04-10. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


स्तम्बेरम - stamberama m.: sich an Grasbüscheln erfreuend, Elefant



Abb.:
स्तम्बेरमः । Kabini - ಕಬಿನಿ, Karnataka
[Bildquelle: bluemoondream. -- http://www.flickr.com/photos/bluemoondream/2985984247/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


मतङ्गज - mataṅgaja m.: Elefant



Abb.: मतङ्गजः । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: Petr Kosina. -- http://www.flickr.com/photos/clobrda/2835793877/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


गज - gaja m.: Elefant



Abb.: गजाः । Mamallapuram - மாமல்லபுரம், Tamil Nadu, 7./9. Jhdt n. Chr.
[Bildquelle: Nick Leonard. -- http://www.flickr.com/photos/jungle_boy/222117157/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


कुञ्जर - kuñjara m.: Elefant



Abb.:
कुञ्जरः । Unter dem Elefanten gehen, bringt Glück, Kataragama - කතරගම - கதிர்காமம் , Sri Lanka
[Bildquelle: Dhammika Heenpella. -- http://www.flickr.com/photos/photosofsrilanka/4558454384/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


इभ - ibha m.: Hausgenossenschaft, Elefant



Abb.: इभाः । Tempelelefanten, Kerala
[Bildquelle: MKChandran. -- http://www.flickr.com/photos/mkchandran/265871714/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


पद्मिन् - padmin m.: "Lotusblütiger", gefleckter Elefant



Abb.: पद्मी । Elefant in Kerala (der Elefant ist trainiert, sich nicht zu bewegen, wenn der Stab an ihm lehnt)
[Bildquelle: आलोक / Wikipedia. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, share alike)]


Einunddreißigstes Kapitel (48. Gegenstand). Der Elefantenaufseher.

Der Elefantenaufseher hat zu sorgen für die Hut des Elefantenwaldes, für die Herrichtung von Ställen, Ständen und Lagern, für die Bestimmung und das Maß des Beifutters und des Grünfutters der einzugewöhnenden und der arbeitstauglichen Elefanten, Elefantinnen und Elefantenjungen, für ihre Anstellung zu den Arbeiten, für die bei ihrer Fesselung (und Schirrung) nötigen Geräte, für ihre Ausrüstung zur Schlacht1 und die Schar der Ärzte, Trainierer und Wärter.

Den Stall soll er aufrichten lassen an Höhe, Breite und Länge doppelt so groß wie die Länge eines männlichen Elefanten, um die Stände für die Elefantenkühe vermehrt,2 mit einer Vorhalle, von wagerechten Balken zusammengehalten,3 mit der Vorderseite nach Osten oder nach Norden gerichtet.

Den (einzelnen) Stand soll er folgendermaßen anlegen lassen: so lang wie ein Elefant, viereckig, mit einem glatten Pfosten zum Anbinden und glatten Bohlen (am Boden) innen drinnen,4 mit einer Vorrichtung für die Harn- und Kotentleerung.5 Dem Stande gleich das Lager, (erhöht) die eine Hälfte als Kopfende.6

In der Burg (ist der Stall) für die Streitelefanten, draußen für die zu zähmenden und die tückischen.

Das erste und das siebente Achtel des Tages sind die zwei Zeiten für das Baden, darauf die der Fütterung. Am Vormittag ist die Zeit zur körperlichen Betätigung und Übung; der Nachmittag ist die Zeit zur Wiederherstellung.7 Zwei Teile der Nacht sind die Zeit für den Schlaf, der (übrige) dritte Teil ist die Zeit für das Niederlegen und Aufstehen.

Im Sommer ist die Zeit zum Einfangen (der wilden Elefanten).8

Der zwanzigjährige soll gefangen werden. Das Elefantenkalb, der noch täppische (mūḍha), der zahnlose, der kranke, die trächtige und die säugende Elefantenkuh dürfen nicht eingefangen werden.9 Was die Größe anlangt, sieben Ellen (aratni, also 101/2 Fuß) die Höhe, neun die Länge, zehn der Umfang und vierzig Jahre alt, das ist der vorzüglichste. Der dreißigjährige der mittlere. Der fünfundzwanzigjährige der geringe.

Die Futterration ist bei diesen zweien je um ein Viertel geringer.

Auf den Elefanten von sieben Ellen kommt ein droṇa Körner, ein halbes āḍhaka Sesamöl, drei prastha Schmelzbutter, zehn pala Salz, 50 pala Fruchtfleisch (māṃsa, Fleisch?), ein āḍhaka Saft (von Zuckerrohr oder Früchten) oder zweimal soviel saure Milch, die feste Nahrung anzufeuchten, zehn pala Zucker und ein āḍhaka Rauschtrank (= 11/2 quart) oder doppelt soviel süße Milch (payas) als Krafttrank; den Körper zu begießen, ein prastha Sesamöl, der achte Teil (eines prastha Sesamöls) je für den Kopf und für die Leuchte (im Stall); zwei und eine viertel »Tracht« (bhāra) Grünfutter und dritthalb Trachten getrocknetes Gras und unbestimmt viel Stengelwerk.10

Dem Elefanten von sieben Ellen steht an Futter gleich der von acht Ellen, ein überaus wilder Gesell. Je nach ihrer Größe die übrigen,A1 der von sechs Ellen und der von fünf Ellen.

Milch und Grünfutter bekommt das Elefantenkalb und mag zum Spielzeug eingefangen werden.

Von angeborener Röte, gut gepolstert, mit glatten und glänzenden Seiten,11 ebenmäßig in der Gurtgegend, das Fleisch überallhin verteilt,12 das Rückenbett eben und mit muldenförmiger Einsenkung – das sind die Rassenschönheiten (d.h. die Vorzüge von Rassentieren, wörtlich etwa: die Glanzdinge.13

Je nach dem Rassenvorzug soll er den edlen, den langsamstumpfen und den »Wildelefanten«, ebenso das Tier von gemischten Besonderheiten zu körperlicher Kraftbetätigung in den verschiedenen Arbeiten anstellen, oder auch nach Maßgabe der Jahreszeit.14

Fußnoten

1 So ist nach 138, 14 wahrscheinlich zu übersetzen. Sonst wäre wohl möglich: »für ihre Ausbildung und Herrichtung zum Kampf, ihren Schmuck«, ebenso wie vorher 134, 18–19 an sich auch anginge: »die Eingewöhnung usw. für die Schlacht und die Ausrüstung der Pferde und der Wagen«.

2 Dem Ausdruck nach näher, der Sache nach ferner stünde: »hinausragend über, d.h. größer als der Standort für die Elefantenkühe«. Männliche und weibliche Elefanten werden in demselben Stall gewesen sein, nur voneinander gesondert wie Hengste und Stuten.

3 Kumārī ist nach Bhaṭṭ. eine tulā, die auf den Pfosten zum Anbinden des Elefanten gelegt ist. Danach hat man bisher in kumārīsaṃgraha eine Vorrichtung zum Anbinden gesehen. Es hieße da wörtlich: eine kumārī-Zusammenstellung, ein Gestell mit kumārī. Aber der Stand des einzelnen Elefanten kommt erst im folgenden Satz zur Sprache. Erst da ist natürlich der Ort für die Anbindevorrichtung. Und so hat Kauṭ. dort auch wirklich ālāna. Wertvoll aber ist die Mitteilung, kumārī sei eine tulā. Dies schon besprochene Wort bedeutet Wagbalken, wagerechter Balken, wohl auch Balkengerüst. Dies letzte vielleicht auch hier. Es steckt wohl auch in kumārīpura 54, 2: ein Haus mit Querbalken (oder mit Balkengerüst).

4 Für -āntarakaṃ ist aber wohl gemäß der Parallelstelle 132, 9 -āstarakam zu lesen. Also wahrscheinlich besser: »mit glatten Bohlen als Bodenbedeckung«.

5 Vgl. 132, 9–10 und lies mūtrapurīṣotsargaṃ sthānaṃ (oder -otsargasthānaṃ sthānaṃ), obschon auch Gaṇ. denselben Text bietet wie Sham.

6 Diese Übersetzung ist unsicher. Wörtlich: »mit Hälftekopfende«, d.h. ein Kopfende habend, das in der Hälfte (des Lagers) besteht. Apāśraya = śirobhāga eines Bettes steht Daśak. 100, 6. Sonst heißt apāśraya gewöhnlich Zuflucht, Rückhalt. So 266, 4 und sonst bei Kauṭ., dann wohl ein Geländer 232, 13. Bhaṭṭ.'s Bemerkung zu unserer Stelle bedeutet wohl, wie ich erst nachträglich sehe, »eine erhöhte Seite, 41/2 hasta lang, habend«. Der Normalelefant (»beste Elefant«) ist nämlich 9 hasta lang, wie wir hören werden. Sham. hat also den Bhaṭṭ. ebenso missverstanden wie ich bisher, wenn er übersetzt: »provided with a platform to half the hight of an elephant for leaning upon«. Bhaṭṭ. versteht mithin den Ausdruck ebenso wie ich. Völlig natürlich wäre: »mit einem Halbgeländer versehen«, sei dies nun ein halb herumgehendes Geländer oder, was sich wohl mehr empfiehlt, eins halb so hoch wie der Elefantenstand.

7 Auch Gaṇ. hat pratipānakālah. Aber es kann kaum richtig sein. Denn pratipāna heißt bei Kauṭ. »Kräftigungstrank«, wie schon dargelegt worden ist, nicht »Tränke«. Auch wäre es sonderbar, wenn der Elefant den ganzen Nachmittag »for drink« brauchte. Aus der von mir vermuteten Lesart prātipādana kann leicht pratipāna entstanden sein, nicht aber umgekehrt. Pratipādayati bedeutet bei Kauṭ. to set up (a king) 16, 11 ff. und öfters; jemand zur Einwilligung bringen, überreden (z.B. 36, 15); befriedigen, entschädigen, zurückgeben, bezahlen, also: wieder in sein ursprüngliches Verhältnis setzen 149, 20; 175, 6. Pratipādana »das Anwenden« kommt nun zwar auch vor (MBh. III, 173, 74). Also vyāyāma Einübung und pratipādana die Anwendung des Gelernten (vgl. Bhaṭṭ. zu 137, 10)? Aber vyāyāma hat bei Kauṭ. meistens den Sinn: »Betätigung der körperlichen Tüchtigkeit«, kaum aber: »Einlernung, Aneignung einer Fertigkeit«. Wie ich eben erst sehe, hat Sham. in der zweiten Textausgabe wirklich die var. lect. pratipādana unter dem Text und statt pāna 132, 14 pādana. Dies dann statt pratipādana: »(Für die Stute, die geboren hat), einen prastha Grütze und Wiederherstellung durch Öl und Arznei zehn Tage lang«?

8 Weil da die Elefanten wegen der Hitze schwächer sind, sagt Gaṇ. Wohl auch, weil das ihnen so unbedingt nötige Wasser allzusehr fehlt.

9 Man muss wohl dhenukā hastinī als einen Begriff fassen. Denn wir hören doch oft von gefangenen weiblichen Elefanten; auch ließe sich schon von vornherein nicht denken, dass nur die Elefantenbullen genommen worden wären. Gaṇ. hat also, obwohl dhenukā allein hinzureichen schiene für die Säugerin, jedenfalls Unrecht, wenn er die zwei Wörter auseinanderreißt. Mūdha »der noch täppische« ist wohl = mugdha. Nach Sham.'s Übersetzung zu urteilen, kommt dieses als varia lectio vor. Aber auch Gaṇ. hat mūdha, das an und für sich eher ein brünstiger oder Mustelefant sein dürfte. Aber Bhaṭṭ. sagt: »einer mit Zähnen so groß wie die der Elefantenkuh«, also ein noch zu junges Tier. Mit matkuṇa vgl. makvaṇa. Vielleicht ist dies die ursprüngliche Form und das makhuṇa von C die prakritische Übergangsform zu einer falschen Sanskritisierung, d.h. zu matkuṇa.

10 Für kaḍaṅkara hat das PW nur Spreu, Monier- Williams »Stroh, die Stengel verschiedener Hülsenfrüchte«. Ob aber der Elefant Spreu oder Stroh mag? Man vermisst das Baumgezweige, das der wilde Elefant in solchen Mengen verschlingt, und begrüßt freudig Gaṇ.'s Erklärung, es bedeute »Zweigspreu« d.h. Baumschossen usw. Große Schwierigkeit macht der Anfang dieses Abschnittchens. Auch Gaṇ. liest einfach: aratnau taṇḍuladroṇaḥ, d.h. »Auf jede Elle (der Höhe des Elefanten) kommt ein droṇa Körner«. Da bekäme der von sieben Ellen also sieben droṇa. Das Pferd bekommt zwei droṇa und dreimal weniger Gras und Heu als der Elefant So wäre das beliebte symmetrische Verhältnis gut gewahrt. Nun glaube ich, dass soviel Körner nicht natürlich wären für den Elefanten und dass ein droṇa völlig genügte. Aber wie hätte der hochgeehrte »Schlachtenentscheider«, so verkürzt werden dürfen! Also muss man es vielleicht bei den sieben droṇa lassen. Dann aber ginge es regelrecht weiter: »(Auf jede Elle ein droṇa Körner), ein halbes āḍhaka Sesamöl, drei prastha Schmelzbutter usw.«. So fräße solch ein Ungetüm täglich schon an die 700 Pfund Heu und Grünfutter, sogar wenn die »Tracht« nur 20 Pfund sein sollte, ja nach Gaṇ.'s Auffassung des Textes sogar noch 350 Pfund »junges Gras« dazu! Es führte sich etwa neun Quart Schmelzbutter, dieses kostbarsten aller »Säfte«, zu Gemüte! Es söffe ungefähr zehn Quart Likör! »Muss so ein königlicher Elefant aber Sorgen haben«, ruft man da in der Erinnerung an Wilhelm Busch. Also wird man sich, falls man nicht saptāratnau annimmt, wohl zu dem sprachlichen Ruck bequemen müssen, den es verursacht, wenn man übersetzt: »Auf die Elle je ein droṇa Körner (Reiskörner), dann (überhaupt für den sieben Ellen hohen Elefanten) ein halbes āḍhaka Sesamöl« usw. Wenn es aber dann im nächsten Satz heißt: »Dem Elefanten von sieben Ellen steht an Futter gleich«, so ist das ein starker Hinweis darauf, dass man saptāratnau statt aratnau lesen sollte. Dies habe ich also eingesetzt.

11 Wörtlich: »mit gesalbten Seiten«.

12 Mit C, Bhaṭṭ. und Gaṇ. ist vyatikīrṇa- zu lesen.

13 Nach Gaṇ.'s Erklärung hätten wir hier eine in sieben Stufen verlaufende Entwicklungsgeschichte des Elefanten. Im ersten Stadium ist das Tier nur Haut und Knochen mit hinzukommendem Blut (upajātarudhira!), im zweiten bedecken sich die Knochen mit ein bisschen Fleisch (praticchanna), und so geht die Sache allmählich weiter, bis im siebenten das Tier seine völlige Rundlichkeit erreicht hat. Als Fötusentwicklung wäre das gewiss ein Widerspruch auch gegen die indische Lehre. Es muss also wohl der Elefant von seiner Geburt an gemeint sein. Aber 1. ist nur soviel richtig, dass neugeborene Wesen etwas mager zu sein pflegen, 2. haben die alten Inder wohl kaum gewusst, wie ein frischgeborenes Elefantenkalb aussieht; denn sie züchteten die Tiere nicht, ja nach Gaṇ. fingen sie die Weibchen gar nicht ein, 3. wäre es gar zu seltsam, wenn uns Kauṭ. hier so eine Belehrung auftischte, 4. werden ja im Schlussvers die Elefanten all dieser vermeintlichen sieben Stufen (śobhā!) zum Arbeiten angestellt!

14 Oder: »die Elefanten von der Bhadrarasse und der Mandrarasse«. Vgl. aber 133, 18. Dort ist bhadra das edelfromme Pferd im Gegensatz zum sehr feurigen und zum langsamen (manda). Lies mṛgaṃ, obwohl auch Gaṇ. mṛga- hat. Da saṃkīrṇa besonders von der Blutvermischung, der Bastardzeugung, gebraucht wird, so muss wohl diese vierte Art Elefant aus der Kreuzung der beiden anderen entstanden sein. Vgl. 297, 9 ff., wo die zwei Arten: der śūra und der kuṇṭha einander gegenübergestellt werden. Statt mandraṃ hat Sham. in der zweiten Textausgabe die var. lect. mandaṃ »den langsamen« was im Hinblick auf 133, 18 und auch sonst viel für sich hat. Vgl. die Nachträge.A2

A1 Yathāhastam muss bedeuten: je nach ihrer Größe, dem Maßverhältnis entsprechend (wörtl. »je nach ihrem Rüssel«?). »Je nach den hasta ihrer Höhe«, wie Gaṇ. meint, geht nicht; denn Kauṭ. gibt die Höhe ja nicht in hasta, sondern in aratni an.

A2 Zu den im PW. angeführten Stellen vom mṛga oder »Wildelefanten«, käme Mall.s Glosse zu Śiśup. V, 49 hinzu. Da Kauṭ. mṛga für »Elefant« überhaupt gebraucht (297, 7, wohl auch 50, 4; vgl. miga Elefant, Jāt. II, 48f.) so heißt mṛgaṃ saṃkīrṇaliṅgam vielleicht einfach: das Tier (der Elefant) mit den Merkmalen des Bastards, und möchte man fragen, ob nicht möglicherweise diese dritte Art des Elefanten dem Missverständnis des Wortes mṛga ihr Dasein verdankt. Freilich hat Kauṭ. auch bei den Pferden die drei Temperamente: tīkṣṇa feurig, wild, bhadra edelfromm und mandra oder manda langsam, faul. Auch in Rām. I, 6, 25; Śukran. IV, 7, 68ff. finden wir die vier Arten: bhadra, mandra, mṛga und miśra. Vom mṛga heißt es: »Hals, Stoßzähne, Ohren und Rüssel sind dünn, groß das Auge, sehr kurz, Lippe und Penis; der mṛga ist ein Zwerg.« Der bhadra misst sieben Ellen in der Höhe, acht in der Länge, die zwei folgenden nehmen in beiden je um eine Elle ab. Im miśra kommen Eigenheiten von allen drei anderen Arten zusammen. Śukran. IV, 7, 73ff.

Acht verschiedene Elefantenrassen, genannt nach dem jeweiligen mythischen Elefantenurvater, haben wir in MBh. VII, 121, 24ff. und in Nīl.'s Glossen. Nīl. führt Verse an zur Beschreibung jeder der acht Arten. Unter ihnen scheint dem MBh. besonders der an erster Stelle genannte aus dem Geschlecht des Añjana als kampfgewaltig zu gelten (VII, 112, 16–19). Sehr geschätzt ist auch der padmin der Lotosfleckige (?), der vielleicht mit dem Elefanten aus dem Geschlecht des Mahāpadma identisch ist. Übrigens scheint es z.B. nach MBh. IX, 20, als ob der Elefant das Kampftier namentlich der nördlichen Völker, wie z.B. der als Mleccha geltenden Śālva, sei, obschon auch die Arierhelden sich gelegentlich sein bedienen. Ihr Tier ist das Pferd, und zwar vor allen als Zugtier des Streitwagens; und wird der Elefant als dem Adeligen (rājanya) zugeeignet, mithin dem Brahmanen nicht zukommend hingestellt, so geschieht dies wegen seiner Kostbarkeit und Kriegsverwendung. MBh. XIII, 102, 13. vgl. K. XIV, 100, 91f.; 103, 73. Laut Śukran. IV, 2, 203ff. kosten besonders vorzügliche Elefanten 2000 niṣka. »Ein niṣka aber ist = 4 māṣa Gold.«
 

Zweiunddreißigstes Kapitel (Fortsetzung des 48. Gegenstandes). Die Behandlung1 der Elefanten beim Elefantenaufseher.

Die Gruppen (von Elefanten) in Hinsicht auf die Arbeit sind vier: der zu zähmende, der Kriegselefant, der Reitelefant, der tückische.

Dabei ist der zu zähmende von fünferlei Art:

  1. der, dem man sich auf den Rücken setzen darf,
  2. der, der sich ruhig anbinden lässt,
  3. der, der im Wasser geht,
  4. der, der einen Absturz hinuntergeht,
  5. der, der zu einer Herde geht.2

Die Anfangstrainierung (upavicāra) dieses (zu zähmenden Elefanten) ist Elefantenkälberwerk.3

Der Kriegselefant (sāṃnāhya) wird auf eine siebenfache Ausbildungsart eingeübt:

  1. Ruhigstehen (einerlei, welche Schrecknisse da sind),
  2. Sichwenden,
  3. Drauflosmarschieren,
  4. Tötung und Zermalmung,
  5. Kampf gegen Elefanten,
  6. Ansturm gegen die feindlichen Stadtmauern,
  7. Kampf in der Schlacht.

Die Anfangstrainierung dazu ist: das Gurtwerk (Gewöhnen an den Gurt), das Kettenwerk (Gewöhnen an die Halsketten) und das Herdenwerk.4

Achterlei Dinge versteht der Reitelefant:

  1. er geht richtig,
  2. er lässt sich nach Elefantenart reiten,
  3. er trabt,
  4. er geht unter allen Umständen vorwärts,
  5. er gehorcht einem Stock,
  6. er gehorcht dem Stachel,
  7. er gehorcht auf das bloße (Wort oder Zeichen),
  8. er dient zum Jagen.5

Die erste Ausbildung für ihn ist: er muss an das Neue gewöhnt werden, er muss in dem geübt werden, worin er minderwertig ist, er muss gedrillt werden, auf Zeichen hin etwas tun.6

Der tückische Elefant ist nur einer Ausbildungsart zugänglich. Seine erste Trainierung lautet: er ist einzig mit Gewalt in Hut zu halten. Er hat

  1. eine argwöhnische Scheu vor der Arbeit,
  2. ist gleich feindselig gekränkt,
  3. von bösem Wesen,7
  4. immer von Must erfasst,
  5. hat die Entschlüsse eines von Must Erfassten, und
  6. aus dem Must entspringen seine Entschlüsse.

Der für die Ausbildung ganz verlorene Tückische ist:

  1. der rein natürliche,
  2. der »fromme«,
  3. der bösartige und
  4. der von allen Schlechtigkeiten verdorbene.8

Die Fesseln und die (übrigen) Geräte für die Elefanten werden von den Elefantenabrichtern bestimmt. Pfosten, Halsketten, Gurt, Fußfesseln, Fußschellen, mindere (uttara, weitere, untergeordnete) Fesseln usw. dienen zur Fesselung. Elefantenhaken, Rohrstab, mechanische Vorrichtungen usw. sind die Lenkausrüstung. Vaijayanfī, der Kranz aus halbmondförmigen Metallblättchen,9 Decke, Schabracke (kufhā) usw. sind der Schmuck. Panzer, Lanze (tomara), Köcher, mechanische Vorrichtungen usw. sind die Schlachtausrüstung.

Die Schar der Elefantenwärter besteht aus: Ärzten, Abrichtern, Zureitern, Lenkern, Elefantenknechten, Bedienern, Futterköchen, Futterreichern, Fußfesslern, Stallwächtern, Schlafdienern usw. Ärzte, Stallwächter und Futterköche sollen einen prastha gekochten Reis, eine »Handvoll« Öl (= zwei pala) und je zwei pala Zucker und Salz bekommen; auch zehn pala Fleisch (māṃsa), ausgenommen die Ärzte.10

Die durch langen Weg, Krankheit, Arbeit, Must und Alter gequälten Tiere sollen die Ärzte behandeln.

Unreinheit des Standes, kein Futter Bekommen, auf dem blanken Boden Liegen, Schlagen auf einen unrichtigen Körperteil, Besteigen durch einen Fremden, zur Unzeit Marschieren, Hineintreiben auf unpassenden Boden oder da hinein, wo kein Gewässerübergang ist, oder in ein Baumdickicht,11 das sind die Dinge, die eine Geldstrafe nach sich ziehen. Diese soll er von ihrem Unterhalt und Lohn nehmen.

Dreimal soll die Zeremonie des Lichterschwingens ausgeführt werden, nämlich aller vier Monate an Vollmondstagen zu der Zeit, wo je zwei Jahreszeiten zusammenstoßen, ferner Opfer an die Gespensterwesen an den dunklen Fugentagen, an Skanda an den lichten.12

Zweimal soviel übriglassend, als der Umfang der Wurzel der Stoßzähne beträgt, soll er diese wegschneiden und herrichten lassen; aller dritthalb Jahre bei solchen, die in Flussland zu Hause sind, aller fünf Jahre bei denen, die im Gebirge ihre Heimat haben.

Fußnoten

1 Pracāra wohl auch: das in Gang, in Tätigkeit Setzen, also die Abrichtung; nach der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes aber einfach das ganze Verfahren (mit dem Elefanten).A1

2 Nach Bhaṭṭ. wäre das einer, der in der Herde der Gezähmten mitläuft. Im Hinblick auf das folgende yūthakarman vielleicht einer, den man dazu vermag, in eine fremde Herde zu gehen (man will ihn so allmählich daran gewöhnen, dass er unter fremde Elefanten eindringe und mit ihnen kämpfe). Der vārigata ist wohl einer, mit dem man ins und übers (durchs) Wasser kann. Vāri kann hier nicht den »Ort, wo man Elefanten einfängt« sein, wie Gaṇ. meint, wohl aber wäre vielleicht richtig: »einer, der sich dem Elefantenfesselungsstrick (vāri) fügt«.A2

3 Bikkakarman. D.h. wohl, man muss so vorsichtig, schonend, allmählich dabei zu Werke gehen, wie mit Elefantenkälbchen; es ist Rekrutendienst und -Drillung.

4 Nach Bhaṭṭ.: Gewöhnung, in einer fremden Herde zu leben und zu tun wie sie. Ich denke aber, es ist die Gewöhnung daran, unter fremde Elefanten einzudringen, sie anzugreifen, zu überwältigen usw. Die verschiedenen »Bildungsfächer« und -stufen des Schlachtelefanten werden von Bhaṭṭ. weit verwickelter aufgefasst. 1. Upasthāna »das Antreten« scheint mir in Anbetracht der bekannten Schreckhaftigkeit und Vorsicht des Elefanten einfach die von mir gegebene Bedeutung zu haben, wenn es nicht gar nur »zum Dienst Antreten« heißt wie in anderer Verbindung mehrere Male bei Kauṭ. Bhaṭṭ. sagt, es bezeichne die Beugungen und andere Bewegungen der vorderen und der hinteren Glieder, Springen über Standarten, Feuerbrände, Bambusstangen, Stricke usw. 2. Saṃvartana nach Bhaṭṭ.: Sich aufs Lager Niederlegen, Springen über einen Strich (rekhā), ein Loch und unebenen Boden u. dgl. mehr. 3. Saṃyāna bezeichnet, wie Bhaṭṭ. meint, die besonderen Bewegungen, wie geradeaus, in Krümmungen, im Zickzack (»wie eine Ochsenharnlinie«), im Kreise usw. 4. Vadhāvadha »die in der Abwehr erfolgende Zermalmung von Pferden, Wagen, Männern usw. mittels der Stoßzähne und der Glieder (der Füße) der Elefanten« (Bhaṭṭ.). Stein übersetzt es: »Töten und Nichttöten«. Es wäre freilich überaus wichtig, dass der Elefant in der Schlacht da eine genaue Unterscheidung machte. Aber jedermann weiß, dass er im Kampfe oft gerade die eigenen Leute niedertrampelt oder sonst umbringt. Auch wird er nur zum Töten abgerichtet. Ich zerlege also in vadha und āvadha.

5 Nr. 1 wäre nach Bhaṭṭ., wenn ich ihn richtig verstehe, die Haltung der verschiedenen Glieder beim Gehen. Dies stimmt zu der natürlichen Bedeutung von ācaraṇa. 4. Ādhāna Auflegung, auch Zurüstung, Maßnahme, Veranstaltung (z.B. Rām. VI, 109, 24). Also scheint mir ādhānagatika zu heißen: dahingehend, was man ihm auch auf den Rücken tun und was man um ihn her auch vornehmen mag.A3 Die Erklärung Bhaṭṭ.'s: »auf zwei oder drei Beinen dahingehend und alle Gangarten ausführend« ist weder sprach- noch sinngerecht. 5.–7. Wörtlich: er ist reitbar mit einem Stock usw; śuddhopavāhya vielleicht eher: reitbar durch den Unbewehrten (d.h. durch einen, der nur Hand, Fuß und Wort zur Verfügung hat).

6 Śārada wären nach Bhaṭṭ. vier Herbstübel des Elefanten, die gehoben werden müssen. Das klingt recht unnatürlich. Für śārada geben die Lex. auch an: »neu, frisch, scheu«. Dass der ja sehr furchtsame Elefant seine Scheu vor all dem Neuen verliere, ist gewiss von höchster Wichtigkeit. So wird die Überwindung dieser Schwierigkeit gemeint sein. Da der Herbst trocken ist, der Elefant aber viel Wasser will, so könnte śāradakarman vielleicht auch die Gewöhnung an das Herbstliche, d.h. Trockene sein.A4 Auch das wäre eine Form des Neuen, Ungewohnten.

7 Oder: »launenhaft« (viṣama, ungleichmäßig). Avaruddha scheint bei Kauṭ. auch öfters = gekränkt, feindselig zu sein. Oder heißt es: abgeschlossen, unzugänglich? Man könnte es auch mit viṣama zusammenrücken; »bösartig, wenn abgesperrt, eingesperrt oder gehemmt«. Aber wo bliebe dann die systematische Aufzählungsreihe? So wird Gaṇ. schon recht haben, wenn er more Indorum sechs verschiedene Arten dieses immerhin nicht völlig verlorenen Elefanten annimmt. Denn mir scheint doch, ich muss von der bisherigen, auch von mir vorher geteilten Auffassung abgehen und zwei große Klassen des rogue-elephant annehmen: 1. Den, bei dem die Gewalt noch verfängt, 2. den, der gefeit ist gegen alle Bearbeitung (kriyā), feuerfest gegen jeden Funken der Bildung (kriyā wie z.B. 10, 4). Also geht auch: »Für die Ausbildung verloren ist der Tückische, wenn er 1. einfach (= unvermischt), 2. fromm ... ist«. Seltsam scheint es, dass der viṣama in den zwei Klassen aufmarschiert. Vielleicht sollte man also in Zeile 8 doch übersetzen: »den in der Absperrung Boshaften« und diesen dem überhaupt Bösartigen in Zeile 10 gegenüberstellen. Es besteht auch ernster Zweifel, ob besonders in Zeile 7 die Lesart richtig sei. Denn tasyopavicāra āyamyaikarakṣaḥ mit der im Text gegebenen Übersetzung sieht wenig natürlich aus. Hinter tasyopavicāra scheint etwas ausgefallen zu sein und āyamyaikarakṣaḥ die erste von den Unterarten darzustellen. Auf jeden Fall aber kann man in der vorliegenden Textgestalt upavicāra auch als Loc. fassen und übersetzen: »Der tückische Elefant, der einer Ausbildungsart zugänglich ist, (hat folgende Unterarten:) 1. er ist bei seiner ersten Trainierung nur mit Gewalt in Hut zu halten, 2. er hat eine argwöhnische Scheu vor der Arbeit, 3. abgesperrt wird er bösartig« usw. Aber der Parallelismus mit den drei vorhergehenden tasyopavicāraḥ erweckt da Bedenken. Und wäre upavicāra Loc., dann läge keine Notwendigkeit für tasya vor. Freilich könnte vyāla ekakriyāpathaḥ einfach Überschrift sein.

8 Der Fromme (suvrata) ist wohl einer, der sich heilig stellt, um auf einmal loszubrechen, was der Naturbösewicht nicht tut. Sham. belehrt uns, er habe 15 Fehler, der ihm vorangehende »Reine« oder »Unmodifizierte« deren 18 (wonach also der »Fromme« doch ein »besserer Mensch« wäre), der viṣama oder Schlimme all die Laster seiner zwei genannten Brüder und der mit allen Wassern der Ruchlosigkeit gewaschene vierte die 33 dieser drei und dazu noch neunzehn besondere, also in allem 52.

9 Vaijayantī heißt Fahne, und die Elefanten trugen wirklich oft Fahnen. Hier aber scheint doch eher ein bestimmter Kranz oder Halsschmuck gemeint zu sein, der Sieg bringt und der z.B. auch MBh. VII, 29, 19 vorkommt. Kṣurapramālā hat vielleicht die von mir angegebene Bedeutung. Bhaṭṭ. sagt, es sei = nakṣatramālā, was gewöhnlich eine Schnur von 27 Perlen (»Sternbilderkranz«, nach den 27 Mondhäusern) bezeichnet, hier aber wohl einen auch sonst erwähnten Kopfschmuck des Elefanten, der ja aber wie jene nakṣatramālā sein kann. Mit »Schabracke« habe ich kuthā übersetzt. Nīl. zu MBh. VI, 57, 26 sagt, paristoma sei eine buntfarbige Wolldecke (citrakambala; varṇakambala hat er zu VII, 98, 29) und die kuthā sei ebenso, nur klein, also etwa »Deckchen«.A5

10 Also ein Fünftel soviel von den letztgenannten Herrlichkeiten wie der Elefant selber. Da māṃsa hier doch wohl Tierfleisch bedeuten wird, so scheint dieses auch für Rind, Pferd und Elefant angenommen werden zu müssen. Siehe die Nachträge.

11 Da die richtige Interpunktion verlangt: akāle yānam, abhūmāv atīrthe 'vatāraṇam, taruṣaṇḍa iti, so ist taruṣaṇḍaḥ anzunehmen, nicht loc.

12 Cāturmāsya »Viermonatliche« heißen drei je zu Anfang einer Jahreszeit von vier Monaten dargebrachte Opfer, deren Datum durch den Vollmond genau geregelt ist. In den Vollmondstagen, an denen diese Opfer stattfinden, sollen die Zeremonien mit dem Lichterschwingen um die Elefanten vorgenommen werden oder die »Reinigungsweihe« (s. die Nachträge)A6. Vgl. 135, 10 (die letzte Strophe von Kap. 30, Buch II). Senānī = Skanda, Kumāra, Kārttikeya usw. ist der spätere Kriegsgott der Inder, aber gleich so mancher Kriegsgottheit der Völker (wie z.B. der allerbekanntesten, dem Mars) ursprünglich ein Gott der Totenseelen (bhūta) und daher eine Gottheit der Fruchtbarkeit und des Geschlechtslebens, genau wie sein Vater Śiva. So bezeichnet MBh. XII, 122, 32 den Skanda richtig als den Herrn der bhūta oder Totengeister, die da Geschlechtsleben und Kindersegen fördern und daher auch schädigen, wie ja z.B. Śiva, der große phallische Gott, zugleich aṇḍanāśana oder Hodenzerstörer (MBh. XII, 264, 160) und Schakal des Fötusfleisches (XII, 284, 106, vgl. 174, sowie 284, 174) genannt wird. Skanda ist jedenfalls der hervorspringende männliche Same; heißt doch auch Śiva praskandana »Hervorspringen« und bindu »Samentropfen«, wie nicht minder visarga »Samenentleerung« (MBh. XIII, 17, 63, 128). Senānī heißt er als Führer des Toten- oder Gespensterheeres, als Herr der Nachtscharen, gerade wie Gaṇeśa seinen Namen von diesen Geisterscharen hat. Dieser und Skanda wurden dann zu Śivas Söhnen gemacht, während es eigentlich nur Formen von ihm selber sind. Das Lichterschwingen, bzw. die »Reinigungsweihe«, bei Pferden und Elefanten hat natürlich denselben Zweck wie das Opfer an die Gespenster und ihren Herrn Skanda: so sollen magisch gefährliche Einflüsse abgewehrt werden, und der »Kriegsgott« kommt hier kaum als solcher, wohl aber als unheimlicher Geist und auch als Verleiher von Gedeihen in Betracht. Siehe Weib im altind. Epos bes. 418 f.

A1 Legen wir Nītiv. 83, 4 zugrunde, dann hieße es eher: Betätigung, Tätigkeiten, Verrichtungen der Elefanten; denn vanapracāra bedeutet dort nicht, wie die Glosse meint: uttame vane saṃcāra, sondern die Betätigung, die Art und das Gehaben im wilden Zustand. Somadeva hält es ja mit Kauṭ. 297, 9–15. Die Verrichtungen des Elefanten sind nach Nītiv. 83, 6–8: »Leichtes Marschieren (sukhena yānam), Schützen der eigenen Leute (ātmarakṣā), Zerstörung der feindlichen Burgen, Vernichtung der feindlichen Schlachtreihen, im Wasser eine Brücke bilden (auf der die Soldaten hinübergehen, vgl. Raghuv. IV, 38) und dass er aufs Wort auch anderwärts sich als Mittel gebrauchen lässt, allerhand wegzuschaffen (sarvavinodahetu).«

A2 Wegen vārigata vgl. auch N. N. Law, Studies in Ancient Hindu Polity 62. S. 62–65 bespricht er die Ablichtung der Elefanten nach Kauṭ. Auch er versteht gar manches anders als ich.

A3 Vielleicht ist ādhānagatika moving the way you set him to. Das könnte dann auf dasselbe hinauslaufen wie meine Übersetzung oder könnte nach Bhaṭṭ.'s Deutung verstanden werden.

A4 Vgl. Jāt. No. 105, wie man einen eingefangenen Elefanten dazu bringen will, das Fürchten zu verlernen; auch z.B. MBh. VII, 27, 5–6. Nach MBh. IX, 55, 32 sind die Elefantenmännchen im Herbst (śarad) brünstig und kämpfen da miteinander ums Weibchen. Da wäre das »Herbstübel« die Brunst. 

A5 Die in der Übersetzung 4–10 genannten Dinge stimmen mit dem überein, was wir sonst in der Literatur finden. Hier nur ein paar sehr unvollständige Entsprechungen aus dem MBh. und den Kunstepen. Der Schlachtelefant trägt: tomara, eine Art Speer, die Hauptwaffe der Elefantenkämpfer, tuṇīra, einen großen Köcher, Banner und Fahnen (dhvaja, ketu, ketana, patākā), die vaijayantī) Kränze (mālā), Glocken, Sonnenschirm, Panzer (kaṇṭakasaṃnāha, kaṅkaṭa, kavaca), kutha, Wolldecken (kambala), Gurte (kakṣyā) und Halsfesseln. MBh. IV, 56, 2; VI, 17, 33; 48, 10; 59, 31, 120; 112, 27; VII, 36, 34ff.; Raghuv. VII, 41; Kirāt. VII, 30; Śiśup. XII, 34; XVII, 35, 39. Goldnetze und Edelsteinnetze nennt MBh. VIII, 61, 66ff., die Yakschwanzbüschel, den bekannten Schmuck des Pferdes, Śiśup. V, 35. Ebensowenig wie meines Wissens dieser cāmara wird im Volksepos das Tuch genannt, mit dem der Lenker den Streitelefanten die Augen verhängt und das er erst wegzieht, wenn das Tier seinem Gegner in der Schlacht gegenübersteht. Kirāt. XVII, 45; Śiśup. XVIII, 28–30. Der Elefant wird nämlich im Kampf so zornerregt, dass er sein eigenes Junges niederstößt (Śiśup. XVIII, 27). Angetrieben wird das Tier mit dem Haken (aṅkuśa), mit dem Fuß, mit der großen Zehe (aṅguṣṭha), mit der Ferse, vereinzelt auch mit dem tomara. MBh. IV, 56, 2. VI, 95, 24; VII, 89, 32; VIII, 22, 5; 80, 11; Śiśup. XVII, 35. Die von Kauṭ. genannte yaṣṭi (Stock) heißt in Śiśup. XVII, 35 nālikā (Rohr). An welchen Körperteilen aber der Elefant geschlagen oder getroffen werden darf und an welchen nicht, kann ich nicht sagen. An welchen Stellen des Leibes das Pferd die Peitsche bekommt, je nach seinem Vergehen, gibt in allen Einzelheiten Śukran. IV, 7, 245–256 an.

A6 Wie gesagt, ist wohl nur »Reinigungsweihe« (statt: Lichterschwingen) richtig. Die »Fugentage der Jahreszeiten von je vier Monaten« gelten als magisch gefährlich. Darum muss z.B. auch an den ṛtvantara, ṛtusandhi usw. das Vedastudium unterbrochen werden. Ā. I, 3, 10, 1; M. IV, 119; Viṣ. XXX, 5; Y. I, 146; Pārask.-Gṛhy. II, 11, 2. Von einer feierlichen »Glücksweihe« eines königlichen Elefanten lesen wir in Jāt. II, 46ff."

[Quelle: Kauṭilya: Das altindische Buch vom Welt- und Staatsleben : das Arthaśāstra des Kauṭilya / [aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von] Johann Jakob Meyer [1870-1939]. -- Leipzig, 1926. -- Digitale Ausgabe in: Asiatische Philosophie. -- 1 CD-ROM. -- Berlin: Directmedia, 2003. -- (Digitale Bibliothek ; 94). -- S. 216 - 233.]

"In the Mahābhārata elephants do not, except in rare cases, play any role in the fighting that went on, while chariots and the other arms of an army are described everywhere. In the Virāṭaparva ( 65. 6 ) Vikarṇa was seated on an elephant when he attacked Arjuna; Bhīṣmaparva 20. 7 refers to Duryodhana as riding an elephant and (95. 32-33) Bhagadatta is described as seated on an elephant when he attacked Bhīma. In this respect the Epic carries on the vedic tradition. Megasthenes (Fragment 1 p. 30) notes that in ancient India elephants were trained for war and turned the scale of victory."

[Quelle: Kane, Pandurang Vaman <1880 - 1972>: History of Dharmaśāstra : (ancient and mediaeval, religious and civil law). -- Poona : Bhandarkar Oriental Research Institute. -- Vol. IV. -- 2. ed. -- 1973. -- S. 203.]

"The elephant-riders. The common names for the elephant used in the Epic, gaja, nāga, dvipa, hastin, kareṇu, karin, dantin, dvirada, mātaṅga, kuñjara, vāraṇa, pota, for the most part serve merely as plain descriptive adjectives ('the twice-drinker,' 'the handed one,' 'the tusked one,' ' the defender,' etc.), and are synonymous.

These beasts were employed en masse as a moving wall in attack at the outset of battle, as a standing wall in defense, and, thirdly, as individual foragers through the confused crowd of blood-seeking desperadoes that make the back-ground of every battle-scene. More rarely, they were used by respectable knights in a civilized manner. But, as generally presented to us, we find them mounted by a gang of low soldiers sitting on the shoulders of the beast (gajaskandhāḥ), who were armed with knives, daggers, pots of oil, stones, and other weapons and missiles, with winch to strike the soldiers beneath. The gajārohāḥ or hastisādinaḥ were also set to catch the victims below by the hair and then cleave their necks, or to slip forward upon the tusks and slay the horses or men that the weapons of the beasts might miss. The cavalry are especially forward in attacking elephants, but always covertly. It required a special study to be master of an elephant, and the 'elephant-science' was an important part of military discipline. The weapons usually employed against the elephant are (iron) arrows; but the statement sometimes made in the Epic, that a knight kills an elephant with one arrow, like so many others of like nature, must be taken with the latitude that Hindu longitude demands. The remark of Arjuna that he can kill the Kirāṭa with the end of his bow, as a man does an elephant with the end of a sharp stake (of iron), shows perhaps that this was the method of disposing of them if they became ungovernable. The great chiefs, princes, kings, mount elephants so rarely that we may be entitled to infer that the practice of a king's fighting from a great howdah (vimāna) on an elephant's back is later than the other method of air-lighting, and that mention of it will be among the later additions. It was probably first customary in peaceful jaunts, and then extended to war; the latter must have been synchronous with abdication of warrior prowess in the main ; yet we find a few instances of elephants being ridden in war, notably by the Yavana prince.

The elephants were attended by 'protectors,' both the animal that served as general 'guard of the herd, and the human flank-protectors, of which we find four, one for each corner of the beast. But we also find seven car-men, guard of one elephant, as the normal number.

The still more formal distribution of forces gives a rather different picture of the relative use of the elephant. This account groups all the fighters engaged, and may be here given in full. The elephants are looked upon in this passage not as an independent array, but as adjuncts to the knights in chariots, ten or fifty about each car. Here we find that seven men (not in chariots, as above) attend each elephant, two leading it by hooks (aṅkuśadharau), two carrying bows, two carrying swords, one carrying a spear and club (śaktipinākadhṛt). According to the same description, the distribution of horse-riders was thus: if each war-car had ten elephants, then each elephant had ten horse-riders, and each horse-rider in turn had a guard of ten foot-men, pādarakṣāḥ ; if each car had fifty elephants, then each elephant had one hundred horsemen, and each horseman seven foot-men.

These 'mountainous beasts' (viii. 85.4, etc.) are armed with spikes and iron harness. They wear a kakṣyā or girth about the middle, and carry flags, vaijayantī, emblems, hooks, quivers, guards, neckchains, bells, wreaths, nets, umbrellas, and blankets, possibly with rings about the feet.

The tottra, prod, and aṅkuśa, hook, are used to urge and direct the beast. To these we nave perhaps kaṅkaṭa to add, as a goad. The elephant is at his best when sixty years old, and then a type of male vigor; gift-elephants are so spoken of, this being the perfect age. But even a young elephant is formidable: 'then he became a young elephant' is a self-explaining metaphor on the battle-field. No special sagacity is shown by the elephants, except in the burning of a forest, where they try to squirt the fire out (i. 223.80); but they are celebrated, as the horses are, for their endurance of noises when well-trained (ii. 61.16); and, like the horses, they weep in battle. They are occasionally called by pet names. Droṇa names his elephant for his son. A sort praised in vii. 112.17 is añjanaka. The metaphor of the horse impatient under the whip is repeated in the case of the word-wounded knight enduring contempt as little as an elephant crazed by the hook. Their terrible noise is often alluded to."

[Quelle: Hopkins, Edward W. (Washburn) <1857 - 1932>: The social and military position of the ruling caste in ancient India; as represented by the Sanskrit epic; with an appendix on the status of woman. -- Reprint from the 13th volume of the Journal of the American Oriental Society (1888). -- New Haven, Conn. : Tuttle, 1889. -- S. 265-269]


2.142.5. Alphabulle


3a./b. ibhaḥ stamberabhaḥ padmī yūthanāthas tu yūthapaḥ

इभः स्तम्भेरभः पद्मी यूथनाथस् तु यूथपः ।३ क।

[Bezeichnungen für Alphabulle:]

  • यूथनाथ - yūthanātha m.: Schutzherr der Herde
  • यूथप - yūthapa m.: Hüter der Herde

Colebrooke (1807): "The leader of a wild herd."


2.142.6. Elefantenbulle im Musth


3c./d. madotkaṭo madakalaḥ kalabhaḥ kariśāvakaḥ

मदोत्कटो मदकलः कलभः करिशावकः ॥३ ख॥

[Bezeichnungen für einen Elefantenbullen im Musth:]

  • मदोत्कट - madotkaṭa m.: Musth1-rasend
  • मदकल - madakala m.: Elefant im Musth1

Colebrooke (1807): "A rutting elephant. From whose temples juice is beginning to flow."


1 Musth

"Als Musth wird die ab der „Pubertät“ der Elefantenbullen ungefähr einmal im Jahr, fast immer im Winter, vorkommende Phase der Aggressivität bezeichnet, die durch einen Testosteron-Schub ausgelöst wird und mehrere Monate anhalten kann. Die Elefantenbullen können in dieser Zeit auch andere Tiere, z. B. Nashörner angreifen und verletzen. Auch die Gefahr für menschliche Pfleger in Zoos ist in dieser Zeit sehr hoch.

Die Musth ist vermutlich keine Brunft, da die weiblichen Elefanten keinen jährlichen Brunftrhythmus haben. Bullen in Musth greifen auch weibliche Elefanten an und zeigen keine Neigung, mit ihnen zu kopulieren.

Arbeitselefanten in Musth werden traditionell mit dicken Seilen zwischen zwei großen Bäumen festgebunden und erhalten nur minimale Futtermengen. Unter solchen Bedingungen endet die Musth nach zwei bis drei Tagen von selbst.

Etymologie

Das Wort leitet sich ab vom Persischen مست (mast, gesprochen /'mʌst/) und bedeutete eigentlich „unter Drogen“ oder „im Rausch“."

[Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Musth. -- Zugriff am 2011-04-19]


मदोत्कट - madotkaṭa m.: Musth-rasend



Abb.:
मदोत्कटः । Elefantenbulle im Musth, Thailand
[Bildquelle: OxOx. -- http://www.flickr.com/photos/10665217@N00/3353797161/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, share alike)]


मदकल - madakala m.: Elefant im Musth



Abb.: मदकलः । Jim Corbett National Park - जिम कार्बेट राष्ट्रीय अभ्यारण्य, Uttarakhand
[Bildquelle:
Shivakumar Lakshminarayana. -- http://www.flickr.com/photos/lookingthroughtheglass/5594942395/. -- Zugriff am 2011-04-09. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.7. Elefantenjunges


3c./d. madotkaṭo madakalaḥ kalabhaḥ kariśāvakaḥ

मदोत्कटो मदकलः कलभः करिशावकः ॥३ ख॥

[Bezeichnungen für Jungelefant:]

  • कलभ - kalabha m.: Elefantenjunges, Kameljunges
  • करिशावक - kariśāvaka m.: Elefanten-Junges

Colebrooke (1807): "A young elephant. Till twenty years ; some restrict the term to a cub under five years."


कलभ - kalabha m.: Elefantenjunges, Kameljunges



Abb.: कलभः । Wasgamuwa National Park, Sri Lanka
[Bildquelle: Jon Connell. -- http://www.flickr.com/photos/ciamabue/3471568766/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


करिशावक - kariśāvaka m.: Elefanten-Junges



Abb.: करिशावकः । Kaziranga National Park -
কাজিৰঙা ৰাষ্ট্ৰীয় উদ্যান, Assam
[Bildquelle: Sri Danush K. -- http://www.flickr.com/photos/sridhanush/4593719773/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


2.142.8. Rasender Elefantenbulle


4a./b. prabhinno garjito mattaḥ samāv udvānta-nirmadau

प्रभिन्नो गर्जितो मत्तः समाव् उद्वान्त-निर्मदौ ।४ क।

[Bezeichnungen für einen rasenden Elefantenbullen:]

  • प्रभिन्न - prabhinna m.: Losgebrochener
  • गर्जित - garjita m.: Brüller
  • मत्त - matta m.: Berauschter, Verrückter

Colebrooke (1807): "A furious elephant. From whose temples juice is flowing."


प्रभिन्न - prabhinna m.: Losgebrochener



Abb.: Rajasthan, ca. 1800
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4837708747/. -- Zugriff am 2011-04-12. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.9. Elefantenbulle nach der Musth


4a./b. prabhinno garjito mattaḥ samāv udvānta-nirmadau

प्रभिन्नो गर्जितो मत्तः समाव् उद्वान्त-निर्मदौ ।४ क।

[Bezeichnungen für einen Elefantenbullen nach der Musth:]

  • उद्वान्त - udvānta m.: der sich erbrochen hat (d.h. der sich seines Musth-Safts völlig entleert hat)
  • निर्मद - nirmada m.: vom Rausch befreiter

Colebrooke (1807): "An elephant out of rut. The juice having ceased to exude."


2.142.10. Elefantenherde


4c./d. hāstikaṃ gajatā vṛnde kariṇī dhenukā vaśā

हास्तिकं गजता वृन्दे करिणी धेनुका वशा ॥४ ख॥

Bezeichnungen für eine (Elefanten-)Herde:

  • हास्तिक - hāstika n.: Elefantenherde
  • गजता - gajatā f.: Elefantenherde

Colebrooke (1807): "A herd of elephants."


हास्तिक - hāstika n.: Elefantenherde



Abb.: हास्तिकम् । Konark - କୋଣାର୍କ, Orissa, 13. Jhdt. n. Chr.
[Bildquelle: Rita Willaert. -- http://www.flickr.com/photos/rietje/346818576/. -- Zugriff am 2011-04-13. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


गजता - gajatā f.: Elefantenherde



Abb.: गजता । Wildelefantenherde, Jim Corbett National Park -
जिम कार्बेट राष्ट्रीय अभ्यारण्य, Uttarakhand
[Bildquelle: Amir Jacobi / Wikimedia. -- Namensnennung]


2.142.11. Elefantenkuh


4c./d. hāstikaṃ gajatā vṛnde kariṇī dhenukā vaśā

हास्तिकं गजता वृन्दे करिणी धेनुका वशा ॥४ ख॥

[Bezeichnungen für Elefantenkuh:]

  • करिणी - kariṇī f.: Weibchen zu dem, der besondere Zähne (näml. Stoßzähne) hat, Elefantenkuh
  • धेनुका - dhenukā f.: Milchkuh
  • वशा - vaśā f.: Weibchen, (nichtträchtige) Kuh

Colebrooke (1807): "A female elephant."


करिणी - kariṇī f.: Weibchen zu dem, der besondere Zähne (näml. Stoßzähne) hat, Elefantenkuh



Abb.: करिणी । Mysore - ಮೈಸೂರು, Karnataka
[Bildquelle: Pratheepps / Wikimedia. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, share alike)]


धेनुका - dhenukā f.: Milchkuh



Abb.: धेनुका ।
Chitwan National Park - चितवन राष्ट्रिय निकुञ्ज, Nepal
[Bildquelle: tearsxintherain. -- http://www.flickr.com/photos/tearsxintherain/2405015277/. --Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


वशा - vaśā f.: Weibchen, (nichtträchtige) Kuh



Abb.: वशे । Tempelelefanten, Kanchipuram - காஞ்சிபுரம், Tamil Nadu
[Bildquelle: McKay Savage. -- http://www.flickr.com/photos/mckaysavage/2243360229/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


2.142.12. Schläfen des Elefanten


5a./b. gaṇḍaḥ kaṭo mado dānaṃ vamathuḥ karaśīkaraḥ

गण्डः कटो मदो दानं वमथुः करशीकरः ।५ क।

[Bezeichnungen für Schläfe des Elefanten:]

  • गण्ड - gaṇḍa m.: Wange
  • कट - kaṭa m.: Matte, Elefantenschläfe

Colebrooke (1807): "The temples. "


गण्ड - gaṇḍa m.: Wange



Abb.: गण्डः । Puducherry - புதுச்சேரி, Puducherry
[Bildquelle: McKay Savage. -- http://www.flickr.com/photos/mckaysavage/4179327417/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


कट - kaṭa m.: Matte, Elefantenschläfe



Abb.: कटः । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: Tim Ellis. -- http://www.flickr.com/photos/tim_ellis/4639998087/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


2.142.13. Musth-Saft (Temporin)


5a./b. gaṇḍaḥ kaṭo mado dānaṃ vamathuḥ karaśīkaraḥ

गण्डः कटो मदो दानं वमथुः करशीकरः ।५ क।

[Bezeichnungen für Musth-Saft (Temporin):]

  • मद - mada m.: Rausch, Rauschsaft, Musth-Saft (Temporin1)
  • दान - dāna n.: Absonderung, Musth-Saft (Temporin)

Colebrooke (1807): "The temperal juice. Which exudes when the elephant is in rut."


1 Temporin

"Although it has often been speculated by zoo visitors that musth is linked to rut, it is unlikely there is a biological connection because the female elephant's estrus cycle is not seasonally-linked, whereas musth most often takes place in winter. Furthermore, bulls in musth have often been known to attack female elephants, regardless of whether or not the females are in heat. There has been speculation that there may be a connection between musth and dominance behaviour.

Often, elephants in musth discharge a thick tar-like secretion called temporin from the temporal ducts on the sides of the head. Temporin contains proteins, lipids (notably cholesterol), phenols, cresols and sesquiterpenes (notably farnesol and its derivatives). Secretions and urine collected from zoo elephants have been shown to contain elevated levels of various highly odorous ketones and aldehydes. The elephant's aggression may be partially caused by a reaction to the temporin, which naturally trickles down into the elephant's mouth. Another contributing factor may be the accompanying swelling of the temporal glands; this presses on the elephant's eyes and causes acute pain comparable to severe root abscess toothache. Elephants sometimes try to counteract this pain by digging their tusks into the ground.

Musth is linked to sexual arousal or establishing dominance, but this relationship is far from clear. Cases of elephants goring and killing rhinoceroses in national parks in Africa have been documented and attributed to musth in young male elephants, especially those growing in the absence of older males. Studies show that reintroducing older males into the elephant population of the area seems to prevent younger males from entering musth, and therefore, stop this aggressive behavior."

[Quelle


मद - mada m.: Rausch, Rauschsaft, Musth-Saft (Temporin)



Abb.: मदः । Elefantenbulle im Musth, Zoo
[Bildquelle: muzina_shanghai. -- http://www.flickr.com/photos/muzina_shanghai/2408592293/. -- Zugriff am 2011-04-19. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


दान - dāna n.: Absonderung, Musth-Saft (Temporin)



Abb.: दानम् । Zoo
[Bildquelle: Lance McCord. -- http://www.flickr.com/photos/mccord/34903406/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


2.142.14. Wasserfontäne aus dem Elefantenrüssel


5a./b. gaṇḍaḥ kaṭo mado dānaṃ vamathuḥ karaśīkaraḥ

गण्डः कटो मदो दानं वमथुः करशीकरः ।५ क।

[Bezeichnungen für aus dem Rüssel geblasenes Wasser:]

  • वमथु - vamathu m.: Erbrechen
  • करशीकर - karaśīkara m.: Rüssel-Nieselregen

Colebrooke (1807): "Water emitted from the elephant's trunk."


वमथु - vamathu m.: Erbrechen



Abb.: वमथुः । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: bianca polak. -- http://www.flickr.com/photos/whitecatsg/2909630010/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


करशीकर - karaśīkara m.: Rüssel-Nieselregen



Abb.: करशीकरः । Goa
[Bildquelle: Luna Junkie. -- http://www.flickr.com/photos/lunajunkie/3763056643/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


2.142.15. Stirnhügel des Elefanten


5c./d. kumbhau tu piṇḍau śirasas tayor madhye viduḥ pumān

कुम्भौ तु पिण्डौ शिरसस् तयोर् मध्ये विदुः पुमान् ॥५ ख॥

Die beiden Klumpen am Kopf heißen कुम्भ - kumbha m.: Topf, Stirnerhöhung des Elefanten


Colebrooke (1807): "His frontal globes. Lumps on his head ; which swell in the rutting season."


कुम्भ - kumbha m.: Topf, Stirnerhöhung des Elefanten



Abb.: कुम्भौ । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: Dhammika Heenpella. -- http://www.flickr.com/photos/imagesofsrilanka/4205226091/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


2.142.16. Tal zwischen beiden Stirnhügeln des Elefanten


5c./d. kumbhau tu piṇḍau śirasas tayor madhye viduḥ pumān

कुम्भौ तु पिण्डौ शिरसस् तयोर् मध्ये विदुः पुमान् ॥५ ख॥

Die Mitte zwischen beiden Stirnhügeln heißt विदु - vidu m.: Vidu


Colebrooke (1807): "The hollow between them."



Abb.: विदुः । Tholpetty Wildlife Sanctuary, Kerala
[Bildquelle: Iain and Sarah. -- http://www.flickr.com/photos/sarahandiain/3179095540/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


2.142.17. Stirn des Elefanten


6a./b. avagraho lalāṭaṃ syād īṣikā tv akṣikūṭakam

अवग्रहो ललाटं स्याद् ईषिका त्व् अक्षिकूटकम् ।६ क।

[Bezeichnungen für Stirn des Elefanten:]

  • अवग्रह - avagraha m.: "Wegnahme", Elefantenstirn 
  • ललाट - lalāṭa n.: Stirn

Colebrooke (1807): "His forehead."


अवग्रह - avagraha m.: "Wegnahme", Elefantenstirn


 
अवग्रहः ।
Chitwan National Park - चितवन राष्ट्रिय निकुञ्ज, Nepal
[Bildquelle: Smulan77. -- http://www.flickr.com/photos/smulan77/3369529154/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


ललाट - lalāṭa n.: Stirn



Abb.: ललाटम् ।
Chitwan National Park - चितवन राष्ट्रिय निकुञ्ज, Nepal
[Bildquelle: Steve Hicks. -- http://www.flickr.com/photos/shicks/2473366392/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


2.142.18. Augapfel des Elefanten


6a./b. avagraho lalāṭaṃ syād īṣikā tv akṣikūṭakam

अवग्रहो ललाटं स्याद् ईषिका त्व् अक्षिकूटकम् ।६ क।

[Bezeichnungen für Augapfel des Elefanten:]

  • ईषिका - īṣikā f.: Augapfel des Elefanten
  • अक्षिकूटक -  akṣikūṭaka n.: Augapfel

Colebrooke (1807): "His eyeball."


ईषिका - īṣikā f.: Augapfel des Elefanten



Abb.: ईषिका । Thailand
[Bildquelle: AlexanderKlink / Wikipedia. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


अक्षिकूटक -  akṣikūṭaka n.: Augapfel



Abb.: अक्षिकूटकम् । Hochzeitselefant, Jaipur - जयपुर, Rajasthan
[Bildquelle: Mike Bostock. -- http://www.flickr.com/photos/mbostock/3339716664/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, share alike)]  


2.142.19. Äußerer Augenwinkel des Elefanten


6c./d. apāṅgadeśo niryāṇaṃ karṇamūlaṃ tu cūlikā

अपङ्गदेशो निर्याणं कर्णमूलं तु चूलिका ॥६ ख॥

Der äußere Augenwinkel (अपाङ्ग - apāṅga m.) des Elefanten heißt निर्याण - niryāṇa n.: "Verschwinden", äußerer Augenwinkel des Elefanten


Colebrooke (1807): "Corner of his eye."


निर्याण - niryāṇa n.: "Verschwinden", äußerer Augenwinkel des Elefanten



Abb.: निर्याणम् । Dubare, Karnataka
[Bildquelle: ashish v. -- http://www.flickr.com/photos/initrd/3055364402/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


2.142.20. Wurzel des Elefantenohrs


6c./d. apāṅgadeśo niryāṇaṃ karṇamūlaṃ tu cūlikā

अपङ्गदेशो निर्याणं कर्णमूलं तु चूलिका ॥६ ख॥

Die Wurzel des (Elfanten-)Ohrs heißt चूलिका - cūlikā f.: "kleiner Wulst", Wurzel des Elefantenohrs


Colebrooke (1807): "Root of his ear."


चूलिका - cūlikā f.: "kleiner Wulst", Wurzel des Elefantenohrs



Abb.: चूलिका । Zoo
[Bildquelle: Fir0002/Flagstaffotos / Wikimedia. --GNU FDLicense]


2.142.21. Stelle unterhalb des Stirnhügels


7a./b. adhaḥ kumbhasya vāhitthaṃ pratimānam adho 'sya yat

अधः कुम्भस्य वाहित्थं प्रतिमानम् अधो ऽस्य यत् ।७ क।

Unterhalb des Stirnhügels (kumbha) ist das वाहत्थ - vāhittha n.: Stelle unterhalb des Stirnhügels


Colebrooke (1807): "Part below the frontal globes. Or rather below the protuberances, beneath the forehead, which are named वातकुम्भः."


वाहत्थ - vāhittha n.: Stelle unterhalb des Stirnhügels



Abb.: वाहित्थम् । Zoo
[Bildquelle: Donovan Watson. -- http://www.flickr.com/photos/smafty/3977786672/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commo0ns Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


2.142.22. Pratimāna


7a./b. adhaḥ kumbhasya vāhitthaṃ pratimānam adho 'sya yat

अधः कुम्भस्य वाहित्थं प्रतिमानम् अधो ऽस्य यत् ।७ क।

Unterhalb des Vāhittha ist das प्रतिमान - pratimāna n.: Gegenmann, ebenbürtiger Gegner, Pratimāna


Colebrooke (1807): "Under that ; between the tusks."



Abb.: प्रतिमाने । Kotah - कोटा, Rajasthan, ca. 1670
[Bildquelle: abrinsky. -- http://www.flickr.com/photos/abrinsky/4412642797/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


Abb.: प्रतिमानम् । Zoo
[Bildquelle: Carey 1964. -- http://www.flickr.com/photos/cakohl/4414000627/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


2.142.23. Schultern


7c./d. āsanaṃ skandhadeśaḥ syāt padmakaṃ bindujālakam

आसनं स्कन्धदेशः स्यात् पद्मकं बिन्दुजालकम् ॥७ ख॥

Die Schultergegend heißt आसन - āsana n.: Sitz


Colebrooke (1807): "His withers. Where his rider sits."


आसन - āsana n.: Sitz



Abb.:  आसनम् । Jagat Singh II auf seinem Elefanten Bhamargaj, Rajasthan, ca. 1750
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4838300120/. -- Zugriff am 2011-04-13. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


Abb.: आसनम् । Chitwan National Park - चितवन राष्ट्रिय निकुञ्ज, Nepal
[Bildquelle: R. M. Calamar. -- http://www.flickr.com/photos/rebcal/5362700967/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


2.142.24. Tüpfel auf dem Elefanten


7c./d. āsanaṃ skandhadeśaḥ syāt padmakaṃ bindujālakam

आसनं स्कन्धदेशः स्यात् पद्मकं बिन्दुजालकम् ॥७ ख॥

[Tüpfel auf dem Elefanten heißen:]

  • पद्मक - padmaka1 n.: Lotusflecken
  • बिन्दुजालक - bindujālaka n.: Netz von Punkten

Colebrooke (1807): "Marks on his face and trunk. Red, white or yellow."


1 Vgl. oben: पद्मिन् - padmin m.: "Lotusblütiger", gefleckter Elefant


पद्मक - padmaka n.: Lotusflecken



Abb.: पद्मकम् । Kochi - കൊച്ചി, Kerala
[Bildquelle: stefano. -- http://www.flickr.com/photos/sgua/5419199250/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


बिन्दुजालक - bindujālaka n.: Netz von Punkten



Abb.: बिन्दुजालकम् । Elefantenrüssel, Varkala - വര്‍ക്കല, Kerala
[Bildquelle: Jeremy Marshall. -- http://www.flickr.com/photos/jamarshall/348279323/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.25. Seite


8a./b. pakṣabhāgaḥ pārśvabhāgo  dantabhāgas tu yo 'grataḥ

पक्षभागः पार्श्वभागो दन्तभागस् तु यो ऽग्रतः ।८ क।

[Bezeichnungen für die Flanke:]

  • पक्षभाग - pakṣabhāga m.: Seiten-Teil, Seite
  • पार्श्वभाग - pārśvabhāga m.: Rippengegend, Seitenteil

Colebrooke (1807): "His side or flank."


पक्षभाग - pakṣabhāga m.: Seiten-Teil, Seite



Abb.: पक्षभागः । Pinnawela Elephant Orphanage - පින්නවල අලි අනාථාගාරය, Sri Lanka
[Bildquelle: Tim Ellis. -- http://www.flickr.com/photos/tim_ellis/4639998087/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


पार्श्वभाग - pārśvabhāga m.: Rippengegend, Seitenteil



Abb.: पार्श्वभागः । Jim Corbett National Park - जिम कार्बेट राष्ट्रीय अभ्यारण्य, Uttarakhand
[Bildquelle: Jayanth Sharma. -- http://www.flickr.com/photos/jayanthsharma/2510121877/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.26. Ansatz der Stoßzähne


8a./b. pakṣabhāgaḥ pārśvabhāgo  dantabhāgas tu yo 'grataḥ

पक्षभागः पार्श्वभागो दन्तभागस् तु यो ऽग्रतः ।८ क।

Vorne ist दन्तभाग - dantabhāga m.: Zahn-Teil, Teil, wo die Stoßzähne zum Vorschein kommen


Colebrooke (1807): "His front."


दन्तभाग - dantabhāga m.: Zahn-Teil, Teil, wo die Stoßzähne zum Vorschein kommen



Abb.: दन्तभागः । Amritapuri, Kollam - കൊല്ലം, Kerala
[Bildquelle: Dhyanji. -- http://www.flickr.com/photos/dhyanji/239435480/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.27. Körper und Hinterteil eines Elefanten


8c./d. dvau pūrvapaścājjaṅghādideśau gātrāvare kramāt

द्वौ पूर्व-पश्चाज्-जङ्घादिदेशौ गात्रावरे क्रमात् ॥८ ख॥

Die beiden vorderen bzw. hinteren Körperteile, die jeweils beim Unterschenkel (jaṅgha) beginnen, heißen गात्र - gātra n.: Körper, Vorderteil eines Elefanten, bzw. अवर - avara n: Hinteres, Hinterteil eines Elefanten


Colebrooke (1807): "His shoulder and thigh. The first part of his fore-leg and of his hind-leg, respectively."


2.142.28. Treibstock


9a./b. totraṃ vaiṇukam ālānaṃ bandhastambhe 'tha śṛṅkhale

तोत्रं वैणुकम् आलानं बन्धस्तम्भे ऽथ शृङ्खले ।९ क।

[Bezeichnungen für Treibstachel:]

  • तोत्र - totra n.: Antreiber, Treibstachel, Treibstock
  • वैणुक - vaiṇuka n.: aus Bambus, Treibstock aus Bambus

Colebrooke (1807): "Pike to drive him. A bamboo headed with iron."


तोत्र - totra n.: Antreiber, Treibstachel, Treibstock



Abb.: तोत्रम् । Kandy -
මහ නුවර, Sri Lanka
[Bildquelle: Christopher. -- http://www.flickr.com/photos/qilin/3269567716/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


2.142.29. Pfosten zum Anbinden


9a./b. totraṃ vaiṇukam ālānaṃ bandhastambhe 'tha śṛṅkhale

तोत्रं वैणुकम् आलानं बन्धस्तम्भे ऽथ शृङ्खले ।९ क।

Der Pfosten zum Anbinden (des Elefanten) heißt आलान - ālāna n.: Anbindung, Anbindepfosten, Anbindestrick 


Colebrooke (1807): "Post to which he is secured. Or the post and tie."


आलान - ālāna n.: Anbindung, Anbindepfosten, Anbindestrick



Abb.: आलानम् । Varkala - വര്‍ക്കല, Kerala
[Bildquelle: Jeremy Marshall. -- http://www.flickr.com/photos/jamarshall/371796453/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.30. Fußfessel für Elefanten


9a./b. totraṃ vaiṇukam ālānaṃ bandhastambhe 'tha śṛṅkhale
9c./d. anduko nigaḍo 'strī syād
aṅkuśo 'strī śṛṇiḥ striyām

तोत्रं वैणुकम् आलानं बन्धस्तम्भे ऽथ शृङ्खले ।९ क।
अन्दुको निगडो ऽस्त्री स्याद्
अङ्कुशो ऽस्त्री शृणिः स्त्रियाम् ॥९ ख॥

Bezeichnungen für die Fessel (शृङ्खल  - śṛṅkhala m. n.: Fessel, Kette):

  • अन्दुक - anduka m.: Kette
  • निगड - nigaḍa m., n.: Fessel, Fußfessel

Colebrooke (1807): "Chain for the feet."


अन्दुक - anduka m.: Kette



Abb.: अन्दुकः । Uttar Pradesh, ca. 1600
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4835666675/. -- Zugriff am 2011-04-12. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


निगड - nigaḍa m., n.: Fessel, Fußfessel



Abb.: निगडाः । Thrissur - തൃശൂര്‍, Kerala
[Bildquelle: Rajesh Vijayarajan. -- http://www.flickr.com/photos/rajeshvj/4591725047/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.31. Ankush (Elefantenhaken)


9c./d. anduko nigaḍo 'strī syād aṅkuśo 'strī śṛṇiḥ striyām

अन्दुको निगडो ऽस्त्री स्याद् अङ्कुशो ऽस्त्री शृणिः स्त्रियाम् ।९ ख।

[Bezeichnungen für Elefantenhaken:]

  • अङ्कुश - aṅkuśa m., n.: Haken, Stachel, Ankush
  • शृणि - śṛṇi f.: Elefantenhaken

Colebrooke (1807): "Hook to guide him."


अङ्कुश - aṅkuśa m., n.: Haken, Stachel, Ankush



Abb.: अङ्कुशः । Rajasthan, ca. 1690
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4837781235/. -- Zugriff am 2011-04-15. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


शृणि - śṛṇi f.: Elefantenhaken



Abb.: शृणिः । Requisiten eines Mahout, Chiangmai - เชียงใหม่, Thailand
[Bildquelle: Lee LeFever. -- http://www.flickr.com/photos/leelefever/172560777/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


2.142.32. Gurt


10a./b. cūṣā kakṣyā varatrā syāt kalpanā majjanā same

चूषा कक्ष्या वरत्रा स्यात् कल्पना मज्जना समे ।१० क।

  • चूषा - cūṣā f.: Gürtel, Leibgurt
  • कक्ष्या - kakṣyā f.: Gurt, Umwallung
  • वरत्रा - varatrā f.: Riemen

Colebrooke (1807): "Leathern girt."


चूषा - cūṣā f.: Gürtel, Leibgurt



Abb.: चूषा । Rajasthan, ca. 1700
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4838372690/. -- Zugriff am 2011-04-15. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


कक्ष्या - kakṣyā f.: Gurt, Umwallung



Abb.: कक्ष्या । ARaja Ram Singh I (1686-1708) auf Tigerjagd, Rajasthan, ca. 1860
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4837719067/. -- Zugriff am 2011-04-15. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


वरत्रा - varatrā f.: Riemen



Abb.: वरत्रा । Goa
[Bildquelle: Sy Smith. -- http://www.flickr.com/photos/syromaniac/4375789129/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


2.142.33. Zurüsten eines Elefanten


10a./b. cūṣā kakṣyā varatrā syāt kalpanā majjanā same

चूषा कक्ष्या वरत्रा स्यात् कल्पना मज्जना समे ।१० क।

[Bezeichnungen für das Zurüsten eines Elefanten:]

  •  कल्पना - kalpanā f.: Einrichten, Zurüsten, Schmücken
  • मज्जना - majjanā f.: Eintauchen, Baden

Colebrooke (1807): "Dressing an elephant. Ornamenting him with minium, &c. or caparisoning him for his owner's riding."


कल्पना - kalpanā f.: Einrichten, Zurüsten, Schmücken



Abb.: कल्पना । Tamil Nadu
[Bildquelle: Magnus Franklin. -- http://www.flickr.com/photos/adjourned/12465327/. -- Zugriff am 2011-06-01. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


मज्जना - majjanā f.: Eintauchen, Baden



Abb.: मज्जना । Periyar-Fluss - പെരിയാര്‍, Kerala
[Bildquelle: Gabriele Quaglia. -- http://www.flickr.com/photos/16602684@N00/4079960034/. -- Zugriff am 2011-06-01. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, share alike)]


2.142.34. Elefantendecke


10c./d. praveṇy āstaraṇaṃ varṇaḥ paristomaḥ kutho dvayoḥ

प्रवेण्य् आस्तरणं वर्णः परिस्तोमः कुथो द्वयोः ॥१० ख॥

[Bezeichnungen für Elefantendecke:]

  • प्रवेणी - praveṇī f.: Haarflechte, gefärbte Wolldecke
  • आस्तरण - āstaraṇa n.: Streu, Lager, Teppich, Decke
  • वर्ण - varṇa m.: Oberfläche, Farbe
  • परिस्तोम - paristoma m.: Decke, Polster
  • कुथ - kutha m., f.: Wolldecke

Colebrooke (1807): "His trappings. Coloured woollen cloth ; thrown over his back."


प्रवेणी - praveṇī f.: Haarflechte, gefärbte Wolldecke



Abb.: प्रवेणी । Jaipur - जयपुर, Rajasthan
[Bildquelle: Anne Roberts. -- http://www.flickr.com/photos/pondspider/3663479951/. -- Zugriff am 2011-06-02. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


आस्तरण - āstaraṇa n.: Streu, Lager, Teppich, Decke



Abb.: आस्तरणम् । ca. 1580
[Bildquelle: Asian Curator at The San Diego Museum of Art. -- http://www.flickr.com/photos/asianartsandiego/4835668317/. -- Zugriff am 2011-04-12. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)]


वर्ण - varṇa m.: Oberfläche, Farbe



Abb.: वर्णः । Tempelelefant, Thennangur, Tamil Nadu
[Bildquelle: sowrirajan s. -- http://www.flickr.com/photos/sowri/2264157107/. -- Zugriff am 2011-04-20. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


परिस्तोम - paristoma m.: Decke, Polster



Abb.: परिस्तोमाः । Dusshera-Prozession - ಮೈಸೂರು ದಸರ, Mysore - ಮೈಸೂರು, Karnataka
[Bildquelle: Suchana Seth. -- http://www.flickr.com/photos/suchana_seth/2427933816/. -- Zugriff am 2011-06-02. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


कुथ - kutha m., f.: Wolldecke


 
Abb.: कुथा । Jaipur - जयपुर, Rajasthan
[Bildquelle: Evgeniy Zotov. -- http://www.flickr.com/photos/zz77/3023288972/. -- Zugriff am 2011-06-02. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung)


2.142.35. Untauglich


11a./b. vītaṃ tv asāraṃ hasty-aśvaṃ vārī tu gajabandhanī

वीतं त्व् असारं हस्त्य्-अश्वं वारी तु गजबन्धनी ।११ क।

Elefant oder Pferd, die untauglich sind, heißen वीत - vīta n.: Abgang, Unbrauchbares 


Colebrooke (1807): "Unfit for riding. An elefant or horse unfit for war, &c."



Abb.: वीतम् । Dekkan, 17. Jhdt.
[Bildquelle: centralasian. -- http://www.flickr.com/photos/centralasian/5540991421/. -- Zugriff am 2011-06-03. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung)]


2.142.36. Elefantenkral, Elefantenstall


11a./b. vītaṃ tv asāraṃ hasty-aśvaṃ vārī tu gajabandhanī

वीतं त्व् असारं हस्त्य्-अश्वं वारी तु गजबन्धनी ।११ क।

[Bezeichnungen für Elefantenkral bzw. Elefantenstall:]

  • वारी - vārī f.: Ort, wo Elefanten gefangen oder gefesselt werden: Elefantenkral, Elefantenstall
  • गजबन्धनी - gajabandhanī f.: Ort, wo Elefanten gefesselt werden

Colebrooke (1807): "An elephant stable."



Abb.: वारी । Udaipur - उदयपुर, Rajasthan
[Bildquelle: Ian Armstrong. -- http://www.flickr.com/photos/ianz/2541153504/. -- Zugriff am 2011-06-02. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, share alike)]


गजबन्धनी - gajabandhanī f.: Ort, wo Elefanten gefesselt werden



Abb.: गजबन्धनी । Elefantenställe, Hampi - ಹಂಪೆ, Karnataka
[Bildquelle: Andrea Kirkby. -- http://www.flickr.com/photos/andreakirkby/5428048646/. -- Zugriff am 2011-06-01. -- Creative Commons Lizenz (Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung)]


Zu kṣatriyavarga II. -- Vers 11c - 18 (Pferde)