Einführung in

Entwicklungsländerstudien

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3. Grundgegebenheiten: Gelände und Böden

Anhang: Bodenhorizonte und Bodenklassifikationen

 


zusammengestellt von Alois Payer

herausgegeben von Margarete Payer

mailto: payer@hdm-stuttgart.de


Zitierweise / cite as:

Entwicklungsländerstudien / hrsg. von Margarete Payer. -- Teil I: Grundgegebenheiten. -- Kapitel 3: Gelände und Böden. -- Anhang: Bodenhorizonte und Bodenklassifikationen   / zusammengestellt von Alois Payer. -- Fassung vom 2001-01-29. -- URL: http://www.payer.de/entwicklung/entw03a.htm. -- [Stichwort].

Erstmals publiziert: 1999-04-12

Überarbeitungen: 2001-01-29 [Update]

Anlass: Lehrveranstaltung "Einführung in Entwicklungsländerstudien", HBI Stuttgart, 1998/99

Unterrichtsmaterialien (gemäß § 46 (1) UrhG)

©opyright: Dieser Text steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Eine Verwertung in Publikationen, die über übliche Zitate hinausgeht, bedarf der ausdrücklichen Genehmigung der Herausgeberin.

Dieser Text ist Bestandteil der Abteilung Entwicklungsländer von Tüpfli's Global Village Library.


Skript, das von den Teilnehmern am Wahlpflichtfach "Entwicklungsländerstudien" an der HBI Stuttgart erarbeitet wird.


A1. Bodenhorizonte


Symbole und Definitionen für die wichtigsten Horizonte (nach Deutsche. Bodenkundliche Gesellschaft):

Unterwasserhorizonte

F

am Gewässergrund

Organische Horizonte

H

(Torf) aus Resten torfbildender Pflanzen (Torf) (H = Humus)
Hh = Hochmoortorf
Hn
= Niedermoortorf
Hu = Übergangsmoortorf

L

Streu, weitgehend unzersetzte Pflanzensubstanz an Bodenoberfläche (L = engl. litter)

O

Ansammlung stark zersetzter Pflanzensubstanz  (soweit nicht H oder L) (O = organisch)
Of = Vermoderungshorizont (f = fermentation)
Oh = Humusstoffhorizont (h = Humus)

Mineralische Horizonte

(weniger als 30% organisches Material)

A

Mineralischer Oberbodenhorizont mit Akkumulation organischer Substanz und/oder Verarmung an mineralischer Substanz
Aa = Anmoorhorizont (a = anmoorig)
Ae = verarmter, gebleichter, hellgrauer Horizont von Podsolen und podsolartigen Böden (e = eluvial, ausgewaschen)
Ah = im Bereich der Bodenoberfläche biologisch gebildtete humoser Mineralbodenhorizont (h = Humus)
Al = heller, an Ton verarmter Horizont (typisch für Parabraunerde) (l = lessiviert, an Ton verarmt)
Ai = A-Horizont ohne sichtbaren Humus, jedoch belebt und mit beginnender Bodenbildung (i = Initialstadium)
Ap = durch Pflugarbeit entstandener A-Horizont (p = Pflug)

B

Mineralischer Unterbodenhorizont. Farbe und Stoffbestand des Ausgangsgesteins verändert durch Akkumulation von eingelagerten Stoffen aus dem Oberboden und/oder durch Verwitterung und mit weniger als 75% Festgsteinsresten
Bh = mit eingeschwemmten Humusstoffen angereichert (h = Humus)
Bs
= mit eingeschwemmten Sesquioxiden (Oxide und Hydroxide von Aluminium, Eisen, Mangan) angereichert (s = Sesquioxide)
Bsh
= mit eingeschwemmten Sesquioxiden und Humusstoffen angereichert (s = Sesquioxide, h = Humus)
Bt
= mit vorwiegend unzerstörter Tonsubstanz angereichert (t = Ton)
Bu
= ferralitisiert (durch Eisenoxide gerötet) (u = ferralitisert, rubefiziert)
Buk
= massige Anreicherung von ferralitisertem Material = Anreicherungshorizont der Laterite (k = konkretiert, u = ferralitisiert)

C

Mineralischer Untergrundhorizont; Gestein, das unter dem Boden liegt, in der Regel das Ausgangsgestein, aus dem der Boden entstanden ist
Cc = mit Calciumcarbonat angereichert (c = Calciumcarbonat)
Cn
= unverwittertes Gestein (n = novus, neu)
Cv
= schwach verwitterterter Übergangshorizont zu unverwittertem Gestein (v = verwittert)

P

Mineralischer Unterbodenhorizont aus Tongestein (P = Pedosol)

T

Mineralischer Unterbodenhorizont aus dem Lösungsrückstand von Carbonatgesteinen, die über 75% Carbonat enthalten

S

Mineralbodenhorizont mit Stauwassereinfluss, Zeitweilig oder ständig luftarm (S = Stauwasser)
Sw = Stauwasserleiter (w = Wasserleiter)
Sd
= Stauwassersohle, Staunässesohle (d = dicht)

G

Mineralbodenhorizont mit Grundwassereinfluss (G = Grundwasser)
Go = Oxidationshorizont eines Grundwasserbodens (Schwankungsbereich des Grundwasserspiegels) (o = oxidiert)
Gr
= Reduktionshorizont eines Grundwasserbodens (ständiger Grundwasserbereich) (r = Reduktion)

M

Mineralbodenhorizont des Kolluviums (zum Hangfuß durch Hangabtragung verfrachtetes Material), Äoliums (zusammengewehtes Material) und des durch den Fluss angelagerten Braunen Auenbodens (M = lat. migrare = wandern)

von Menschen gemachte Horizonte

E

aus aufgetragenem Plaggenmaterial (mit Spaten abgehobene Grasnarbe oder Heide) entstandener Horizont

R

Mischhorizont, durch tiefgreifenden bodenmischenden Umbruch entstanden (R = Rigosol)

Y

durch künstliche Aufschüttung oder Aufspülung entstandener Horizont

Durch die Abkürzungen lässt sich die Abfolge der Horizonte in ein Bodenprofil leicht bezeichnen: z.B. Ah/Bv/Cv


Kleinbuchstaben als Merkmalssymbole:

Kleinbuchstaben NACH Großbuchstaben des Horizonts: Merkmale der Bodenbildung:

Kleinbuchstaben VOR Großbuchstaben des Horizonts: Merkmale durch geologische oder von Menschen bedingte Prozesse:


Jeder Horizont wird außerdem durch eine genormte Farbangabe sowie durch eine Bodenart weiter bestimmt.


A2. Andere Bodenklassifikationen


A2.1. International: Klassifikation der Weltbodenkarte der FAO-UNESCO (überarbeitete Fassung von 1988)


"Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Anschauungen über die Prinzipien der Bodensystematik und die Terminologie bei der Ansprache der Böden ist es ein großer Fortschritt, dass im Zuge der Erarbeitung der Weltbodenkarte eine einheitliche Legende aufgestellt wurde, die heute 28 'soil groups' ausweist, die von 'soil units' untersetzt werden, und dem Kartenmaßstab entsprechend ( 1 : 5 Mio.) die Vielfalt der Bodenbildungen gut wiederzugeben in der Lage ist."

[Konrad Billwitz In: Lehrbuch der allgemeinen physischen Geographie / hrsg. von Manfred Hendl und Herbert Liedtke ... -- 3., überarb. und erw. Aufl. -- Gotha : Perthes, ©1997.  -- (Perthes Geographiekolleg). -- ISBN 3-623-00839-7. -- S.264]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folgende Bodenklassen früherer Weltbodenkarten wurden 1988 gestrichen:


Die genannten ersten Gliederungseinheiten der FAO-UNESCO-Klassifikation werden durch Hinzufügung folgender Adjektive noch weiter untergliedert:


A2.2. USA: Comprehensive Soil Classification System


Keys to soil taxonomy. -- 8. ed. -- 1988. -- URL: http://www.statlab.iastate.edu:80/soils/keytax/KeystoSoilTaxonomy1998.pdf. -- Zugriff am 2001-01-29. -- [grundlegend]

Die Bezeichnungen für die Suborders werden nach folgender Regel gebildet:

Erste Silbe = qualifizierend (s.unten) + zweite Silbe aus Name des orders

1.Gruppe: Böden mit gut entwickelten Horizonten oder völlig verwitterten Materialien: resultierend aus lange andauernder Anpassung an Bodentemperatur und Bodenwasserverhältnisse:

 


2. Gruppe: Böden mit einem großen Anteil an Organischem Material:


3. Gruppe: Böden mit schwach entwickelten oder keinen Horizonten, fähig zu weiterer mineralischer Veränderung:


Erste Silbe zur Kennzeichnung der Suborders:


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