Einführung in

Entwicklungsländerstudien

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51. Ausgewählte Problemfelder der Entwicklung: Tourismus

Teil III


zusammengestellt von Alois Payer

herausgegeben von Margarete Payer

mailto: payer@hdm-stuttgart.de


Zitierweise / cite as:

Entwicklungsländerstudien / hrsg. von Margarete Payer.  -- Teil V: Ausgewählte Problemfelder der Entwicklung. -- Kapitel 51: Tourismus / zusammengestellt von Alois Payer. -- Teil III.  -- Fassung vom 2001-02-23. -- URL: http://www.payer.de/entwicklung/entw513.htm. -- [Stichwort].

Erstmals publiziert: 2000-09-04

Überarbeitungen: 2001-02-23 [Update]

Anlass: Lehrveranstaltung "Einführung in Entwicklungsländerstudien". HBI Stuttgart, 1998/99

Unterrichtsmaterialien (gemäß § 46 (1) UrhG)

©opyright: Dieser Text steht der Allgemeinheit zur Verfügung. Eine Verwertung in Publikationen, die über übliche Zitate hinausgeht, bedarf der ausdrücklichen Genehmigung der Herausgeberin.

Dieser Text ist Bestandteil der Abteilung Entwicklungsländer von Tüpfli's Global Village Library.


Skript, das von den Teilnehmern am Wahlpflichtfach "Entwicklungsländerstudien" an der HBI Stuttgart erarbeitet wird.


0. Übersicht


Teil III.  = der vorliegende Teil



Teil I.  -- URL: http://www.payer.de/entwicklung/entw511.htm.



Teil II.  -- URL: http://www.payer.de/entwicklung/entw512.htm



Teil IV.  -- URL: http://www.payer.de/entwicklung/entw514.htm



12. Individual- oder Alternativtourismus


"Die »Alternativtouristen« treiben sich schon lange in den Urlaubsgegenden auf der ganzen Welt herum. Ob auf dem Inka-Trail in Peru, an der mexikanischen Pazifikküste oder im indischen Kaschmir: Die Traveller haben ihre eigenen Anlaufpunkte, die durch Mundpropaganda und durch einen wachsenden Reiseführermarkt weitergegeben werden. Treffs sind kleine Pensionen, Gästehäuser oder Hütten am Strand. Reiseerfahrungen werden dort ausgetauscht -- am wichtigsten die Tipps, wie man mit wenig Geld »über die Runden kommt«. Denn nach dem Kauf des Flugtickets muss die Reise billig sein und möglichst lange dauern.

Natürlich gibt es auch Alternativurlauber, die ihren festen Rückflugtermin gebucht haben: Vorlesungen an der Uni warten nach dem Freisemester, oder ein Arbeitsplatz muss angetreten werden. Aber eine ganze Reihe Langzeiturlauber verdienen sich unterwegs ihr Reisebudget. Sie backen Vollkornbrot für die anderen Freaks, eröffnen Restaurants, besorgen Rauschgift in den Anbaugebieten und dealen es teuer an den Hippiestränden.

Die »Low-Budget-Urlauber« wollen mehr erleben als die normalen »Tourist«. Sie haben den Anspruch, hinter die Kulissen zu schauen, mit den Einheimischen zusammenzuleben, um mehr über Land und Leute zu erfahren. Dabei achten sie auf ihre Reisekasse. Nicht nur um den Zimmerpreis wird gefeilscht. Die Ananas auf dem Markt wird um Pfennigbeträge heruntergehandelt, das Souvenir auf dem Basar erst nach zähen Verhandlungen erstanden. Wenn sich die Langgereisten dann wieder einmal treffen, zum Beispiel in Kathmandus Travellervorort Thamel, werden alte Erlebnisse ausgetauscht. Wie viel billiger war doch früher alles! Viele Strände sind von Neckermännern eingenommen -- wie etwa Koh Samui in Thailand --, aber immer noch finden sich neue Geheimtipps in »entlegenen Winkeln« der Erde.

Dabei sind die »Alternativreisenden« längst in die touristische Infrastruktur integriert. Dort, wo es früher nur ein paar Fahrradverleiher an den Freakstränden gab, können sich heute die an Mobilität gewöhnten Europäer fast überall Motorräder ausleihen. Die kleinen Pensionen haben zusätzliche Zimmer angebaut, aus den Lautsprechern in den Restaurants donnert »Techno-Sound«, und die Speisekarte ist auf den europäischen und nordamerikanischen Geschmack abgestimmt.
Kein Wunder, dass in den letzten Jahren immer mehr Pauschalreisen für »Alternativreisende« angeboten werden. Die Schlauchbootfahrt im Himalaja steht genauso auf dem Programm wie die Wüstendurchquerung im umgebauten Militärlastwagen."

[Hammelehle, Jürgen: Touristen- und Tourismus-Typen. -- In: Zum Beispiel Tourismus / Redaktion: Jürgen Hammelehle. -- 3., aktualisierte Aufl. -- Göttingen : Lamuv, ©1995. -- (Süd-Nord). -- ISBN 3889772129. --  S. 23 - 24. -- {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch  bei amazon.de bestellen}]


12.1. Zum Beispiel: Lonely Planet  -- vom Geheimtipp für Rucksacktouristen zum Massentourismus-Reiseführer


Einer gute Illustration dazu, wie wenig alternativ "Alternativtourismus" ist, zeigt die Geschichte der Verleger der Lonely Planet Reiseführer [Webpräsenz:  http://www.lonelyplanet.com/. -- Zugriff am 2001-02-23]

"BANGKOK, Thailand -- Australians scour their pages for the cheapest guesthouses in Bangkok. The Japanese look them up to find the best beer in Prague. Even well-heeled Americans, who wouldn't be caught dead with a backpack, now tuck them into their designer luggage.

Still the staple of low-budget, ready-to-rough-it travelers, Lonely Planet guides have also moved into the mainstream among the world's best-sellers in the field.

And the couple that started them 25 years ago as shoestring travelers are now millionaires heading a media empire that includes more than 350 titles, as well as a television series, a photo bank and popular Internet site.

Growing at an annual average of 20 percent in recent years, Lonely Planet notched $21 million and 2.8 million books in global sales in the year ending in mid-1997.

»We came along at just the right moment,« says owner-director Tony Wheeler. »What are now pretty ordinary places were still considered weird and wonderful. And tourism as a whole was taking off in the early 1970s.« ...

The guides also draw fire from conservationists, who say they attract travelers to tribal regions, fragile environments and other once little-visited areas. Mr. Wheeler's guides were early promoters of adventure travel and eco-tourism, especially in Third World countries.

»Alternative tour guides have significantly contributed to put new destinations on the world tourism map and to pave the way for mass tourism development,« says Anita Pleumarom of the Tourism Investigation and Monitoring Team, a Bangkok-based watchdog group.

»What can you say? We've been an influence in some of these places,« Mr. Wheeler says. »But people would go there anyway. I worry about it in some respects but I don't lose sleep over it at night«....

Unlike most others, its 844 pages direct travelers to the remotest corners, which some conservationists would prefer remained untouched by tourism."

[Gray, Denis D.: Backpackers' `bibles' now mainstream travel guides. -- In: The Washington Times. -- 2 Aug 1998, pp. E2.]


12.2. Zum Beispiel: Bed &Breakfast in Costa Rica



Abb.: Lage von Costa Rica (Quelle: CIA)

"In Costa Rica habe man in erster Linie die Initiative einheimischer Frauen unterstützt, die mit ihrem »Bed & Breakfast«-Angebot eine sanfte Alternative zum gängigen Massentourismus darstellten, sagt Carlos Maldonado von der ILO [International Labour Organisation]  in Genf: »Wir unterstützen die einheimischen TouristikerInnen, die einen immer einflussreicheren Gegenpol zu den gängigen Investitionen internationaler Unternehmen bilden. Bereits heute droht der boomende Massentourismus, die weltweit einzigartigen Naturreservate des Landes zu zerstören.« Primäres Ziel der ILO ist jedoch nicht die Tourismusförderung, sondern die Stärkung privatwirtschaftlicher Kleinunternehmen. Als im Rahmen des 1991 lancierten Projekts PROMICRO (Programme sous-regional de promotion des organisations, structures et programmes d'appui ä la micro-entreprise en Amerique centrale) [Webpräsenz: http://www.ilo.org/public/french/employment/ent/papers/promicro.htm. -- Zugriff am 2001-02-23] zusammen mit Nicht-Regierungs-Organisationen NRO die ersten nationalen Seminare stattfanden, waren es in Costa Rica fünf Zimmervermieterinnen, die ihre Kolleginnen organisierten und die NRO TURCASA  gründeten. Heute sind rund 250 Frauen Mitglied. Sie profitieren von einem professionell geführten Vermittlungsdienst, einem dank dem internen Fonds erleichterten Zugang zu Kleinkrediten und können sich in Tourismus-Ausbildungsseminaren beruflich weiterbilden. Dank initiativer im Tourismus tätiger Frauen und mit Hilfe der costaricanischen NRO ACEPESA (Asociacion Centro Ejecutor de Proyectos Economicos y Salud) sowie der finanziellen Unterstützung der ILO gelang es weiter, eine heute von den nationalen Behörden anerkannte touristische Berufsorganisation, Canamet, zu gründen. 1'200 Frauen, die unterschiedlichste touristische Aktivitäten ausüben, haben sich mit dem Ziel, einen ökologisch verträglichen Tourismus anzubieten und sich gegenseitig zu unterstützen, zusammengeschlossen. Von rund 500 Frauen wurde weiter die Reiseagentur jadetour SA gegründet, welche die verschiedenen touristischen Dienstleistungen der Mitglieder kombiniert und als Ökotourismus-Arrangements im In- und Ausland verkauft. Laut Maldonado ist der Erfolg dieses Projekts vor allem auf die in Costa Rica vorgefundenen guten Rahmenbedingungen zurückzuführen. »Das Bed & Breakfast«-Angebot hat in diesem Land Tradition. Vor allem junge Erwachsene hauptsächlich aus den USA kommen seit Jahren für den Besuch von Spanischkursen in dieses zentralamerikanische Land. Für viele ältere US-AmerikanerInnen ist Costa Rica zur zweiten Heimat geworden, wo sie die Hälfte des Jahres wohnen. Zudem haben infolge des Konjunktureinbruchs und der Rezession Ende der achtziger Jahre vor allem viele Mittelschichtfrauen ihre Erwerbsarbeit verloren. Die Zimmervermietung an TouristInnen hat sich als alternative Einkommensquelle angeboten, umso mehr als ein großer Teil der Frauen bereits über die entsprechende Infrastruktur, ein genügend großes und komfortabel eingerichtetes Haus, verfügte.« Die ILO habe inzwischen Anfragen aus anderen zentral- und lateinamerikanischen Ländern erhalten, die dieses Modell kopieren wollen. Zum Erfolg meint Maldonado: »Ich warne vor allzu großen Hoffnungen, denn ein wesentlicher Grund für das Gelingen des Projekts waren die erwähnten optimalen Voraussetzungen in Costa Rica.«"

[Fierz, Gaby: »Gender«: kein Thema : Tourismusförderung im Süden. -- In: Herrliche Aussichten : Frauen im Tourismus / Karin Grüter ... (Hrsg.). -- Zürich : Rotpunktverlag, ©1996l. -- (Kleine Reihe Tourismus & Entwicklung ; Bd. 7). -- ISBN . -- S. 52 - 53. -- {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch  bei amazon.de bestellen}]


12.3. Zum Beispiel: Stadtbesichtigung Bombay, Indien


 
Abb.: Lage von Bombay (Quelle: CIA)

"Wellblech und Spitzbögen : Fahrplan für eine Tagesreise durch Bombay

Von Ilija Trojanow

 


Abb.: Gateway of India, Bombay (© CORBIS )


Abb.: Posters for Bollywood Movies, Bombay, 1996 (©CORBIS)

Bombay -- seit einiger Zeit zu Ehren der indischen Schutzgöttin der Stadt in Mumbai umbenannt  -- ist eine Stadt der Illusionen und der zerschlagenen Träume. Aus sieben Inseln zur kompakten Landmasse gefügt, zog die Stadt von Anfang an Glückssucher jeder Art an: heute verfertigt dort die indische Filmindustrie ihre bunten «Bollywood»-Träume. Viele reale Lebensläufe aber finden kein Happy End, sondern versanden in den riesigen Slumquartieren.


Abb.: Plan von Mumbai (Bombay) [Quelle: http://theory.tifr.res.in/bombay/tourist/index.html. -- Zugriff am 2000-07-25]

Um die Schönheit Bombays zu erfahren, sollte man früh aufstehen. Zur Morgenstunde liegt die Stadt so entspannt und friedlich am Meer, dass sich keiner zu hupen traut. Fußgänger sind unterwegs, Frauen in Saris und Turnschuhen, Männer in zu engen Tennishosen. Die Obdachlosen schütteln den harten Bürgersteig aus ihren Knochen, waschen sich am Straßenrand mit Hilfe eines Plastikeimers. Herrenlose Hunde lungern herum. Der Chaiwala bereitet seinen Samowar vor, wärmt Milch auf, wäscht seine kleinen Teegläser. Einige persisch aussehende Männer eilen vorbei: Parsis auf dem Weg zum Feuertempel. Die ersten Straßenverkäufer packen ihre geschmuggelten Waren aus den Plastikbeuteln. Und in den Parks treffen sich die Mitglieder der Lachklubs. Nach einer halben Stunde gemeinsamen Lachens fühlen sie sich für einen weiteren Tag der Hektik und Anstrengung gerüstet. Denn nur zwei Stunden später ist die Stadt nicht wiederzuerkennen: gehetzt, laut, überfüllt und voller hupender Aufschreie.

Armut und Wucher


Abb.: Victoria Station, Bombay (© CORBIS)

Nirgends kann man den Sog, den Bombay ausübt, besser spüren als um 10 Uhr morgens an der Victoria Terminus Station. Alle drei Minuten rollt ein Nahverkehrszug ein, aus dem die ersten Passagiere noch in Fahrt herausspringen. Als seien Deiche geöffnet worden, überfluten sie den Bahnsteig und stoppen draußen den Verkehr, wenn sie die Strasse ungeachtet der Ampel überqueren. Fast sechs Millionen Fahrgäste transportieren diese Züge täglich, morgens aus den Wohngebieten im Norden der Stadt in die Geschäftsviertel des Südens und abends wieder zurück. Insofern bietet es sich an, eine Fahrt mit dem Zug in entgegengesetzter Richtung vorzunehmen.

Auf der Harbour Line, einer von nur drei Strecken im Netz, wird man bald durch Stadtviertel geführt, die in keinem Reiseführer stehen. Nach der Station Kurla verlangsamt der Zug seine Fahrt auf 20 Kilometer pro Stunde, weil direkt neben den Gleisen Barackensiedlungen wuchern: Behausungen aus meist verrostetem Wellblech, Strohmatten und einem schwarzen Plastiküberzug. Dazwischen gelegentlich etwas Lehm oder Ziegel. Diese langjährigen Provisorien erheben sich auf zwei Stockwerken: Ein Mädchen, das von ihrer Schwester gerade gekämmt wird, sitzt vor einer klitzekleinen Tür im oberen Stock -- die Passagiere könnten mit ausgestreckter Hand ihr glänzendes schwarzes Haar berühren. Die Anwohner scheinen nicht wahrzunehmen, dass ein Zug durch ihr Wohnzimmer braust. Zwischen zwei Gleisen haben sie einen Markt mit festen Ställen aufgebaut. Auf dem Bahndamm werden Kleider getrocknet. Kleine Schweine stöbern durch die Müllhaufen. Man tuckert durch fremde Intimsphären, sieht Menschen ihre Notdurft verrichten, sich waschen oder streiten oder vor ihren zeltartigen Behausungen auf einem geflochtenen Bett schlafen. Und zwischen all dem wirbt auf einem zerfransten Banner eine christliche Website.


Abb.: Bandra Slum, Bombay, 1996 (© CORBIS)

Slum! Mit diesem Wort werden solche Viertel, in denen fünfzig bis sechzig Prozent der Einwohner Bombays hausen, auf einen täuschend klaren gemeinsamen Nenner gebracht. Mit Slums wird meist ein anderes Wort assoziiert: encroachment, auf Deutsch nicht einfacher zu übersetzen als mit «illegaler Übergriff» (auf Eigentum an Grund und Boden). Denn kaum ein Slum steht auf rechtmäßig erworbenem und brav ins Grundbuch eingetragenem Land. Slums wuchern über jede Freifläche der Stadt, die nicht rigoros eingezäunt und bewacht wird. Im Nu entstehen Barackensiedlungen, ermöglicht durch die zynische Gier einer kleinen Gruppe von Ausbeutern: die Slumlords, die an Analphabeten Land verkaufen, das ihnen nicht gehört; die Politiker, die ihre schützende Hand über den Slum halten und Wählerstimmen gegen leere Versprechen eintauschen; die Beamten, die regelmäßige Zahlungen so selbstverständlich einfordern wie Hausherren die Miete.

Ein «Grundstück» von zehn mal zehn Fuß (ausreichend für eine fünfköpfige Familie, denn drei Viertel aller Familien hausen in einem einzigen Zimmer) kostet etwa 1000 Mark. Als Grundgebühr sozusagen, zu der sich monatliche Zahlungen addieren. Hat man den Slumlord zufrieden gestellt, folgt Schritt um Schritt eine trügerische Normalisierung. Wasser- und Stromleitungen werden angezapft und durch den neuen Slum verlegt. Ein Agent besorgt für bescheidene 200 Mark eine «ration card», die einem nicht nur den Anspruch auf subventionierten Reis gewährt, sondern auch als eine Art Ausweis dient, mit dem man sich etwa in die Wählerlisten eintragen lassen kann.

Etwa zwanzig Minuten dauert die Fahrt durch Viertel wie Gowandi und Mankhurd, und der Besucher hat reichlich Zeit, das eine oder andere Vorurteil zu korrigieren. Vielleicht staunt er über die Vielzahl der Fernsehantennen oder über die schmucken, sauberen Uniformen der Schulmädchen. Oder er erfreut sich an einer mit altmodischen Singer-Maschinen ausgestatteten Schneiderei, aus der ihn die gerade ruhenden Schneider in synchroner Geste anlächeln.


Abb.: Morning Rush Hour at Churchgate Railway Station , Bombay, 1996 (©CORBIS)

Zurück im Süden der Stadt, gelüstet es den Besucher nach stabileren Bauten, errichtet mit einer Phantasie, die nicht nur von der Not angetrieben wird. Zwischen den zwei Bahnhöfen Victoria und Churchgate haben die Stadtväter eine Vielzahl von denkmalgeschützten «Heritage»-Gebäuden ausfindig gemacht, von denen die 15 wichtigsten am Abend beleuchtet werden. Es handelt sich allesamt um viktorianische Bauten in einem hybriden Stil, der «Indo-Sarazene» genannt wird, obwohl es sich keineswegs nur um eine Vermählung von arabischen und indischen Elementen handelt. Der Rajabhai-Turm der Universität etwa ahmt den Campanile in Florenz nach, das Oberste Gericht entstammt hingegen einer neugotischen Gruselgeschichte. Und das Hauptpostamt versteht sich als Kathedrale der Kommunikation. Unter einer gewaltigen Kuppel läuft eine achteckige Galerie, im Erdgeschoss umranken jede Menge Spitzbögen und geschmückte Säulen einen runden Altar von vergitterten Schaltern, vor dem der postalen Bürokratie statt Kokosnüssen Geduld geopfert wird. Ein Blick in die Alkoven, an den scheinbar in Meditation versunkenen Beamten vorbei, offenbart, dass hier noch einem fanatischen Papierkult gehuldigt wird. Trotz den langen Wartezeiten ist das GPO (General Post Office) ein sympathisch anachronistischer Ort, an dem die modernen Mantras von Effizienz und Auslastung nichts zählen.

Goldene Stadt

Zwischen Bombay und Mumbai sind nur einige Buchstaben verrutscht. Ein Zeichen für die Verschmelzung, die seit je in Bombay stattgefunden hat, so auch zwischen dem guten Hafen (Bom Bahia auf Portugiesisch) und der achtarmigen Göttin Mumbadevi, Patronin der Stadt. Einst auf faulem Fisch errichtet und später zu großen Teilen dem Meer entrissen, hat sich Bombay von Anfang an in die Hände von Emigranten, Glückssuchern und Gierhälsen begeben. Die Krämer der East India Company, die wie Generäle konzipierten und agierten; die zoroastrischen Parsen aus Gujarat, die solide Schiffe zimmerten und ihren Reichtum in gemeinnützige Bauten steckten; die Verzweifelten aus Orissa, Bihar, Uttar Pradesh oder Nagaland, die ihre Muskelkraft wortwörtlich für eine Handvoll Reis zur Verfügung stellten und die dafür gesorgt haben, dass bis zum heutigen Tag in Bombay gegen Geld jede Dienstleistung erhältlich ist.

Nachsicht oder Rücksicht war den Einwanderern und Eroberern fremd. In einer Art negativer Schönheitschirurgie wurden die sanften Hügel, die einst hinter dem Ufer anstiegen, abgetragen. 1862 wurden die sieben ursprünglichen Inseln zu einer einzigen Landmasse zusammengefügt. Das Feld war bestellt: 603 Quadratkilometer, auf denen sich immer mehr Menschen zusammendrängten (heute etwa 15 Millionen) und mit ihnen sich immer mehr Reichtum einfand, weswegen die Stadt auch Sonapur geheißen wird -- die goldene Stadt. Heute werden 33 Prozent der gesamtindischen Einkommenssteuer in Bombay erhoben -- in den feinen Vierteln leben mehr Dollarmillionäre als in ganz Deutschland. Der Hafen hat zwar an Bedeutung verloren, dafür boomen die neuen Industrien, die Software- und Hardware-Technologie. Und weiterhin wird wenig Rücksicht genommen: Pro Einwohner gibt es nicht einmal 0,1 Quadratmeter Grünfläche (im Vergleich dazu: 2,2 in New York).

Wahrscheinlich hat Bombay über die Jahrhunderte hinweg am meisten von der Textilindustrie profitiert. Vor zwanzig Jahren noch hätte man inmitten der Stadt das Rattern von mehr als 70 Spinnereien hören können. Doch dann kam der große Streik von 1982, den die Eigentümer nutzten, um eine längst überfällige Modernisierung und Rationalisierung durchzuführen. Die Fabriken schlossen, und die Arbeiterschaft verelendete. Heute reiben sich Stadtplaner und Bauherren die Hände, wenn sie an diese riesigen verlassenen Gelände denken, in denen man schon begonnen hat, Kegelbahnen, Discos, Restaurants und schicke Wohnblöcke zu errichten.


Abb.: Hochzeitskleid, Bombay, 1996 (©CORBIS)

Die Spinnmaschinen und Webstühle mögen verstummt sein, doch mit Stoffen gehandelt wird in Bombay wie anno dazumal. Neben der größten Moschee der Stadt, der Juma Masjid, finden sich in dem Koordinatensystem eines orientalischen Basars Seite an Seite die zwei größten Märkte: Mangaldas und Mulji Jetha. Letzterem wird nachgesagt, der größte Stoffmarkt der Welt zu sein. Der Besucher wird sich jedoch an den endlosen Reihen gut beleuchteter Rollen von Baumwolle, Seide und Polyester bald satt sehen und diesem Grossistenmarkt den Rücken zuwenden. Im Mangaldas-Markt fliegen dagegen die Fetzen. Die Gujarati-Händler breiten mit stolzer Geste jeden Stoff aus, auf den man auch nur geschielt hat, und schneiden sofort ein Stückchen ab, wenn sich das Interesse konkretisiert. Sie erheben ihre Stimme, um die Qualität anzupreisen und den Preis zu senken. Sonst beobachten sie mit der schläfrigen Aufmerksamkeit von Krokodilen das Ringen der großen Frauenrunde um den richtigen Stoff zur Hochzeit. Die bescheidenen Stände (insgesamt 1000 an der Zahl) ließen nicht erraten, was für Imperien mit Baumwolle gesponnen worden sind. Insbesondere während des Amerikanischen Bürgerkrieges, als Indien plötzlich zum einzigen großen Lieferanten Europas avancierte und ein einziges Schiff, das weder Stürmen noch Piraten zum Opfer fiel, Handelsleute zu Millionären machte.

Auch heute wird mit Stoff viel Geld verdient, vor allem durch die Produktion von Massenware für westliche Märkte. Die sogenannten «export rejects», die zweitklassigen Kleidungsstücke, werden an der Fashion Street verkauft -- dem qualitativen Minderanspruch gemäss auf dem Bürgersteig. Nur zieht sich dieser Bürgersteig von Churchgate Station bis Dhobi Talao über mehrere Kilometer hin. Hier kauft halb Bombay ein und schachert, was das Zeug hält.

An Basaren herrscht kein Mangel. Wie in vielen anderen Regionen dieser Welt scheint die Zahl der Verkäufer die Zahl der Käufer zu übersteigen. Nördlich der Stoffmärkte erstreckt sich der Zaveri Bazaar, die Goldzentrale des einzigen Landes, das weiterhin inbrünstig an die Macht des Glitzerns glaubt (weswegen der Goldpreis weltweit vor allem durch indische Einkäufe gestützt wird). Es schließt sich der Chor Bazaar an, der «Marktplatz der Diebe», wo man fast alles finden kann. So auch die Felgen, die einem am Vortag gestohlen worden sind.

Am frühen Abend würden die ehemaligen Inseln wieder gerne ihre Schönheit zeigen. Aber der Berufsverkehr stört. Trotzdem sollte man die letzte Stunde des Tages an einem der Strände der Stadt verbringen, inmitten von Großfamilien, die den Sonnenuntergang lautstark genießen. Oder an der einzigen Promenade Bombays, dem Marine Drive, entlangspazieren und den Pärchen zusehen, die Händchen halten oder sich zaghaft umarmen. Die Kinder hingegen springen piepsend sich überschlagenden Wellen aus dem Weg. -- Solche beschaulichen Momente sind rar. Doch Bombays Reiz liegt woanders. Es vereint verschiedenste Welten des Ostens und des Westens, der Vergangenheit und der Zukunft, der Verschlossenheit und der Öffnung. In vielerlei Hinsicht erscheint dieser unbändige Moloch wie ein Laboratorium für die Zukunft der Menschheit: hybride, dynamisch, gnadenlos und widersprüchlich bis über jede Schmerzgrenze hinaus. Aber auch voller Leben und reicher an Erscheinungsformen als jeder Hindu-Gott.

Ilija Trojanow ist Schriftsteller und lebt zurzeit in Bombay."

[Trojanow, Ilija <1965 - >: Wellblech und Spitzbögen : Fahrplan für eine Tagesreise durch Bombay. -- In: Neue Zürcher Zeitung. -- Internationale Ausgabe -- Nr. 170 (24.07.2000). -- S. 21]


13. Ökotourismus


Eine lange Tradition hat Ökotourismus in den Nationalparks und Wildreservaten Afrikas.

Zum Ökotourismus in Afrika:


13.1. Zum Beispiel: Monarchfalter in Mexiko



Abb.: Monarchfalter auf einem Baumstamm in ihrem Winterquartier, Michoacan, Mexiko [©Corbis]


Abb.: Herbstwanderung der Monarchfalter
[Quelle: http://fredstrom.lps.org/monarch/migmap.html. -- Zugriff am 2000-07-10. -- Am 2001-02-23 toter Link]

Jedes Jahr wandern unzählige Monarchfalter (Danaus plexippus) von ihren Somerweiden in Kanada fast 8000 km weit zur Überwinteruung nach Zentralmexiko. 

Ausführlich zum Monarchfalter: Monarch Watch / University of Kansas Department of Entomology & University of Minnesota Department of Ecology. -- URL: http://www.monarchwatch.org/. -- Zugriff am 2001-02-23 

In Mexiko gibt es 13 Naturschutzgebiete für Monarchfalter, drei davon sind dem Publikum zugänglich mit folgenden Folgen: 

As of November 2, 1999, about 5 million monarchs are at the sanctuaries in Mexico, with about 180 million on their way. The arrivals began on October 23, according to the government news agency Notimex. Over the next four months, at least 180,000 people are expected to visit the monarch sanctuaries in Michoacan. [Quelle: http://gomexico.about.com/travel/gomexico/library/weekly/aa062299.htm. -- Zugriff am 2000-07-10]

"Because so many people visit the butterfly sites in Mexico, time may be running out for the monarch. ``The pressure on that area will destroy the butterflies within a decade,'' says Lincoln Brower, an eminent American lepidopterist who believes ecotourism and logging in the winter habitat must be stopped in order to save the North American monarch. ``It's total chaos. I don't think they should have opened some of the sites to the public.'' But David Gibo, a University of Toronto professor, and Jurgen Hoth, an environmental adviser with the Mexican embassy in Ottawa, say no one knows what would happen to the monarchs if they could no longer winter at their current sites. Regardless, Brower led the push to have the migration listed as an endangered phenomenon by the American government, guaranteeing its protection in the United States. ``The combination of the logging and the tourism is really, really destructive,'' says Brower, who has been studying monarchs at their wintering sites since 1975. ``We're at the point of no return. We have about five years to get it under control. After that, it will be too late.'' Since the North American Free Trade Agreement was signed in 1996, binding Canada, Mexico and the United States economically, the monarch butterfly has often been used as a symbol of unity among the countries. The Commission For Environmental Cooperation was set up by the three NAFTA signatories, and in 1997, held a conference on the protection of the monarch. It recommended major reforms to the way ecotourism and sustainable development are practised at the wintering sites. Gibo, however, fears that many of his colleagues and the private organizations supporting them are overreacting. ``The butterfly seems to be able to arouse a lot of passion amongst the people who study and collect them,'' Gibo says. ``But that passion shouldn't be what influences people like scientists and politicians. ``The people in the area, the people in the community have to be involved in any process that regulates tourism in the area or logging there. ``You can't expect to keep the people who live off the land and need it for their sustenance off it all of a sudden. The distribution of the land to the locals was one of the most important legacies of the revolution. ``How can you expect the locals to not benefit from the tourism that is being drawn in?'' Gibo says organizations and government agencies should be working with the locals to develop sustainable ecotourism that would distribute money equitably to the surrounding communities.He also says that keeping people off the sites would prevent them from understanding the importance of their environment. ``Getting laws passed to protect things like the monarch, instead of finding solutions from the grassroots, from the community, only alienates people.''"

[Grewal, San: Are tourists loving monarchs to death?. -- In: The Toronto Star. --  26 Feb 2000]


13.2. Zum Beispiel: Ökotourismus in Thailand



Abb.: Karte von Thailand (Quelle: CIA)

"CHIANG MAI, Thailand, Aug. 25 (Panos/IPS) -- With its lush flora, springs, caves and orchards the cluster of villages near the mist-enveloped Pra Chang mountain in northern Thailand's Phayao province seems an ideal location for ecotourism. But just a year after it was initiated, the project -- called the Responsible, Ecological, Social Tour (REST) program -- is prompting strong criticism from Thai environmentalists who say it does not live up to any of the grand adjectives in its long name. Officials at the nongovernmental organization running the project admit it has fallen well short of its ecological aims but want to continue with it for the sake of the local communities involved.

It is all part of a growing debate in Thailand over whether ecotourism is really the green and sustainable alternative to mass tourism that it is made out to be, or merely a ploy to open up ecologically sensitive areas to tourists. Financial crisis-hit Thailand hopes to attract some 17 million tourists in 1998 and 1999, and with them some sorely-needed foreign exchange. Currency devaluations following the financial crisis of 1997 could make Thailand a cheap and attractive tourist destination and the government has been fervently embracing ecotourism. But whether such a move will benefit local communities remains an unresolved question -- so hazy is the current debate, in fact, that there is no standard definition of ecotourism within the government.

Supporters say ecotourism is good for the environment, and involves and benefits local communities. But others argue it only makes locals' lives entirely dependent on tourism at the cost of traditional sources of income -- if tourists do not turn up, locals find it hard to make ends meet.

REST officials say their idea was to encourage local communities to carry out tourism on a small and sustainable basis. But they claim the project has whetted villagers appetite for money spinning mass tourism, threatening its ecological aspect. »The villagers just do not seem to understand the ecological benefits of ecotourism,« complains Udom Charoenniyomprai of the Chiang Mai-based Inter-Mountain Peoples Education and Culture in Thailand Association (IMPECT). »They feel the earnings are too little and the tourists too few. But this contradicts our ecotourism policy.«

IMPECT is the local partner in the REST program, which is part of a nationwide chain of 13 ecotourism projects. Since its inception in 1997 the project in Phayao has earned around 50,000 baht ($1,250) from 12 groups of Canadian, Japanese, Polish and Thai tourists. Its critics say blaming villagers overlooks other flaws. »The Phayao project is a typical example of an agriculturally weak and vulnerable village being targeted for tourism activities and gaining access to easy money,« says Chayant Pholpoke, an activist with the Thai Network on Tourism, who has participated in an evaluation of the REST project. »Instead of first strengthening their existing economic base another new activity has been pushed into their lives.«

Critics of ecotourism also say that the money which finally reaches the local communities is too small to make a difference. Given Thailand's feudal rural structure, most of the income is siphoned off by influential individuals instead of being fed back into the village through community organizations as planned, they say. »To expect to earn income from tourism which operates under the old economic-political structure is frightening,« says Attachak Satyanurak, lecturer at Chiang Mai University's History Department, about the REST program.

But the fact remains that since the late 1980s Thailand's average income from (foreign) mass tourism has been over five billion dollars annually -- the largest source of revenue in the country's service sector. And if things go according to plan, a current 'Amazing Thailand' tourism campaign will net 15 billion dollars in 1998-1999. Such lucrative earnings mean local considerations may well take second place to the need to earn foreign exchange for the national economy.

Critics say that, at the national level, the concept of 'ecotourism' has been cleverly appropriated and distorted by official bodies and private operators who are deeply involved in mass tourism. »According to the National Plan we will further develop ecotourism in the north of Thailand,« says Saratwadee Asasupakit from the Tourism Authority of Thailand (TAT) regional office in Chiang Mai. »But there is still no standard for defining what ecotourism means,« she admits. With the number of tourism sites in Thailand reaching saturation point, and under pressure to earn more revenue, TAT has targeted the country's 81 national parks for new tourism projects in recent years.

In the past such intervention has been extremely controversial -- as in the late 1980s when authorities allowed the construction of a tourist resort and golf course in Khao Yai National Park, central Thailand. The project was eventually shut down after several elephants died falling off cliff faces while trying to avoid new roads and deer died after eating golf balls.

Despite such experiences, TAT's ecotourism plans include further opening up national parks ignoring warnings by environmentalists. In the process, the government has ignored the fate of thousands of hill tribe people and villagers who live in many of Thailand's national parks but have no ownership rights to the land they live on. For example, in the Doi Inthanon National Park where TAT is planning to start nature walks, over 10,000 ethnic Hmong and Karen people are under threat of relocation. »We have not found a single ecotourism project in Thailand where rural and indigenous people have been actually empowered to make an informed decision themselves on whether they want to develop tourism or not,« says Anita Pleumarom, coordinator of the Tourism Investigation and Monitoring Team based in Bangkok. Just as with mass tourism, Thailand's brand of ecotourism seems to put profits over people, according to Pleumarom. And with such an approach there is little chance of the earnings -- however large -- reaching the right people, she says."

 [Gill, Teena: Thailand : the greenwash of ecotourism -- Tai style. -- Inter Press Service English News Wire. -- 25 Aug 1998.]


"CHIANG MAI, Thailand, Nov. 9 (IPS) -- Somsak Suriyamoltol, 26, has lived all his life amid the thick green forests of Baan Wat Chan here, in what is called Thailand's last remaining patch of virgin pine forest. Somsak belongs to a Karen hill tribe in western Chiang Mai in Thailand's north. ...»I don't want to live anywhere else,« says the young man dressed in jeans and shirt, who divides his time between his forest village and studying at Chiang Mai University. »My life and identity is in the forest and I intend to live there forever as a farmer.«

Somsak's wish however may no longer be so simple The Thai government, with a $1.25 million loan from Japan, plans to turn his remote Wat Chaan into a thriving tourist destination, where visitors from rich countries will pay handsomely to stay in the forest and observe the Karen.

Wat Chaan's future has become the object of a bitter contest for Somsak and the Karen community and the government. The Karen's outrage is shared by many academics and grassroots groups who say the project -- which would require cutting down thousands of acres of virgin forest -- would affect natural water supply to the Karen village and destroy their livelihood.

The government views its plans for Wat Chaan as a fine example of ecotourism. But for critics, the word »ecotourism« has come to mean a way for the cash-strapped government to open up Thailand's precious national parks to environmentally destructive foreign investment.

»The concept of ecotourism is a tool being used by the Thai government to promote a business that will encroach into Thailand's national parks and lush forests,« said Chayant Pholphoke, who teaches development economics at Chiang Mai University.

Chayant, along with local non-governmental groups, are supporting Somsak and 100 other young people from Wat Chaan who have set up a lobbying network called the Wat Chaan Protest Group. »We want a halt to the project because we fear we will have no homes or will lose our culture and environment,« explained Somsak. ...

Somsak says he cannot rest because he suspects the government is keen to pursue this ecotourism project to green its image.

Thailand's ecotourism appeal rests in a major way on its rich cultures and hill tribes. The Chiang Mai Tourist Authority says hill tribes -- there are 11 distinct ones -- play a valuable part of northern Thailand's tourism industry. Tourism is the biggest revenue earner for Chiang Mai province, bringing in $350 million in 1997.

»Unlike the beaches which are the top tourist resorts in Thailand, Chiang Mai offers visitors a taste of Thai culture,« said an official with the Tourism Authority of Thailand (TAT). »As a result, trekking tours which include visits to hill tribes are very popular.«"

[Kakuchi, Suvendrini: Development -- Thailand: Locals say ecotourism is destruction. -- In: Inter Press Service English News Wire. --9 Nov 1998.]


13.3. Zum Beispiel: Ökotourismus in Afrika


"In response to the many criticisms leveled at conventional forms of tourism, many national and local governments and private companies are now promoting ecotourism. In principle, ecotourism is environmentally and culturally sensitive, educational, and locally controlled — or at least locally beneficial. Thus, host communities would see the economic value of preserving resources and biodiversity.

Some ecotourism organizations focus on the preservation of a particular culture or historic site. In Tunisia, for example, an ancient, abandoned agricultural community in the Matmata Mountains, Doiret, has been undergoing restoration since 1986. The nongovernmental organization behind the project sought to rebuild the economy as well as the physical structure of the town, but erratic rainfall makes agriculture alone an insufficient source of revenue. So now the restoration effort is focused on developing educational, »low-impact« tourist facilities in and around Doiret: an old primary school has become a youth hostel; the town's distinctive troglodyte (cave) houses will be turned into additional tourist lodging; and volunteers are building a museum and a model Roman theater.


Abb.: Earthwatch-Expedition: Rare plants of Kenya

Another variation on the ecotourism theme is the research holiday. The nonprofit organization Earthwatch [Webpräsenz: http://www.earthwatch.org/. -- Zugriff am 2001-02-23] funds its scientific research projects partly with the fees paid by the projects' volunteer participants. In Africa, Earthwatch volunteers in recent years have taken part in archaeological digs in Namibia; gathered data on ecological change around Kenya's Lake Naivasha; and investigated the feasibility of wind and solar power in Kenya.


Abb.: Schlafzimmer, Londolozi Tree Camp (Conscorp), Südafrika

In the 1990s, more and more tourist enterprises have adopted the prefix »eco« to appeal to tourists seeking environmentally friendly recreation. In some cases, these enterprises bear little resemblance to ecotourism as it is normally understood. For example, the South African-based Conservation Corporation (Conscorp) [Webpräsenz: http://www.conscorp.co.za/. -- Zugriff am 2001-02-23] has been building an international chain of luxury »eco-tourist« resorts since 1990. By 1997 the corporation had completed 52 lodges in South Africa, Kenya, Zimbabwe, and Tanzania. Room costs average $350 per night. Conscorp claims that its lodges benefit local people by providing not only jobs but also tax revenues that have paid for schools and health clinics. Conscorp also claims that its resorts stimulate local entrepreneurialism. For example, much of the food served at the resort restaurants is grown locally, and on the South African resorts, Zulu people own the safari vehicles.

On the other hand, resorts like Conscorp's do not allow local communities much if any say over how local resources are used. Nor are their facilities remotely affordable for most Africans. But for some of Africa's poorest countries, high-end tourism (»eco« or otherwise) appears to offer the quickest possible source of much-needed foreign investment and jobs. In 1996 Mozambique granted American entrepreneur James Blanchard a long-term lease to an extensive tract of land south of the capital of Maputo, which included dune forests, lakes, 200 elephants, coral reefs, marine turtles, and approximately 100 km (about 70 mi) of undeveloped coastline. Blanchard planned to construct four »Club Med-style« resorts, nine »beach resorts,« two vacation villages, and 350 private lodges, two casinos, a yacht marina, and a railway. The complex would offer all the activities associated with both coastal resorts and wildlife parks, which some have labeled »surf and turf« tourism.

Critics feared that Blanchard's mega-resort would not only damage the environment but also result in the »Disneyfication« of the region. But Mozambique is one of the world's poorest countries, and it badly needs capital to rebuild its economy after a long civil war. Blanchard alone promised to invest $800 million and claimed that his project would create 12,000 jobs."

[Fay, Robert: Tourism in Africa. -- In: Africana : the encyclopedia of the African and African American experience / editors: Kwame Anthony Appiah ... -- New York, NY : Basic Civitas, ©1999. -- ISBN 0465000711. -- S. 1859. -- {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch  bei amazon.de bestellen}]


13.4. Zum Beispiel: Ökotourismus in Südafrika



Abb.: Lage von Südafrika (Quelle: CIA)

"Johannesburg (WOZA Internet, March 3, 1999) -- If there's one positive vision South Africans seem to agree on, it is that tourism has the potential to be the economic saviour for our country.

It is held up by economists, business people and politicians alike as the silver bullet which may help to kickstart and support the kind of growth in earnings and jobs which the government's GEAR strategy aims to achieve.

These hopes are endorsed by a recent report on the tourism industry: »SA, with its coastal beauty, wildlife, favourable climate, cultural heritage and sound infrastructure, has all the characteristics of a world-class tourist destination. International tourism to SA is projected to grow at a rate of approximately 12% per annum between now and 2000.

Based on past performance, the goal of 7.5 million visitors is likely to be achieved, particularly with improving air access and growing formal and informal trade with neighbouring countries."

The buzz-word on everyone's lips seems to be »Eco-tourism« -- attracting visitors to experience the diverse natural beauty of SA.

Whether it's Table Mountain, the whales or the pristine coastline and beaches of the Cape, the desert landscapes and brilliant flower carpets of the west coast, the majestic grandeur of the Drakensberg mountains, or the wildlife-rich bushveld of the Highlands, the natural environment is one of SA's richest assets and strongest marketing features to tourists.

SA is not unique in realising this opportunity. For example, international studies have estimated that that eco-tourism is worth US$19 per ha in Cameroon, US$1250 per ha in Costa Rica and US$0.4-0.8 million in Thailand.

But the opportunity can quickly turn into a loss if the environment itself becomes degraded, due to pressure from industry and development.

Will tourists continue to be attracted to Mauritius as its lagoons become polluted, the live coral reefs die and the beaches erode. Or to Cape Town for that matter, where the creeping, smoggy »brown haze« blankets the city whenever there is a temperature inversion and the »Cape Doctor« South East wind does not blow?

The seriousness of this threat is recognised internationally. For example, the United Nations Environment Programme has worked closely with the World Tourism Organisation over the past few years to issue various guidelines and technical reports to secure the future of eco-tourism.

There is also the threat of destruction by heavy industry or mining of eco-tourism assets, in the name »investment« and »export-led growth«. At the heart of this debate is the issue of economic value. How much income can competing land-use activities generate? In the past, industrial growth tended to hold the more convincing financial arguments, but this is rapidly changing. With the roller-coaster fluctuation in commodity prices shaking the global economy today, the primary and secondary sectors are no longer the secure investments they used to be.

Instead, a more mobile, educated and »nature-deprived« population suggests far stronger guarantees for growth in eco- and cultural-tourism. This trend will be reinforced as economists become more adept at valuing the natural environment itself.

A study published in Nature magazine estimated the economic value of 17 of the world's ecosystems for 16 biomes at between $16-54 trillion a year, more than three times the global gross national product. Of more direct relevance here, the economic value of »elephant viewing« in Kenya has been calculated at US$25 million a year.

As these kinds of eco-tourism estimates begin competing with the financial projections of large proposed industrial developments, the balance may well swing in favour of nature conservation. And, hopefully, the cross of »carrying capacity« will increasingly factor in today's euphoric messianic tourism talk."

[Visser, Wayne: Who's worrying about the 'eco' in 'eco-tourism'. -- Africa News Service. -- 3 Mar 1999.]


13.5. Zum Beispiel: "Serengeti darf nicht sterben" -- Tourismus und Tierschutz in Ostafrika



Abb.: Karte der Serengeti

[Quelle: http://www.gorp.com/gorp/location/africa/
tanzania/map_ser.htm
. -- Zugriff am 2000-07-26]


Abb.: Safariwagen mit Gnus, ca. 1990-1999, Serengeti National Park, Tanzania (©CORBIS)

"Ein paar Wochen später in Frankfurt wusste ich mehr darüber. Ich las im »Daily Telegraph«, einer der größten Londoner Tageszeitungen, ein Interview, das Dr. [Julius] Nyerere [geb. 1922, erster Präsident von Tansania] einer englischen Reporterin gegeben hatte. » Ich persönlich mache mir nicht viel aus wilden Tieren«, stand als Schlagzeile darüber. Das hatte der frühere katholische Missionslehrer Nyerere zu ihr gesagt, und er hatte hinzugefügt: »Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meinen Urlaub damit verbringe, mir Krokodile anzusehen. Aber ich weiß, dass Europäer und Amerikaner das lieben, dass sie Elefanten und Giraffen sehen wollen. Tanganjika hat noch die meisten Wildtiere von ganz Afrika. Ich werde dafür sorgen, dass die Touristen sie sehen können. Nach meiner Auffassung werden die Wildtiere Tanganjikas nach Sisal und Diamanten die drittstärkste Einnahmequelle unseres Landes werden.«

Ich war an jenem Tage sehr glücklich. Hätte dieser Führer der einzigen und größten politischen Partei Tanganjikas, der TALAU, ähnlich wie die meisten anderen schwarzen Politiker, erklärt, er sei überaus tierlieb -- weil die Europäer das gern hören --, so hätte mir das viel weniger gefallen. Aber dieser Sohn eines kleinen Häuptlings aus der Umgebung der Serengeti-Steppen war nüchtern und ehrlich.

Würden sich Dr. Nyerere und die anderen neuen afrikanischen Politiker jedoch auf Zukunftswechsel verlassen? Ich wollte ihnen beweisen, dass die Touristen schon heute kommen.

So versuchte ich einen kleinen Bluff. Ich erzählte ganz nebenbei in meinen Fernsehsendungen, dass man jetzt für ganze zweitausend Mark nach Afrika fliegen, dort die Serengeti und die anderen Wildgebiete besuchen und wieder nach Frankfurt zurückkommen könnte. Das war zu diesem Zeitpunkt nicht wahr, zugestanden. Aber eine Menge Leute gingen in die Reisebüros, sie wollten solche Reisen mitmachen. Die überrumpelten und ahnungslosen Reiseagenturen schrieben an mich; sie fragten, wer denn solche Sammelfahrten unternähme. Weil soviel Nachfrage war, fuhren tüchtige Fachleute nach Tanganjika, handelten die Preise mit den Hoteliers aus und organisierten diese Fahrten - zu dem Preis, den ich ursprünglich in etwa angenommen hatte. Unsere hundert Jahre alte »Zoologische Gesellschaft Frankfurt« wurde Schutzpatronin solcher Fahrten. Und bald fragten ausländische Unternehmer an, sie wollten es den Deutschen nachmachen."

[Grzimek, Bernhard <1909 - 1987>: Auch Nashörner gehören allen Menschen : Kämpfe um die Tierwelt Afrikas. -- Frankfurt a. M. [u.a.] : Ullstein, ©1962. -- S. 185f.]

"In der Serengeti kristallisieren sich die Probleme des Tierschutzes in Ostafrika. In der Viktoria-See-Senke in Tansania ist die Bevölkerung in den letzten fünfzig Jahren von 1,5 Millionen auf vier Millionen angestiegen. Das fruchtbare Land um den See herum reicht nicht mehr aus. So drängen Bauern und Viehhirten an die Grenze der Serengeti.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob man angesichts der Nöte der Menschen den Erhalt eines unberührten Garten Eden verantworten kann. Die Umweltschützer, die eine solche Frage ausnahmslos bejahen, stammen zumeist aus Amerika und Europa, so zum Beispiel die sehr engagierte Frankfurter Zoologische Gesellschaft.

Die Afrikaner sehen die Sache etwas anders. Sie empfinden weniger sentimental. Für sie ist das wilde Tier entweder Nahrung oder Bedrohung. So trampeln herumziehende Elefantenherden ihre Felder nieder, Antilopen fressen das Gewächs auf, das ihre Rinder dringend brauchen. Was die Tiere bis heute schützt und wahrscheinlich weiterhin schützen wird, sind die hohen Deviseneinnahmen durch den Tourismus. Doch diese Einnahmen kommen am wenigsten den Bauern zugute, die am Rande der Serengeti ums Überleben kämpfen. Es herrscht die weitverbreitete Ansicht, dass die Nationalparks den ansässigen Menschen keine Vorteile gebracht haben - in vielen Fällen sogar ernsthafte Nachteile.

Überhaupt entbehrt die so betont ökologische Einstellung von Europäern und Amerikanern nicht eines gewissen Zynismus. Denn die Umweltzerstörung in Ostafrika begann erst mit ihrer Einmischung, während die Völker Nordtansanias die von uns so geschätzten Naturwunder durch die Jahrhunderte bis zum heutigen Tag unbeschadet und stellvertretend für die Menschheit erhalten haben. Wir können die Natursehenswürdigkeiten bestaunen, weil die Afrikaner Generation für Generation mit ihnen verantwortungsbewusst umgegangen sind.

Der Gedanke eines Nationalparks ist dagegen fremd und importiert, und angesichts des Bevölkerungswachstums sind Konflikte und Zerstörungen zukünftig unvermeidbar. Erst wenn die Nationalparks von den Einheimischen zu etwas geformt werden, das auch ihnen nützt und mit dem sie sich identifizieren können, statt dass ausländische Organisationen, Wissenschaftler und Banken über ihren Kopf hinweg die Regelungen treffen, kann sich langfristige Erhaltung sowie erfolgversprechender Umweltschutz entwickeln.

Eine solche Entwicklung müsste auf jeden Fall beinhalten, dass Einkünfte aus dem Tourismus den Menschen vor Ort zugute kommen, dass mehr Arbeitsmöglichkeiten geschaffen, dass die Devisen lokal verwaltet und zu einem großen Teil für gemeinschaftliche Zwecke verwendet werden. Am Ende wird der Druck auf das ungenutzte Land nicht abzuwehren sein. Und die Vernichtung wird unter Umständen schrecklicher ausfallen, als wenn es die Parks gar nicht gegeben hätte.
Man muss stets bedenken, dass fast jede Ausweitung der Rechte für die Wildtiere eine Beschneidung der Rechte der Menschen mit sich trägt."

[Trojanow, Ilija <1965 - >[Text] ; Martin, Michael <1963 - > [Fotos]: Naturwunder Ostafrika. -- München : Frederking & Thaler, ©1994. -- ISBN 3894053275. -- S. 128]


13.6. Zum Beispiel: Safari-Tourismus in Afrika


"Africa's wildlife has long fascinated foreigners. Wildlife safaris remain one of the most popular forms of tourism in Africa and an important source of revenue for countries such as 

In these countries, private companies drive visitors through wildlife parks or game reserves and provide lodging in lodges or luxury tent camps nearby. Tours in game reserves are aimed at hunters, who pay for the trophies they take, but most safari tourists visit national parks and take only photographs. Many companies in South Africa guarantee a sighting of the Big Five, that is, 

  1. lions, 
  2. elephants, 
  3. rhinoceros, 
  4. leopards, and 
  5. buffalo.

The revenue generated from safari tourism has made the survival of endangered species a high priority for African governments (see Wildlife Management in Africa). In Kenya, for example, a single lion is worth an estimated $7000 per year in tourist income, while an elephant herd is worth $610,000 annually. Hunting of both species in Kenya is legal only with a permit. On the other hand, citizens of wildlife-rich countries -- some of whom have been displaced from their traditional lands to make way for wildlife parks, and many of whom face the chronic threat of crop destruction and even attack by wild animals --  have often claimed that their governments protect animals at the expense of people.

Some wildlife management programs, however, are trying to win local communities' support for conservation by giving them a voice in the planning processes and awarding them a share of the profits from safari tourism. In Zimbabwe, for example, the Communal Areas Management Programme for Indigenous Resources (CAMPFIRE) [s. unten!] gives farming communities in elephant-hunting areas a portion of the trophy fees paid by foreign hunters (each area sets an annual limit on the number of animals that can be legally killed). Among other things, the communities can use the money to fence their fields, thus protecting them from elephant damage. In return, the communities look out for the local elephant populations by maintaining watering holes during the dry season and discouraging poaching."

[Fay, Robert: Tourism in Africa. -- In: Africana : the encyclopedia of the African and African American experience / editors: Kwame Anthony Appiah ... -- New York, NY : Basic Civitas, ©1999. -- ISBN 0465000711. -- S. 1858. -- {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch  bei amazon.de bestellen}]


13.7. Zum Beispiel: CAMPFIRE in Simbabwe -- Elefantenjagdtourismus



Abb.: Elefantenjagd in Simbabwe


Abb.: Karte von Simbabwe (Quelle: CIA)


'Pamberi ne mhuka, pamberi ne budiriro, pasi ne vateyi.' -- 'Forward with wildlife, forward with development, down with poachers.'

Webpräsenz von CAMPFIRE: 

http://www.campfire-zimbabwe.org/. -- Zugriff am 2001-02-23. -- [Vorbildlich informativ!]

CAMPFIRE = Communal Areas Management Programme for Indigenous Resources

"In rural Africa, conservation, development, and political empowerment are inseparable. CAMPFIRE recognises that for the people who live closest to the land, the issue is survival, not conservation. The people who depend on the land will determine its future and the future of its wildlife, By harnessing the value of this wildlife, and other natural resources, CAMPFIRE has improved the lives of rural people, thus giving them incentive to secure the future of Africa's spectacular and varied natural heritage."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/campfire_moreabout.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.1. What is CAMPFIRE ?


"CAMPFIRE is an exploration of rural development and conservation in Africa. It seeks to restructure the control of Zimbabwe's countryside, giving people alternative ways of using their natural resources. CAMPFIRE, designed and managed entirely by Africans, emerged in the mid-1980's with the recognition that as long as wildlife remained the property of the state no one would invest in it as a resource.

Since 1975, Zimbabwe has allowed private property holders to claim ownership of wildlife on their land and to benefit from its use. Under CAMPFIRE, people living on Zimbabwe's impoverished communal lands, which represent 42% of the country, claim the same right of proprietorship. Conceptually, CAMPFIRE includes all natural resources, but its focus has been wildlife management in communal areas, particularly those adjacent to national parks, where people and animals compete for scarce resources.

Since its official inception in 1989, CAMPFIRE has engaged more than a quarter of a million people in the practice of managing wildlife and reaping the benefits of using wild lands."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_01.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.2. How does CAMPFIRE work?


"CAMPFIRE begins when a rural community, through its elected representative body, the Rural District Council, asks the government's wildlife department to grant them the legal authority to manage its wildlife resources, and demonstrates its capacity to do so. By granting people control over their resources, CAMPFIRE makes wildlife valuable to local communities because it is an economically and ecologically sound land use. The projects these communities devise to take advantage of this new-found value vary from district to district.

Most communities sell photographic or hunting concessions to tour operators -- under rules and hunting quotas established in consultation with the wildlife department. Others choose to hunt or crop animal populations themselves, and many are looking at other resources, such as forest products.

The revenues from these efforts generally go directly to households, which decide how to use the money, often opting for communal efforts such as grinding mills or other development projects. The councils, however, have the right to levy these revenues."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_02.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.3. Where is Campfire found?


"CAMPFIRE operates in Zimbabwe's communal lands, created early in this century when Europeans settling in 'Rhodesia' claimed the most fertile land and forced much of the indigenous population into semi-arid and arid areas. These now contain more than five million people, almost half the national population. Many of the communal lands have too little or unreliable rainfall for agriculture, but provide excellent wildlife habitat.

CAMPFIRE is an attempt to use economic incentives to encourage the most appropriate management system for these fragile areas. CAMPFIRE began in the dry, remote Zambezi Valley, parts of which still harbour the tsetse fly, a carrier of deadly livestock disease. The historical presence of the tsetse fly together with its remoteness resulted in almost half of the Zambezi Valley being set aside for wildlife protection, including national parks. The other half of the land is communally held, but the exclusion of cattle restricted human settlement, making the Zambezi Valley a favourable environment for wildlife and fertile ground for CAMPFIRE."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_03.html. -- Zugriff am 2000-07-20] 


13.7.4. Is CAMPFIRE replacing national parks?


"Zimbabwe has set aside, in perpetuity, more than 12% of its land as protected wildlife areas. Most of these are surrounded by communal lands. CAMPFIRE will help prevent the protected areas from becoming islands in a sea of development by making wildlife valuable for nearby communities.

CAMPFIRE, however, was never intended as a way to create buffer zones around national parks, but as a rural development program with a strong element of community empowerment. One spin-off is that CAMPFIRE has enabled communities to enter into a debate on the management of protected areas, enhancing the likelihood of joint planning between these communities and national parks. Such 'co-management' may indeed hold the best hope for the future of national parks across Africa."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_04.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.5. Who runs CAMPFIRE?


"No single organisation runs CAMPFIRE. The members of the Collaborative Group are responsible for co-ordinating the various inputs, including policy, training, institution building, scientific and sociological research, monitoring and international advocacy.

The original members of the Group are represented here, but new partners are continually being added as the programme expands in geographical area and scope.

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_05.html. -- Zugriff am 2000-07-20] 


13.7.6. What is the future of CAMPFIRE


"CAMPFIRE has become a movement in rural Zimbabwe. Although CAMPFIRE appears to be concerned with wildlife management, more important is the control it grants people over their own future. Until the introduction of CAMPFIRE, communal people were not empowered to make decisions about the way they -- or others -- used their natural resources.

CAMPFIRE has become a forum for a wide range of issues, including representation, economic participation, and the governance of communal areas. CAMPFIRE is as concerned with the nature of rural communities and collective decision-making as with the technical challenges of sustainable use of wildlife.

CAMPFIRE is in many ways an exercise in democracy. Rural communities are beginning to appreciate the finite nature of resources and have begun to control immigration into their areas. In the past, many rural communities encouraged immigration in an attempt to increase their political voice. These same communities now recognise the importance of elected representatives who truly understand their needs. Indeed, several members of Zimbabwe's parliament came up through the ranks of CAMPFIRE."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_06.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.7. CAMPFIRE at work


13.7.7.1.  CAMPFIRE at work: Elephants in the fields


"Not so long ago, an elephant was found raiding the crops in Mahenye ward, near Gonarhezhou National Park in southern Zimbabwe. In the past, the reaction of the villagers would have been to demand that the elephant be shot by the wildlife department. This time, however, the Chief himself intervened, saying: 'That elephant is our future'. The people chased the elephant out of the field instead.

That marks a major change in the attitude of the people of Mahenye ward. When the colonial government of Rhodesia created Gonarhezhou National Park, it drove out many of the Shangaan people who were living there. The people, not surprisingly, felt little attachment to the park. In fact, they felt if they killed the animals there would be no reason for the park to exist and they could move back onto their land. Poaching was rampant.

Under CAMPFIRE, however, the same villagers who once hunted illegally in the park can now grant a concession to a safari hunter who pays the community for the right to hunt on their land. Poaching is down as the people take a more protective view of their newly valuable resource and recognise the park as a reservoir of wealth -- sort of a bank for animals."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_08.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.7.2. CAMPFIRE at work: education


"The hackneyed phrase about the future belonging to the children carries more weight in Zimbabwe than many places in the world. Were the children growing up in the communal lands to grow up with a hatred for, or even an indifference to, wildlife then almost nothing could be done to save it.

CAMPFIRE helps avoid such a disaster by providing environmental education and teacher training in CAMPFIRE communities. One part of that effort is ACTION Magazine, which reaches five countries in Southern Africa. The interest in the environment is so great in elementary schools that each copy of the magazine passes from hand to hand among the pupils and is read many times."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_09.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.7.3. CAMPFIRE at work: fencing


"The village of Sinakatenge was experiencing problems. Elephants, buffalo, hippo and kudu were constantly crossing the Ume River from Matusadona National Park and raiding the villagers' maize, sorghum, water-melons, and other crops. Those healthy wildlife populations also meant, however, that the village had access to significant resources under CAMPFIRE.

Using money received from a safari hunting concession, they built an electric fence nearly 12 km long that enclosed nearly all of their fields, and paid two villagers to work full-time maintaining the fence. Since the fence went up practically no crops have been damaged by wildlife. In a neighbouring village, on the other hand, elephants destroyed nearly half the crop, and they are now looking to build a fence themselves or to move some fields into the fenced area."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_10.html. -- Zugriff am 2000-07-20] 


13.7.7.4. CAMPFIRE at work: paying dividends


"Masoka ward, in north-east Zimbabwe, near the border with Mozambique, was once a sad place. With few resources, the residents saw no way out of poverty. The right to manage their poaching was intense.

Masoka was one of the first wards to join CAMPFIRE in 1989. Since then its fortunes have changed. By 1994 the ward was earning over Z$600,000 from a safari hunting concession. The ward used the money to build a health clinic, pay game guards and even fund a football team. Each of the roughly 140 households also received more than four times their annual income for drought relief, either in cash or maize. The people of Masoka ward, once downcast, are now hopeful."

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_11.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.7.5. CAMPFIRE at work: democracy in Nyaminyamin


"Each speaker at the annual general meeting of the Nyaminyami Wildlife Committee began by reciting that chant, with fist raised. They then held a vigorous debate over how to distribute the money they were earning from wildlife. Indeed, money was almost the sole focus of the meeting. For the people of Nyaminyami, six years after joining CAMPFIRE, wildlife means money, and the more of both the better. Nyaminyami still faces enormous challenges. Poaching remains a problem, and immigrants from other districts are moving into wildlife habitat. Yet, a democratic process has taken root here. As with any democracy, the early stages seem messy and inconclusive, but the existence of the Nyaminyami Wildlife Committee, and others just like it across the country, bodes well for the future of Zimbabwe's rural people and their heritage. "

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_12.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.7.6. CAMPFIRE at work: poached eggs 


Crocodiles cruise the Manyame River in the Guruve CAMPFIRE area. With the growth of the commercial crocodile ranching industry in Zimbabwe, their nests have become valuable resources. After negotiation, crocodile farmers pay the local communities a fee for all the eggs they collect. 

The communities have become quite protective of the crocodile nests. In Guruve's Chitsungo ward, some villagers went so far as to 'arrest' several egg collectors who they thought were in the area illegally. It turned out the collectors had the appropriate permits, but the arrests provide another example of how CAMPFIRE has prompted a new attitude among rural communities. 

Before CAMPFIRE, the people went out of their way to destroy crocodile nests. Now they protect them and take pains to ensure that only proper collectors who will pay for the eggs work in their areas.

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/more_13.html. -- Zugriff am 2000-07-20]


13.7.8. Weiterführende Ressourcen zu CAMPFIRE


Auf der Webpräsenz von CAMPFIRE sind folgende ausführliche Fact Sheets vorhanden

  1. Geographical Setting. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_01.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  2. Sustainable development. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_02.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  3. Legal Framework. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_03.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  4. Living with wildlife. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_04.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  5. Administering development. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_05.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  6. Resource management. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_06.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  7. People and elephants. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_07.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  8. Community-based tourism. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_08.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  9. Women in CAMPFIRE. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_09.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  10. Caterpillars and CAMPFIRE. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_10.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  11. Counting and quotas. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_11.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  12. Hunting. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_12.html. -- Zugriff am 2001-02-23
  13. The bottom line. -- URL: http://www.campfire-zimbabwe.org/facts_13.html. -- Zugriff am 2001-02-23

[Quelle:  http://www.campfire-zimbabwe.org/campfire_factsheets.html. -- Zugriff am 2001-02-23]


14. Agrotourismus


14.1. Zum Beispiel: Malaysia Agriculture Park, Shah Alam, Selangor -- ein Erlebnispark als "Agrotourismus"



Abb.: Lage von Malaysia


Abb.: Lageplan des Malaysia Agriculture Park

Obwohl der Malaysia Agriculture Park offiziell als Agrotourismus "verkauft" wird, gehört er doch eigentlich unter die Überschrift "Ferienparks, Erlebnisparks und Kulturparks".

"The Malaysia Agriculture Park is the first and so far the only agro-forestry park in the world. Initiated by the Agriculture Ministry in 1986, the Park displays the various agricultural forms and modes used in the country against a splendid backdrop of virgin jungle. The main objective of the 1,295 hectare park is to serve as a permanent exhibition centre for the development and progress of agriculture in the country. It also aims to act as a referral and research centre for the various fields of agriculture such as farming, animal husbandry and fish rearing. Ultimately, it is hoped that the Park would provide the inspiration and the impetus for the growth and development of the country's agricultural sector.

Its beauty and uniqueness have prompted the Ministry to open up the Park to the general public so that they too may savour the splendour and the wealth of the nation's agricultural heritage. The response to the move has been so encouraging that the Park no longer confines itself to just serving the local populace but caters for a fast growing number of foreign tourists as well. The development of the Agriculture Park along its agro-forestry concept is an ongoing process. In due course, more attractions will be developed in accordance with the master plan for the Park. At present the following attractions and facilities are found in the Park.

Facilities: Bus Services, Bicycle Rental, Pony Ride, Horse Cart Ride, Jungle Trekking, Food Stalls, Accommodation, Lamping

Visiting Hours: Tuesday -- Sunday 9.00 am -- 5.00 pm
Entrance Fee"

[Quelle: http://agrolink.moa.my/gif/up_sya/agripark/map.html. -- Zugriff am 2000-07-14]

"Attractions

EDUCATION

There are many ways of acquiring knowledge. The formal system through schools, colleges and universities almost compels one to learn in a structured manner. Many knowledgeable people especially in the past never went to schools or universities. They learned by inspiration -- an inner desire and thirst for knowledge triggered perhaps by curiosity.

The Birds of Borneo, for example, was written by a forester trained in botany, while the Birds of the Malay Peninsula, Singapore and Penang, was written by a civil servant trained in administration. It was only their thirst for knowledge that made them experts in birds of a country foreign to them. Watching, observing, recording and exchanging information with friends on a topic would make one an expert one day even without formal education.

 RESEARCH

Where would the world be today without man's curiosity leading him to investigate and explain the manner of things? Man has erroneously claimed to have made discoveries of the elements of nature, when he has in fact only uncovered its mysteries. By unravelling these mysteries man gained information and knowledge. He then used this knowledge for his benefit or at times for his own destruction.

Research ranges from simple observation to exceedingly complex integration of disciplines in a planned effort. Even simple but keen observation can lead to spectacular knowledge e.g. the Archimedes Principle. The Agriculture Park offers a wide range of subjects for the curious mind to uncover additional mysteries of the natural world.

RECREATION

Every child would have been told that »all work and no play makes Mat or Mek a dull boy or girl«. The human mind and the human body is constantly subjected to both physical and mental pressures, at school, at work, at home and at times more so while driving in a car. Have we ever though of giving our body and our minds a 'reward', in the form of relaxation? Most of the busy people will say, they have not time. Come on, give yourself a break. Visit the Agriculture Park with your family.

CONSERVATION

Conservation means different things to different people. To many, it connotes the protection of wild nature, to others, it may be the protection of the forest, or soil or the sustained production of natural resources e.g. minerals, fossil, fuel, fisheries, wild animals and birds, etc. The International Union for the Conservation of Nature and Natural Resources interprets conservation in a much broader sense to mean »the achievement of the highest sustainable quality of living for mankind by the natural utilisation of the environment".

TOURISM

The expression that the world is shrinking could mean different things to different interest groups. In the communication sense the world has shrunk because we can reach every corner of the world in seconds through the telephone. Modern means of transportation has made it possible to have breakfast, lunch or dinner at different capitals of the world on the same day. To the environmentalists, the world has become too small for the growing population. Whatever the expression conveys, one of the major impact of the »shrinking of the world« is the increase in tourism.

THE ARBORETUM

Pay a small fee and walk into an integrated orchard of exotic fruits and eat to your heart's content. That is reality when the fruit trees in Bukit Cahaya Seri alam forest come to bear by the year 2000. In the meantime the caretakers of the orchard are busy preparing the arboretum for your impending visit.

An arboretum is a collection of living trees, grown in a specific area like a living album to be savoured at leisure. At the arboretum in the Agriculture Park, a 40-hectare expanse of land has been planted with indigenous fruit trees so that visitors may view a comprehensive variety of trees whose fruits have delighted Malaysians for ages. In the fruiting seasons the onlooker may experience the added wonder of seeing the actual fruits at different stages of maturity, still growing and ripening on the trees.

AGRO FORESTRY

In shifting agriculture, practised by the Orang Hulu of the Peninsula, Sabah and Sarawak, the forested areas are cleared for cultivation with root crops or rice for a period of time after which they move to new areas. At Bukit Cahaya Seri Alam, agro forestry was introduced as a land-use system in which fruit trees and herbaceous crops were grown in association with the large forest trees.

Agro forestry has productive functions, such as the capacity of the tree components to produce timber, fruits and herbs and service functions, the most important of which is soil conservation and also fauna and flora conservation. Soil conservation contributes to control of erosion and maintenance of fertility. With the current interest in sustainable agriculture and forestry, the combination of production and conservation of resources on which the production depends, is a step in the right direction.

LAKE AND FISHES


Abb.: Malysische Städter versuchen traditionellen Fischfang

Though water is the fountain of life, few of us realise how little of this precious material is available to us. This sound ironical when three-fourth of the world is covered with water. The ocean and the seas make up about 97.3% of the global water resources. Only a petty 0.009% is fresh water that makes up the lakes and rivers and is available as our water supply.

Malaysia is fortunate to have a great deal of fresh water supplied in the form of rain that fills up our reservoirs, lakes, ponds, rivers and streams each year. In spite of this blessing we can run short of this precious commodity. It must be remembered that humans must share this water with the other living things such as fishes, plants and animals. It is a limited commodity with growing demand by the growing population and industrial expansion.

THE ORNAMENTAL GARDEN

Visitors to the glorious formal gardens of Europe marvel at length, the visual beauty and symmetry spread before their enchanted eyes. This grand botanical artistry has been nurtured by centuries-old tradition in Europe, not unlike the elegant rock and water gardens of Japan and other great civilisations. The temperate countries have one disadvantage -- the four seasons limit the green display to only part of the year. But visitors to the Agriculture Park can experience the unique splendour of extensive formal gardens at the Ornamental Garden all the year round. The sunny tropical climate makes this beautiful living exhibition a permanent affair.

MALAY KAMPUNG


Abb.: Traditionelles malaysisches Haus

The old saying that traditions die hard may no longer be true in a world where changes are occurring at a speed never before imagined. Traditions have to be preserved or they will die. The once beautiful Malay kampungs in the states of Malacca, Pulau Pinang and around Kuala Lumpur are fast disappearing, replaced by artless brick and mortar cubicles. Utilitarian architecture has won over the aesthetic and traditional form of architecture, that once adorned the Malaysian countryside.

ANIMALS AND BIRDS

The association of man with animals and birds dates back to the day when he first appeared on earth. When he knew nothing about crop cultivation, he had already encountered animals for his own survival.

Soon after, man learned the usefulness of animals for food, clothing's and labour. In less developed societies, animals are indispensable as beasts of burden providing traction and transport for millions of peoples and tons of goods. Besides providing high quality food, their waste is used as fuels and fertilisers.

STAPLE FOOD

One of the greatest gifts of God to mankind is rice. There is no other crop more important to the majority of the people on this earth. It has even become the choice cereal of the astronauts. It is the undisputed staple food of teeming millions of Asians.

Rice is one of the most remarkable crops, capable of growing on dry hillsides or the water-logged swamplands. There are thousand of varieties suitable for growing on a very wide range of agro climatic conditions. The floating variety can thrive in water 20 feet deep.

MALAYSIAN ORCHIDS

Had orchids been found naturally in the Lake District of England there would have been numerous odes to this class of plant that bears some of world's most beautiful flowers. Their exquisite colours, delicate patterns and intricate morphology have inspired and fascinated mankind from ancient times till this day.

Malaysia can certainly claim to be the home of natural orchids with more than one thousand wild species found in its forest. Today orchid collectors and enthusiasts have developed many hybrids with larger flowers and more colour and hue combinations for commercial exploitation.

HIKE THROUGH THE FOREST

The biggest asset of the Agriculture Park is its forest. Some 3,000 acres of the park is covered with forest that has been preserved since 1953. Malaysian forests appear quite impregnable from the outside because of the thick undergrowth on its outer fringe. Once you penetrate this barrier the interior of the forest is quite roomy because little sunlight reaches the floor of the forest, thus preventing the proliferation of bushes, creepers and other plants.

At the Park, forest tracks have been made for jungle-bashers to see for themselves what a tropical rainforest is like. Pack your haversack and hike with your friends at the break of dawn. When the first morning light streaks through the gaps of the jungle foliage and the thin veil of mist rises into the air, the sound of birds greet the beginning of the day. The slanted rays of the sun reflect against drops of water on the young leaves of a struggling sapling, sparkling like diamonds against the jade leaves.

WINTER IN THE TROPICS

It is steaming hot with temperatures reaching 27 C and humidity 85%. There is hardly any breeze and the unevaporated sweat glues your shirt to your body. Walking through a forest when the sun is high is exhausting and sticky. That is what winter is like at sea-level in Malaysia.

But technology has changed all that. Hidden snugly among the trees of the Bukit Cahaya Seri Alam rainforest is a spot of creativity and innovation where technology coaxes nature to misplace itself. For here it is real winter with snow, icicles and temperature below -5 C.

  THE FUTURE

This Park will not escape the natural changes wrought by time and the development designed by man. The planners of the Agriculture Park, however, want to direct the changes that will be complementary and not contradictory to nature.

The forested areas of the Park will be allowed to mature undisturbed, consequently towering trees with large girth and solid branches will dominate the forest. Standing more than 150 feet above the ground and supported by massive buttress roots, the majestic dipterocarps will crowd the forest where once only small trees reigned. The secondary forest of Bukit Cahaya Seri Alam will mature and stabilise into a »primary« forest.

Malaysia Agriculture Park is one and the only park in the world with agro forestry concept. It covers an area of 1,258 hectares and is divided into demonstration plots for agriculture activities.

Malaysia Agriculture Park is opened to public everyday except on Mondays. However, The Park will be opened to visitors on Monday if it is a public holiday and during school holidays."

[Quelle: http://agrolink.moa.my/gif/up_sya/agripark/mapsa.html. -- Zugriff am 2000-07-14]

Weiteres zu Agrotourismus in Malaysia: http://agrolink.moa.my/places.html. -- Zugriff am 2001-02-23


14.2. Zum Beispiel: Estancia Fueguina, Feuerland, Chile -- Gaucho-Romantik



Abb.: Lage von Feuerland (Quelle: http://ww.patagonia-travel.com. -- Zugriff am 2000-07-18) 

"Visit to the Territory of the Island of Tierra del Fuego. Participating in livestock activities, like: Shearing, labor of the sheep dogs, marking of lambs (earmark) and horseback ridings. Watching of the wild Flora and Fauna with receptions in some Estancias located in the areas of Cerro Sombrero, Filaret Río Chico and channels. Tasting of roast lamb cooked at the Magellanic style and dishes prepared with products of the countryside and southern seas.


Abb.: Moderne Gaucho-Romantik

PROGRAM 1 -- VACATIONS IN THE ESTANCIA FUEGUINA (On the base of 4 - 6 people)

Day 1: Reception at the airport, transfer to the island of Tierra del Fuego driving by the shore of the Strait of Magellan, visiting the ruins of the first estancia of Magallanes, founded in 1876. Crossing of the Strait of Magallanes on a ferry at the Primera Angostura, tea-time at the Hostería del Faro (Hostel del Faro), Continental side, arrival to the Estancia, reception with a cocktail, tour inside the estancia, visiting the livestock facilities, dinner, snack and an amusing conversation about history, the uses and customs of the Livestock and Settlement of Magallanes.

Day 2: Tour to the field of about 20.0000 Hectares, on a vehicle, visiting the »cattle stations« of the shepherds. Watching of some guanacos, foxes and abundant birds' fauna.

Day 3: Countryside activities: Rodeo (Public exhibition of cattle), shearing and labor with sheep dogs.

Day 4: Visit to Cerro Sombrero, inhabited by people who work for the Oil Industry (ENAP), access to the indoor Olympic swimming-pool, solarium, lodging in a neighbor estancia (a linking estancia)

Day 5: Tour to the south part of the Tierra del Fuego, visiting the Valle de los Castores (The Beaver's Valley), Lago Blanco and native woods, with amazing landscapes of the Cordillera de Darwin, southern outcropping of the Cordillera de Los Andes. Back to the Estancia Fueguina.

Day 6: Back to Punta Arenas, passing by the Cordón Baquedano, visiting some gold seekers (gold placer). Crossing the Strait of Magellan on board of a Catamarán (Ferry), farewell dinner, lodging, breakfast, transfer to the airport (depending on the flight schedule, it can be exchanged for a day).

THE PROGRAMS INCLUDES THE FOLLOWING SERVICES:

[Quelle: http://www.woolmeat.com/agrotourism.html. -- Zugriff am 2000-07-14]


14.3. Zum Beispiel: Karangbanjar, Java, Indonesien -- ein lebendes Freilichtmuseum



Abb.: Lage von Java, Indonesien (Quelle: CIA)

"PURBALINGGA, Central Java (JP): Sanraji, a 54-year-old farmer, has tilled his paddy field with a traditional wooden plow drawn by a pair of buffaloes for as long as he cares to remember. But over the past few years the local government's tourism policy has changed his life a little bit. Unlike in the past, Sanraji no longer has to wait for months, from the time he plows his field to the day when his ripening paddy turns golden, to reap the fruits of his toil. Now that the Karangbanjar hamlet has been made a »tourist village«, money comes in while he is still plowing. Generous tourists, especially overseas tourists, give him money after they take pictures of him at work. So amazed by this newfound money, Sanraji loves to call it »Godsend«. 

Sanraji is one of about 1,500 farmers who have directly benefited from tourism since the village of 3,100 people was developed into a tourist destination. »I can't understand why foreign tourists are fond of watching people like me plow the field,« says Sanraji, who often enjoys the generosity of Dutch tourists visiting the village.

Tilling the land with a wooden plow is the most popular farming action among the foreign tourists. A farmer who has his picture taken while plowing can make Rp 20,000 per »photo session«. »At first, I was surprised that they gave me Rp 20,000 for watching me work,« says farmer Martuji, 50. »I was wondering how tourists could be attracted to an antique like me.«  Elsewhere in the region, diesel tractors are widely used to cultivate the fields.

Similar good luck has also befallen Ngadiyo, a 38-year-old who makes palm sugar. His skill in climbing coconut trees is a special attraction for passing foreign tourists. He says he does not worry if he does not earn a lot of money with his palm sugar as long as the village continues to attract tourists. He entertains the tourists by climbing up a tall coconut tree and collecting palm juice, the raw material for making the brown sugar. »Many tourists are usually inclined to give me money for that,« he says.

The idea of the tourist village has undoubtedly raised people's standard of living, as Karangbanjar village chief Achmad Sobari attests. According to Sobari, a domestic tourist visiting the village spends anywhere from Rp 20,000 to Rp 50,000, and a foreign visitor spends between Rp 30,000 and Rp 60,000. 

His statistics shows that the number of visitors has steadily risen since the village was developed into a tourist destination in 1993. In 1994, according to the figures, the number of tourists reached 1,157, including 136 overseas tourists. In 1997, domestic tourists numbered 5,600 and foreign visitors 200. This year, tourism officials have recorded 4,900 local visitors and 113 foreign tourists. From a total of 18,439 visitors to the village over the past four years, the local government has earned over Rp 553 million, Sobari says.

According to Sobari, Karangbanjar has some characteristics that no other village in the area has. For example, it boasts an arts and crafts industry whose products are exported to several countries. The products include hair pieces, coconut shell handicrafts, woodcrafts, bamboocrafts and paintings. »This home industry provides Purbalingga's main export commodities,« Sobari says.

Karangbanjar is also well-known for its traditional delicacies, including koyah, jenang, wajik and buntil. The village is also acclaimed for its dances, such as kuda lumping, dames, slawatan and ronggeng. »A number of these dances can be viewed during training workshops,« Sobari says. An hour-long performance of one act of ronggeng presented in full makeup and costume costs Rp 100,000.

The village has 25 traditional homestays to accommodate tourists. »We offer clean, traditional houses provided with adequate facilities at a very low rate of Rp 10,000 per room,« he says.

The area also has a lot of fertile land which is suitable for agro tourism. Fruits such as rambutan (a kind of litchi), sawo (sapodilla), watermelons and mangoes are found growing in the area. 

Karangbanjar villagers' strong commitment to preserving their cultural heritage captured the attention of Wathes, a Dutch tourist who paid a nostalgic visit to the village in 1992. It was Wathes who came up with the idea of developing Karangbanjar into a tourist village. »Initially, Mr. Wathes spent a few days here. His idea (to create a tourist village) received support from the Purbalingga Tourism Agency,« he says. In 1993, Karangbanjar was proclaimed a tourist village.

The village's other main attraction is that residents preserve their culture solely because this is what they want, not just because tourists want them to do so, according to Sunardi MTP, an academic at Wijaya Kusuma University in Purwokerto. »So it is the pristine nature and the people's attitudes that represent the village's main attraction,« he says. Also, according to Sunardi, Karangbanjar villagers do not dramatize their lives and the activities of the village for the benefit of the tourists. »For example, farmers will not plow their paddy fields or climb up coconut trees simply to entertain visitors. They do it for real,« says the academic, who is often consulted by the local government about tourism policy.

The fastest way to reach Karangbanjar from Jakarta is by plane, via Semarang or the southern town of Cilacap, and proceed to the village by bus. It is easier to travel from Cilacap, taking about 90 minutes to reach the village, located about 75 kilometers to the north. From Semarang, the land journey covers a distance of 200 kilometers and will take you about five hours. To travel around the village, you can hire a bicycle or motorcycle. You can also travel from Jakarta to Purbalingga by bus, a journey of about 10 hours. Public transport minibuses will then take you from Purbalingga to Karangbanjar. If you wish to go by train, disembark at the Purwokerto station, from where you can take a bus to the village. Or you can charter a van from the railway station. The village is some 20 kilometers from the railway station.

The fastest way to reach Karangbanjar from Jakarta is by plane, via Semarang or the southern town of Cilacap, and proceed to the village by bus. It is easier to travel from Cilacap, taking about 90 minutes to reach the village, located about 75 kilometers to the north. From Semarang, the land journey covers a distance of 200 kilometers and will take you about five hours. To travel around the village, you can hire a bicycle or motorcycle. You can also travel from Jakarta to Purbalingga by bus, a journey of about 10 hours. Public transport minibuses will then take you from Purbalingga to Karangbanjar. If you wish to go by train, disembark at the Purwokerto station, from where you can take a bus to the village. Or you can charter a van from the railway station. The village is some 20 kilometers from the railway station.

[Agus Maryono and Ngudi Utomo: Karangbanjar locals reap gains from area's beauty. -- In: The Jakarta Post. --  6 Dec 1998. (©WORLDSOURCES ONLINE, INC.)]


15. Fortbildungstourismus


Hierher gehört vor allem der Kongress- und Tagungstourismus. Es gibt aber auch ganz neue Formen, wie der folgende Abschnitt zeigt.


15.1. Zum Beispiel: Europäische Ärzte bilden sich bei einer zwölftägigen Reise in Uganda fort



Abb.: Karte von Uganda (Quelle: CIA)

"Über Mamba-Bisse und Lepra-Beulen

Europäische Ärzte bilden sich in Afrika fort

pla. Im Flur des Buluba-Spitals riecht es streng nach Urin. Roswitha Schmidt rümpft die Nase. Auf den Betten liegen Leprakranke mit Armstümpfen und vernarbten Beulen. Die resolute Augenärztin Schmidt besucht das Krankenhaus am Viktoriasee in Uganda, um sich tropenmedizinisch fortzubilden. In zwölf Tagen wird sie staatliche und kirchliche Spitäler ebenso besichtigen wie Aids-Kliniken. Dabei begegnen Frau Schmidt und ihren sieben Kollegen nicht nur ungewöhnliche Krankheiten, sondern auch die Mängel eines maroden Gesundheitswesens sowie simpelste Diagnosemethoden, aber auch ein ganz anderes Verhältnis zur Hygiene, als sie es zu Hause gewohnt sind. Mit Missbilligung mustert die Deutsche den Dreck auf dem Fußboden und die abblätternde Farbe an den Wänden. «Die könnten hier doch mal streichen, kostet doch nicht viel», sagt sie, als sie sich im kleinen, mit Sonnenenergie betriebenen Labor umschaut.

Beliebte Reisen

Malaria, Gelbfieber, Gelbsucht, Cholera, Typhus, Lassafieber, Aids -- der Schwarze Kontinent steht nicht zu Unrecht als Synonym für Krankheiten. Es sind Leiden, die oft zu spät diagnostiziert werden und deren Behandlung für viele Afrikaner zu teuer ist. Immer mehr Menschen machen Urlaub in den Tropen, die zunehmende Mobilität erfasst nahezu alle Bevölkerungsschichten. Es häufen sich die Fälle, in denen Ärzte von den Angehörigen Verstorbener verklagt werden, weil sie eine unzutreffende Diagnose gestellt haben. Eine falsch diagnostizierte Malaria kann zum Tode führen, und oft genug hat der Patient vergessen, seinem Arzt zu berichten, dass er gerade von einer Reise in die Tropen zurückgekehrt ist. Darum wollen sich immer mehr Ärzte fortbilden, und am liebsten natürlich gleich vor Ort. Solch eine zwölftägige Reise kostet 5000 bis 8000 Franken. Der Kölner Tropenarzt Kay Schaefer, der die Reise nach Uganda organisiert, nimmt nie mehr als acht Ärzte mit auf eine Fahrt, weil sonst in den Spitälern der Betrieb gestört werden könnte.

Natürlich sind diese Krankheiten in der Vorstellung vieler Patienten und Ärzte mystisch und unheimlich, denn sie kommen aus den Urwäldern am Kongo, aus scheinbar undurchdringlichem Dschungel. In den Unterlagen zur Reisevorbereitung steht ausdrücklich, dass keiner der Ärzte sich die Mühe machen und einen Arztkittel mitbringen solle. Fließendes Wasser ist in vielen Regionen Afrikas ein Luxus. In den kleinen staatlichen Gesundheitsstationen, welche die Reisegruppe besucht, ist es zwar oberflächlich sauber. Doch niemand käme auf die Idee, die Patienten regelmäßig zu waschen. Desinfektionsmittel, Handschuhe und Mundtücher sind teuer, man muss sparsam mit den knappen Ressourcen umgehen.

Erstaunlich, wie schnell die Gruppe, vier Männer und vier Frauen, die einander zuvor nicht gekannt haben, sich auf afrikanische Begebenheiten einstellt. Am ersten Tag herrscht noch deutliche Verwunderung darüber, dass das europäische Handy des Herrn Doktor in der Hauptstadt Ugandas nicht funktioniert, obwohl ihm doch daheim gesagt worden war, dass das Mobiltelefon sicher auch im ugandischen Netz seinen Dienst tue. Doch Tage später gibt es kein Murren über den Uringeruch auf den Krankenstationen, die Schlaglöcher auf den Strassen und das Einerlei des Essens. Immerhin war Uganda britisches Protektorat, und das hat auch in postkolonialen Zeiten Folgen für den Gaumen. In Europa könne man als Arzt nichts bewegen, klagen die Reisenden auf den langen Fahrten über Land. Die Anspruchshaltung der Patienten ersticke jede Kreativität. Das Elend der afrikanischen Kliniken und die Einfachheit der Diagnose findet mancher bedrückend. «Jetzt weiß ich, wie gut es uns geht», sagt eine Ärztin aus der ehemaligen DDR.

Lernen bei der Diagnose

Mancher Reiseteilnehmer äußert Verdruss über die Pharmafirmen. Denn die scheinen nur an Medikamenten gegen Aids und gegen Malaria Interesse zu haben, weil sich mit denen viel Geld verdienen lässt. Gegen Schlangenbisse, Infektionen, Durchfall und die Schlafkrankheit hilft auch weiterhin nur wenig. Als der Arzt Ottwin Zerbe sich entschloss, eine berufsbildende Reise nach Ostafrika zu machen, bekam er die Bedenken seiner Freunde zu hören. Viele dachten an das Marburg-Virus, das zu inneren Blutungen führt. Die Freunde sahen den robusten Arzt schon an schauderhaften Krankheiten im ugandischen Dschungel zugrunde gehen. Zerbe will unbedingt in Afrika lernen. Darum kommen auch die klassisch frontalen Vorträge des die Reise begleitenden Tropenmediziners Benson Estambale so gut an. Der Professor von der Universität Nairobi berichtet aus der eigenen Praxis, die er nebenbei noch in seinem Heimatdorf betreibt. Wie oft Bäuerinnen zu ihm kämen und erklärten, sie seien von einer Schlage gebissen worden, und wie er dann mit viel Geduld herausfinde, welche Schlange es gewesen sein könnte und ob die Patientin sich all das vielleicht nur eingebildet hätte.

Im kirchlich geführten Spital zwischen Kampala und Jinja husten die Patienten unablässig. In Europa, meint die Ärztin Tanja Walzer, würde man nur mit Mundschutz und Schutzkleidung diesen Raum betreten, aus Angst vor Infektionen. Hier stehen die Fenster offen, die Verwandten kommen zu Besuch, und die Gäste aus Europa werden herumgeführt. Ob die Hygienevorschriften in Europa vielleicht etwas übertrieben sind? In Afrika sind die medizinischen Bedürfnisse andere als in Europa. Und die Möglichkeiten natürlich auch. Viele Kranke in Uganda empfinden es schon als Segen, wenn die nächste Klinik nicht mehr als zehn Kilometer entfernt ist. Natürlich geht der Patient zu Fuß zum Arzt, und er wartet Stunden, bis er endlich an der Reihe ist. Pech nur, wenn das zu verschreibende Medikament sehr teuer ist und die letzte Ernte nicht gut ausgefallen ist. Denn wer kein Geld hat, kommt auch nicht an Medikamente heran.

Krankenkassen gibt es nur wenige, und diese bedienen die Bedürfnisse der Wohlhabenden. In der staatlichen Aids-Klinik in Kampala kostet ein Bett mit Moskitonetz und mit Vorhängen vom Flur abgetrennt zehn Dollar am Tag. Rechnet man noch die notwendigen Behandlungen und die Aids-Medikamente hinzu, müssen für den Aufenthalt dort etwa tausend Dollar im Monat bezahlt werden. Bei einem ugandischen Durchschnittseinkommen von etwa einem Dollar pro Tag können sich nur die ganz Reichen die Behandlung in einer solchen Klinik leisten."

[Über Mamba-Bisse und Lepra-Beulen / pla. -- In: Neue Zürcher Zeitung. -- Nr. 165 (18.7.2000). -- S. 48]


16. Risikotourismus


Unter "Risikotourismus" verstehe ich Reisen in politisch unstabile Gebiete, von denen bekannt ist, dass man riskiert, entführt oder ermordet zu werden. 


Abb.: Lage von Kaschmir und Ladakh, Indien

"Von einem in Kaschmir vermissten deutschen Touristen fehlt jede Spur. Es handelt sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes um einen 48-jährigen Mann aus Hessen. Er sei mit hoher Wahrscheinlichkeit verschleppt worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums gestern in Berlin. Soldaten der indischen Armee und Polizisten begannen gestern mit der Suche nach dem Touristen.

Ein Lastwagenfahrer hatte ausgesagt, militante Moslems hätten den Deutschen vor einer Woche in Ladakh verschleppt. Er sei als Anhalter auf dem Lastwagen gereist, auf dem auch Extremisten unterwegs waren. Dabei wurde der Deutsche offenbar Zeuge, wie diese Männerdrei buddhistische Mönche am Straßenrand erschossen. Die Mönche hatten den Lastwagen angehalten, um mitgenommen zu werden.

Vor fünf Jahren hatten Moslem-Extremisten den Deutschen Dirk Hasert und fünf andere Trekker entführt. Einer entkam, einer wurde enthauptet, die anderen, darunter Hasert, blieben verschollen."

[Südwestpresse. -- Nr. 166 (21.7.2000). -- S. 2]


17. Andere Touristentypen


"Natürlich gibt es noch unzählige andere Touristentypen und Reiseangebote. 

[Hammelehle, Jürgen: Touristen- und Tourismus-Typen. -- In: Zum Beispiel Tourismus / Redaktion: Jürgen Hammelehle. -- 3., aktualisierte Aufl. -- Göttingen : Lamuv, ©1995. -- (Süd-Nord). -- ISBN 3889772129. --  S. 28. -- {Wenn Sie HIER klicken, können Sie dieses Buch  bei amazon.de bestellen}]


Zu Kapitel 51, Teil IV